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St. AgnesChristoph Kuckelkorn setzt Zeichen für Hoffnung beim Fastelovendsgottesdienst

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Am Aschermittwoch legt Christoph Kuckelnkorn sein Amt als Präsident des Festkomitees nieder.

Am Aschermittwoch legt Christoph Kuckelnkorn sein Amt als Präsident des Festkomitees nieder. 

Mit emotionaler Musik und hoffnungsvollen Worten, setzte die Veranstaltung ein Zeichen dafür, dass es für jeden Verlust ein Danach gibt. 

Im Zeichen von Zusammenhalt in schweren Zeiten und Hoffnung stand der sechste Fastelovendsgottesdienst in der Kirche St. Agnes. Die besondere Glaubensfeier, die in der Corona-Zeit als Trost für den ausgefallenen Karneval 2021 ins Leben gerufen wurde, entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem karnevalistischen Bekenntnis, dass es nach jedem Verlust ein Danach gibt, nach jeder bitteren Träne ein befreiendes Lachen. Von Beginn an überließ Innenstadtpfarrer Dominik Meiering die Predigerkanzel einer Persönlichkeit aus der Stadtgesellschaft, die sich getreu dem diesjährigen Fastelovendsmotto „Mer dun et för Kölle“ fürs soziale Miteinander in der Stadt engagiert.

Christoph Kuckelkorn, der in wenigen Tagen sein Amt als Festkomitee-Präsident niederlegt, hatte das Veranstaltungsteam um Pastoralreferent Peter Otten und den Erfinder von „Loss mer singe“ Georg Hinz schon auf einen Thron gesetzt, bevor er in die Bütt stieg. „Ich habe das Leben in entgegengesetzten Momenten kennengelernt“, sagte der hauptberufliche Bestatter, „eines verbindet uns alle: Das Leben verändert sich“. Der gläubige 61-Jährige ist überzeugt, dass ein anderes Leben, das nach einem Einschnitt noch nicht vorstellbar ist, überraschen und neue Kraft schenken kann. Er schloss mit den Worten: „Der Präsident geht, der Jeck bleibt“. Zum Dank für den beeindruckenden Vortrag gab es einen Riesen-Motto-Schal.

Auf den Kirchenbänken von St. Agnes nahmen kostümierte Jecke Platz.

Auf den Kirchenbänken von St. Agnes nahmen kostümierte Jecke Platz.

Festlich waren die Ratsbläser und Alphorn-Spieler Ebasa Pallada zu den Klängen des Bläck-Fööss-Songs „Mer han e Hätz för Kölle“ in die vollbesetzte Kirche am Neusser Platz eingezogen. Zwei Überraschungsgäste begrüßte Otten: Der Prediger von 2023, der inzwischen hundertjährige Grandseigneur der Krätzchen-Sänger Ludwig Sebus, sprach später das ins Kölsche übersetzte Friedensgebet des Heiligen Franz von Assisi. Immisitzungs-Präsidentin Myriam Chebabi, Predigerin vom vergangenen Jahr, galt die erste Fürbitte, weil sie dringend eine Wohnung sucht. „Wer hat schon eine Sitzungspräsidentin als Mieterin – der künftige Vermieter hat lebenslangen freien Eintritt in die Immisitzung“, warb Otten um Angebote und bekam ein Bützchen von der „Mimi“.

Ex-Höhner-Musiker Janus Fröhlich erinnerte mit dem Lied „Echte Fründe“ an den im Oktober verstorbenen früheren Bandkollegen Peter Horn. Die junge Gruppe Lupo spielte ihren Song „Minsche der Stadt“, der zuletzt beim „Loss mer singe“-Wettbewerb kräftig gepunktet hatte. Zum Totengedenken improvisierte Simon Bay zu „Sing mich noh Hus“, dem Mottolied des Fastelovendsgottesdienstes, auf dem Klavier. Ergriffen sangen Besucherinnen und Besucher mit Stefan Knittler das Schlusslied „Nie ohne Hoffnung“ von Miljö. Beim Finale mit den Bläck Fööss, in die sich Bömmel Lückerath und Kafi Biermann aus der ersten Generation einreihten, wurde noch einmal Kraft getankt fürs Zusammenhalten.