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Immobilien in KölnGutachter über höhere Preise und die Schlussverkaufspanik

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Neubauten in Köln

Neue Wohnungen Köln

Köln – Trotz Corona steigen die Kaufpreise für Immobilien in Köln. Ein Einfamilienhaus kostete im Jahr 2020 durchschnittlich 667 000 Euro. Das hat der Gutachterausschuss analysiert, Matthias Hendorf sprach mit dem Vorsitzenden Dieter Hagemann.

Herr Hagemann, offenbar kann nicht mal Corona dem Kölner Grundstücks- und Immobilienmarkt etwas anhaben und die Preise drücken?

Dieter Hagemann: Ja, das scheint so zu sein. Die Preise sind nicht gefallen, insbesondere nicht bei Wohnungen, dort steigen die Preise seit Jahren. Allerdings ist die Gesamtzahl der Kaufverträge bei Immobilien mit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 zurückgegangen. Aber ab Mitte des Jahres stieg das Vertragsaufkommen wieder an, so dass es 2020 eine Gesamtzahl gab, die denen der Vorjahre entsprach.

Der Markt war wegen Corona also nur kurz auf Pause gestellt und dann ging es weiter wie bisher.

So kann man das beurteilen, ja. Wobei es bei Büro, Handel und Gewerbe etwas anders aussieht als beim Wohnen: Da ist die weitere Entwicklung noch nicht absehbar, etwa, ob es dort einen Einbruch bei den Preisen gibt, dafür ist der Zeitraum zu kurz. Aber: Die Büropreise, sowohl bei Kauf als auch bei Mieten, sind bei weitem nicht so stark gestiegen wie beim Wohnen.

Der Gutachterausschuss

8114 Immobilien-Verkäufe hat es im vergangenen Jahr in Köln gegeben. Die Stadt Köln stellt die Kaufverträge dem unabhängigen Gutachterausschuss zur Verfügung. Das Expertengremium wertet sie aus und liefert danach Informationen zu Grundstückspreisen, Wohnhäusern, Wohnungen oder Büros. Damit trägt der Gutachterausschuss laut seiner eigenen Aussage „wesentlich zur Transparenz auf dem Grundstücksmarkt bei“. Der Vorsitzende ist Diplom-Ingenieur Dieter Hagemann, 60 (Foto). Er ist bei der Stadt Abteilungsleiter für kommunale Wertentwicklung. (mhe)

Weil die Firmen wegen der Heimarbeit weniger Büros brauchen oder ist das eine Phantomdiskussion?

Nein, es ist keine Phantomdiskussion, ich glaube schon, dass viele Unternehmen nicht mehr für jeden Mitarbeiter einen Arbeitsplatz vor Ort einplanen. Da muss man abwarten und schauen, wie sich das auf den Flächenbedarf auswirkt.

2011 kostete ein Einfamilienhaus im Schnitt 339 000 Euro, jetzt ist es mit 667 000 Euro fast doppelt so viel. Wer kann sich das leisten?

Gute Frage. Zumindest ist es mittlerweile extrem schwer, wenn man nicht viel gespart hat oder eine Erbschaft hat.

Überrascht Sie das Tempo?

Ja, dieser starke Anstieg überrascht mich schon. Allerdings hilft dabei der Blick auf andere Städte, im Feld der „Big 7“ (München, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Köln; Anmerkung der Redaktion) liegt Köln immer noch an letzter Stelle bei den Preisen sowohl für neue als auch gebrauchte Häuser und Wohnungen.

Das klingt fast wie eine Drohung, dass es noch teuer wird.

Tatsächlich liegt der Mittelwert für den Quadratmeterpreis einer neugebauten Eigentumswohnung in München bei mehr als 10 000 Euro, in Köln sind es unter 6000 Euro. Es ist unglaublich viel Geld. Aber in München waren die Preise schon vor Jahren auf dem heutigen Niveau von Köln, deshalb war und ist zu erwarten, dass noch Luft nach oben ist, wobei ich nicht glaube, dass Münchner Verhältnisse erreicht werden.

Warum haben die Preise denn so angezogen?

Dass in Köln die Preise seit zehn Jahren so massiv steigen, ist vielen Ursachen geschuldet, unter anderem der Finanzkrise und den niedrigen Zinsen aber auch stark gestiegenen Baukosten. Deshalb steigen die Preise für Grundstücke und Immobilien. Und das Angebot lässt nach, weil Besitzer zwar eine hohe Rendite erzielen können, aber ja eine Alternative zum Wohnen brauchen und wieder teuer investieren müssten. Insgesamt ist auch zu beobachten, dass das Bauland in Köln knapp geworden ist.

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Die Steigerung für Haus- oder Wohnungsbesitzer ist eher theoretisch, weil ein Verkauf sich mangels erschwinglicher Alternativen kaum lohnt?

Ja, so ist das. Deshalb nehmen die Kaufverträge kontinuierlich ab, von rund 10 500 jährlich auf 8000 im Vorjahr. Das Angebot wird also immer kleiner. Das setzt Leute unter Druck, die unbedingt kaufen wollen, das ist ein bisschen wie die Schlussverkaufspanik. Zumindest ist das mein persönlicher Eindruck.

Es ist viel die Rede von einer Immobilienblase. Kann man in Köln überhaupt etwas falsch machen, wenn man Wohnung oder Haus kauft?

Also ich glaube, im Moment scheint das für Käufer noch zu funktionieren. Die steigenden Preise werden sich wahrscheinlich erst verändern, wenn die Zinsen steigen oder wenn die Corona-Krise für Finanzierungsprobleme und Verkäufe sorgt, weil das Angebot wächst. Das ist aber eine Spekulation.

Traditionell sind die Kaufpreise linksrheinisch teurer. Bleibt das so?

Meiner Meinung nach ja. Das wird sich nicht wesentlich annähern, dafür sind die Preise in den Stadtteilen wie etwa Lindenthal zu hoch. Das sind heiß begehrte Wohnlagen. Das Rechtsrheinische hat zwar aufgeholt, aber gleichziehen wird es nicht.