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Großeinsatz in KölnUnterkünfte nach Tötungsdelikt durchsucht – noch keine Festnahme

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Durchsuchung in einer Flüchtlingsunterkunft in Riehl 

Köln – Mehrere Stunden nach der Großrazzia haben die Ermittler noch keinen der gesuchten Tatverdächtigen in den durchsuchten Räumlichkeiten finden können: „Bislang konnte keiner der mit Haftbefehl gesuchten 18 Beschuldigten festgenommen werden“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer.

Weder unter den Meldeanschriften noch den sonst bekannt geworden Anschriften seien die Beschuldige zunächst zu finden gewesen, hieß es weiter.

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Mehrere hundert Beamte sind im Einsatz.

Verschiedene Durchsuchungsmaßnahmen dauerten allerdings noch an. „Die Beschuldigten werden jetzt europaweit zur Festnahme ausgeschrieben werden. Wir gehen davon aus, dass an dem Tatgeschehen etwa 30 Personen beteiligt waren“, so Bremer. Eine große Hilfe bei den Ermittlungen der Mordkommission war ein sichergestelltes Video. Darauf ist zu sehen, wie rund 30 Personen ihr Opfer auf der Bamberger Straße Opfer brutal attackierten. „Der Mann wurde geschlagen, getreten und mit einem Messer angegriffen. Das Opfer wurde gezielt abgepasst“, sagte ein Polizeisprecher der Rundschau.

Oberstaatsanwalt Bremer sprach gegenüber der Rundschau von einem „Gewaltexzess“. Die genauen Hintergründe der Tat seien noch unklar. „Seit längerer Zeit gibt es eine Fehde zwischen den beteiligten Großfamilien aus Köln“, ergänzte der Ankläger. 

Razzien seit dem frühen Morgen

Im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen des Verdachts des gemeinschaftlich begangenen Totschlags im Stadtteil Höhenberg vom 10. März durchsuchte die Polizei Köln seit dem frühen Donnerstagmorgen sechs Kölner Wohnungen sowie Zimmer von Beschuldigten in vier Kölner Flüchtlingsunterkünften und einer Unterkunft in Wuppertal.

Mehrere hundert Beamte waren im Einsatz. In Köln wurde unter anderem eine Unterkunft für Geflüchtete an der Boltensternstraße in Köln-Niehl durchsucht. Da dort auch ukrainische Flüchtlinge untergebracht sind, erklärten ukrainisch sprechende Polizeibeamte dort das aktuelle Geschehen.

Bei einer Messerstecherei am 10. März ist ein Mann schwer verletzt worden. Der Mann starb später im Krankenhaus.

Im Visier der Ermittler stehen 18 Männer im Alter von 17 bis 60 Jahren, gegen die Haftbefehle wegen des dringenden Verdachts des gemeinschaftlichen Totschlags vorliegen.

Die Männer sollen einen 37-Jährigen mit mindestens neun weiteren Tatbeteiligten im Bereich der Bamberger Straße abgepasst und ihn durch Schläge, Tritte und Messerstiche so schwerwiegend verletzt haben, dass er in Folge dessen am 28. März trotz mehrerer Notoperationen im Krankenhaus verstarb. Hintergrund der Tat sollen familiäre Streitigkeiten zwischen zwei aus dem ehemaligen Jugoslawien stammenden Großfamilien sein. (ta/EB)