Nach positiver BlutprobeDebatte um Verbot von Pferden im Karneval geht weiter

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Pferde sind während des Zuges im Einsatz.

Das Festkomitee Kölner Karneval will die eigenen Regularien zum Einsatz von Pferden im Rosenmontagszug überarbeiten.

Der Umweltausschuss des Kölner Rates hat sich mit den Ergebnissen der Pferdekontrollen im Rosenmontagszug befasst. Das Festkomitee Kölner Karneval will die Regeln überarbeiten.

Das Festkomitee Kölner Karneval will die eigenen Regularien zum Einsatz von Pferden im Rosenmontagszug überarbeiten. Dies ist das Ergebnis einer gemeinsamen Analyse des Rosenmontagszugs von Stadt und Festkomitee. Bei 20 der 195 eingesetzten Pferde waren Blutproben durchgeführt worden, bei einem Tier waren Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente nachgewiesen worden. Elf Tage vor dem Zug war bei dem betroffenen Pferd nach Angaben des Festkomitees eine Zahn-Operation durchgeführt worden, bei der die Medikamente verabreicht worden waren.

Medikamente für Zahn-OP

Nun sollen nach Informationen der Rundschau Bedingungen festgelegt werden, wann und in welchem Umfang Pferdebesitzer vorab über medizinische Eingriffe und Medikamentengabe informieren müssen. Ein generelles Verbot von Pferden im Karneval ist derzeit nicht geplant. „Wir prüfen die Ergebnisse der Kontrollen jetzt fachlich und rechtlich. Das Thema geht in den Tierschutzbeirat NRW“, sagt Dr. Ralf Unna, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen und hauptberuflicher Tierarzt.

In Bonn fand der Rosenmontagszug dieses Jahr erstmals ohne Pferde statt, der dortige Festausschuss hatte sich für den Verzicht entschieden. Grund sind offenbar auch die Auflagen des Landes, die nach dem Kutschunfall beim Kölner Rosenmontagszug 2018 verschärft worden waren. Das Kölner Festkomitee hatte damals an der Ausarbeitung der neuen Regeln großen Anteil, das Land hatte später das Kölner Konzept in großen Teilen übernommen. „Nun geht es uns darum, die Regelungen zu präzisieren. Ein Austausch mit der Stadt hat bereits stattgefunden“, sagte Festkomitee-Sprecher Michael Kramp.

Am Donnerstag hat sich der Umweltausschuss des Rates mit den Ergebnissen der Pferdekontrollen im Rosenmontagszug befasst, eine entsprechende Anfrage hatten die Grünen und Volt gestellt. Ein Verbot von Pferden im Karneval hält die Stadtverwaltung zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch für schwierig. Durch eine solche Entscheidung würde der „Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt“, heißt es in einer Stellungnahme. Formaljuristisch sei es zudem aus „straßenrechtlichen Gründen nicht zulässig, entsprechende tierschutzrechtliche Auflagen in die Sondernutzungserlaubnis zum Rosenmontagszug aufzunehmen“, so die Stadt.

Doch auch im Kölner Karneval werden schon seit Jahren Vorkehrungen für einen Rosenmontagszug ohne Pferde getroffen. Viele Vereine haben bereits ihre Kutschen und andere Wagen umbauen lassen, damit diese auch von Traktoren gezogen werden können.

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