Köln – Der Zugriff geschah gegen 9 Uhr auf der Luxemburger Straße: Spezialkräfte fassten am Dienstagmorgen einen 38 Jahre alten Mann. Zuvor war der Verdächtige über einen längeren Zeitraum von zivilen Fahndern observiert worden. Die Vorwürfe gegen den tunesischen Staatsbürger sind gravierend.
Dem Verdächtigen wird die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Dies teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf mit, die für das Verfahren zuständig ist.
Der 38-Jährige soll enge Kontakte zur bewaffneten islamistischen-salafistischen Kampfgruppe „Ahrar al-Scham“ gehabt haben. Diese Gruppierung wird von den Sicherheitsbehörden als terroristische Vereinigung geführt. „Der Verdächtige soll die Kampfgruppe mit Ausrüstungsgegenständen unterstützt haben“, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft der Rundschau. Wie dies im Detail passiert ist, teilte die Behörde zunächst nicht mit. Das soll in einer Gerichtsverhandlung vor dem Staatsschutzsenat im so genannten „Terrorbunker“ in Düsseldorf thematisiert werden.
Außerdem soll sich nach den Ermittlungen der Polizei der 38-Jährige mehrfach in Trainingscamps in Syrien aufgehalten haben. Dort soll der Mann Kontakte zu IS-Unterstützern aufgebaut haben. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem 38-Jährigen vor, für die Terrorvereinigung IS geworben zu haben – besonders durch Propaganda im Internet. Der mutmaßliche IS-Kämpfer lebte über einen längeren Zeitraum in Köln und soll besonders die IS-Propaganda im Netz von Köln aus betrieben haben. Er soll die ihm vorgeworfenen Taten von Mai 2014 bis Oktober 2018 begangen haben. Bei einer Wohnungsdurchsuchung ist entsprechendes Beweismaterial sichergestellt worden. Es soll die Vorwürfe für eine Anklage belegen. Dem 38-Jährige wurde am Dienstagmittag ein Haftbefehl wegen der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verkündet – der Mann wird wohl noch am Dienstag oder Mittwochmorgen dem Haftrichter vorgeführt.
Ein Gerichtstermin für dieses Verfahren ist noch nicht anberaumt. Die Ermittler werten das sichergestellte Beweismaterial aus und legen es dann der Anklagebehörde vor. Wegen der zahlreichen Verfahren vor dem Staatsschutzsenat wird erwartet, dass der Prozess vermutlich erst im Jahr 2020 in Düsseldorf beginnt.
