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Kölle AlaafKlima ist ein großes Thema bei den Schull- un Veedelszöch

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Vorstellung der Schull- un Veedelszöch 2023 zusammen mit der KGS Zugweg.

Rekord: 70 Mal war die KGS Zugweg schon bei den Schull- un Veedelszöch dabei.

Traditionsgemäß gehen Schull- un Veedelszöch am Sonntag. Der scheidende Zugleiter Willi Stoffel hält eine emotionale Rede.

„Eine gewisse Nervosität ist da“, sagt Bernhard Conin, Vorsitzender des Vereins Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums bei der Vorstellung der Schull- und Veedelszöch. Dem Veranstalter haben gleich mehrere Widrigkeiten in den vergangenen drei Jahren übel mitgespielt, nicht nur die Pandemie und der Ukrainekrieg. Schon 2020 musste der Zug, in den Schulen und Vereine monatelange Arbeit stecken, wegen Sturms nach wenigen Minuten abgesagt werden.

Jetzt geht es endlich wieder los. Um 11.11 Uhr starten die Gruppen am Sonntag in Deutz. An der Spitze: die einzige Hauptschule, die dieses Jahr dabei ist – die Hauptschule Bilderstöckchen. Die Jungen und Mädchen thematisieren mit ihren Kostümen die Klimakrise. Ihr Motto: „Sonn em Hätz un et Klima am Aasch. Wir schlappen in die Klimakrise“.

Die Schull- un Veedelszöch sind weder der kleine Bruder des Rosenmontagszugs noch der Probelauf. Sie sind etwas ganz Besonderes!
Willi Stoffel, scheidender Zugleiter

„Mit den Themen Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit beschäftigen sich eine ganze Reihe Schulen“, sagt Petra Vianden, Schulrätin im Kölner Schulamt und „Generalistin Generale Brauchtum“ für die Schull- un Veedelszöch. Doch auch viele andere Themen werden aufs Korn genommen. „Da steckt so viel Engagement und so viel Kreativität dahinter“, hebt Vianden hervor. Um das zu würdigen, werden ein Originalitäts- und ein Kostümpreis verliehen.

Von Deutz in die Kölner Innenstadt

Den Zugweg, der ja erstmals vom rechtsrheinischen Deutz in die Innenstadt führt, sieht Conin als besondere Herausforderung. Wie berichtet, kommen durch die geänderte Streckenführung deutliche Mehrausgaben auf die Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums zu. Conin beziffert sie mit rund 50 000 Euro. Hinzu kämen noch bisher unbekannte Sanitätskosten. „Wir können das stemmen“, ist sich Conin allerdings sicher. Wieder gibt es Sponsoren für Bagagewagen und reichlich Wurfmaterial durch die Prinzengarde, die Ehrengarde und die Roten Funken.

Auch der Einsatz der fast 200 ehrenamtlichen Zugordner, die jeweils von den Freunden und Förderern und den Lyskicher Junge gestellt werden, trägt zum Gelingen bei. Als Besonderheit wird die Band „King Loui“ mit einem eigenen Musikwagen und „zünftigen und krachenden“ Klängen für einen stimmungsvollen Abschluss der Veedelszöch sorgen.

Sichtlich gerührt zeigt sich der langjährige Zugleiter Willi Stoffel. Er übergibt nach dem diesjährigen Zug sein Amt an seinen bisherigen Stellvertreter Jörg Scheider. Gerne hätte er sein Amt länger ausgeübt, erklärt er. Ihm sei aber die notwendige Leichtigkeit abhanden gekommen. Emotional sagt Stoffel: „Die Schull- und Veedelszöch sind weder der kleine Bruder des Rosenmontagszugs noch der Probelauf. Sie sind etwas ganz Besonderes!“ Sein letzter Satz reißt alle Anwesenden spontan von den Sitzen zu stehenden Ovationen. „Die Schull- un Veedelszöch werden immer, immer mein großes Baby sein“, schließt Stoffel.


Deutlich weniger Teilnehmer

6400 Teilnehmer sind dieses Jahr bei den Schull- un Veedelszöch dabei. In der Vergangenheit waren es um die 8000.

41 Schulen mit etwa 3800 Teilnehmern sind am Start. Darunter sind 10 Grundschulen, eine Hauptschule, zwei Förderschulen, zwei Realschulen, 19 Gymnasien, vier Gesamtschulen, zwei Waldorfschulen sowie erstmals Kölsche Pänz aus einer deutschen Schule in Brüssel.

46 Vereine mit etwa 2400 Teilnehmern sind bei den Zöch dabei.

700 Musiker spielen insgesamt bei den Schull- un Veedelszöch auf. Bei den Schulen sind es rund 500, bei den Veedelsvereinen etwa 200.

Als Grund für die geringere Teilnehmerzahl in diesem Jahr vermutet Bernhard Conin die Pandemie, die „Spuren hinterlassen“ habe. (dha)