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Jubiläumsauftakt mit OB-EmpfangEhrengarde will an Reitern im Rosenmontagszug festhalten

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Torsten Burmester mit der Ehrengarde im Rathaus.

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester empfing die Ehrengarde anlässlich des 125-jährigen Bestehens im Historischen Rathaus.

Mit einem Empfang im Historischen Rathaus und einer Messe im Dom hat die Ehrengarde ihre Jubiläums-Session eröffnet.

Die Ehrengarde der Stadt Köln feiert ihr 125-jähriges Bestehen. Den Startschuss für das Jubiläum hat das Korps am Samstagabend (7. November) mit einem außergewöhnlichen Auftakt gegeben.

Erste Station war die Piazzetta des historischen Rathauses. Dort empfing Oberbürgermeister Torsten Burmester das stolze Reiterkorps, das Bauer und Jungfrau stets als Begleitgarde zur Seite steht. Der OB würdigte die Jubilare mit den Worten: „125 Jahre Ehrengarde, das sind 125 Jahre Heimatliebe, soziales Engagement und Gemeinschaft“.

Hans-Georg Haumann bleibt Präsident der Ehrengarde

Schmunzelnd blickte Burmester auf den legendärsten Moment in der Geschichte der Garde zurück: „Wer in dieser Stadt schon einmal einen Antrag gestellt hat, kennt das Gefühl, wenn dieser abgelehnt wird. Eine solche Enttäuschung erlebte die Ehrengarde 1902, als das Festkomitee der jungen Reitergarde den Platz vor Bauer und Jungfrau im Rosenmontagszug verwehrte.“

Köln ist allerdings für kölsche Lösungen bekannt. Also heckte der damalige Präsident und Gründer Heinz Strupp gemeinsam mit Bauer und Jungfrau einen Plan aus: Im Zug wurde einfach eine Panne vorgetäuscht. In das so entstandene Loch schoben sich die Reiter dann „rubbedidupp“ hinein.

Ehrengarde trägt sich ins Gästebuch der Stadt ein

Auch danach schrieb die Garde Geschichte. Zum 25-Jährigen im Jahr 1927 stellte sie mit Ferdi Leisten den ersten Prinzen nach dem Krieg. Noch spektakulärer war jedoch eine Premiere an der Seite des Tanzoffiziers: Mit Kläre Weiglein stand dort erstmals in der Geschichte des Kölner Karnevals eine weibliche Regimentstochter. Legendär ist zudem der Vorstandstanz der Ehrengarde, der 1988 mit dem Närrischen Oscar ausgezeichnet wurde.

Ins Gästebuch der Stadt Köln durfte sich zum Jubiläumsauftakt der frisch wiedergewählte geschäftsführende Vorstand eintragen – an der Spitze Präsident Hans-Georg Haumann. Er widmete sich in seiner Rede unter anderem der DNA des grün-gelben Korps.

Der Vorstand der Ehrengarde trägt sich ins Gästebuch ein.

Präsident Hans-Georg Haumann und der geschäftsführende Vorstand der Ehrengarde durften sich ins Gästebuch der Stadt Köln eintragen.

Dabei wurde deutlich, wie sehr der Garde ihre Pferde am Herzen liegen. „Unsere DNA ist und bleibt die Leidenschaft zur Reiterei. Leider wird uns diese von außen immer mehr erschwert. Auch wenn wir mittlerweile die Konsequenzen aus dem letzten Rosenmontagszug gezogen haben und alle Gespann-Pferde durch Traktoren ersetzt haben, möchten wir, solange es geht, an unseren Reitern im Rosenmontagszug festhalten“, sagte Haumann.

Karnevalisten laden OB Burmester zum Rosenmontagszug ein

Ein besonderes Anliegen der Ehrengarde sind neben der Nachwuchsförderung speziell ältere Menschen. „Unsere ältere Generation darf nicht in Vergessenheit geraten. Auch sie hat ein Anrecht Karneval zu feiern, daher veranstalten wir bereits seit Jahrzehnten die Karnevalssitzung in den Riehler Heimstätten“, erklärte der Präsident. Dass die Ehrengarde auch 125 Jahre nach ihrem Coup mit Bauer und Jungfrau noch weitere kölsche Lösungen im Kopf hat, zeigte Haumann anschließend mit einer außergewöhnlichen Einladung.

Die Ehrengarde der Stadt Köln im Gürzenich.

Die Ehrengarde schoss im Gürzenich ihr Jubiläumsfoto.

Direkt an den Oberbürgermeister gewandt, sagte „Lupo“ Haumann: „Lieber Torsten, ich weiß, dass es seit vielen Jahren ein ungeschriebenes karnevalistisches Gesetz im Umgang mit dem Oberbürgermeister gibt. Dieses möchten wir auch nicht infrage stellen. Dennoch möchte ich dich offiziell einladen, in den nächsten Jahren unser Gast im Rosenmontagszug zu sein. Vielleicht könnte dir ein Farbwechsel in Grün und Gelb nicht nur Abwechslung bieten, sondern auch gefallen.“

Fest auf dem Rudolfplatz geplant

Die Nachfrage nach dem Jubiläumsprogramm ist groß: Alle Sitzungen der Jubiläums-Session sind bereits restlos ausverkauft. Darüber hinaus lädt die Ehrengarde 2027 zu einem Jubiläums-Frühlings-Ball in die Flora ein, der geladenen Gästen vorbehalten ist. Präsident Haumann kündigt an: „Wenn es uns gelingt, die Gäste mit dem Ball zu begeistern, möchten wir diesen fest im Kölner Kalender etablieren.“

Die Ehrengarde im Kölner Rathaus.

Die Ehrengarde zog anlässlich ihres Jubiläums ins Historische Rathaus ein.

Eine Überraschung für alle Kölner Bürger verriet er außerdem im Gespräch mit EXPRESS.de: „Wir feiern zwar ein tolles Jubiläum, da wir aber kurz vor der Verwirklichung der Sanierung und des Umbaus der Hahnentorburg stehen, wollen wir die Fertigstellung dafür nutzen, nicht nur unser Jubiläum nachzufeiern, sondern ein großes Eröffnungsfest für alle Kölner Bürger auf dem Rudolfplatz zu feiern.“

Die Arbeiten am Domizil der Ehrengarde sollen nach den Planungen in der zweiten Hälfte 2028 abgeschlossen sein. Ganz sicher ist dieser Termin allerdings nicht. „Sollten wir auf archäologische Funde stoßen, könnte sich die Eröffnung auf nach der Session 2029 verschieben“, so Haumann.

Vom Empfang bei Oberbürgermeister Burmester zogen die Jubilare schließlich mit klingendem Spiel gemeinsam zum Kölner Dom. Dort zelebrierte Dompropst und Regimentspfarrer Guido Assmann die Jubiläumsmesse.