19. ökumenischer Domgottesdienst für Karnevalisten nahm das Sessionsmotto „Mer dun et för Kölle“ zum Thema.
Ökumenischer Karnevalsgottesdienst im DomKarneval als Ausdruck christlicher Grundhaltungen

Auch die Standarten und Plaggen der Karnevalsgesellschaften bekamen im Dom ihren Segen.
Copyright: Thomas Banneyer
Stadt- und Domdechant Robert Kleine nahm im 19. ökumenischen Domgottesdienst für Karnevalisten das Sessionsmotto „Mer dun et för Kölle“ zum Thema. Das Ehrenamt sei die unverzichtbare Grundlage für den Kölner Karneval. Ob in Traditionskorps, Tanzkorps oder Sitzungen – überall trügen engagierte Menschen zum Gelingen bei. Diese gelebte Gemeinschaft sei ein Abbild des biblischen Bilds vom Leib mit vielen Gliedern. „Nicht jeder wird gesehen, aber jede Aufgabe zählt.“

Stadtsuperintendent Bernhard Seiger dankte Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn für seine Arbeit.
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Kleine zitierte kölsche Karnevalslieder als Ausdruck dieser Werte. Das Lied „Spring“ von Brings zeige, wie jeder das einbringt, was er kann. „Unsere Stammbaum“ von den Bläck Fööss erinnere an die Weitergabe von Tradition und Verantwortung über Generationen hinweg. „Ehrenamt heißt: Ich übernehme Verantwortung dafür, dass etwas Wertvolles bleibt. Das Lied „Mer sin eins“ von Kasalla habe eine zutiefst christliche Botschaft. „Nicht Leistung macht uns wertvoll, sondern dass wir Teil der Gemeinschaft sind.“ Für Kleine ist der Karneval Ausdruck christlicher Grundhaltungen wie Nächstenliebe, Gemeinschaft und Verantwortungsbereitschaft. Die kölsche Musik mache diesen Geist hörbar – als Dankeschön an alle, die sich freiwillig einbringen, und als Botschaft, dass Ehrenamt die Gesellschaft menschlicher mache. Die Verbindung von Musik, Ehrenamt und Glaube sei ein starkes Fundament für die Stadtgemeinschaft. „Ohne Ehrenamt kein Karneval.“
Dank an Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn
Stadtsuperintendent Bernhard Seiger dankte auch dem Festkomitee für den großen ehrenamtlichen Einsatz, besonders dem scheidenden Präsidenten Christoph Kuckelkorn, der den Karneval in diesem Amt seit 2017 maßgeblich geprägt hat. In der Coronazeit habe er bittere und mutige Entscheidungen treffen müssen. „Was für ein Schmerz, einen Zug absagen zu müssen! Und was für eine Kraft, unter den Umständen ganz neue Ideen umzusetzen! Der Dank an Sie und Ihre Mitstreiter für Ihre Umsicht und Ihre Leidenschaft kann nicht groß genug sein!“

Oberbürgermeister Torsten Burmester (rechts) und das designierte Dreigestirn der Prinzen-Garde.
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Zum Ablauf des Domgottesdienstes für Karnevalisten gehört auch die Segnung der vom Kinder-Dreigestirn gestalteten Karnevalskerze, der Standarten und Plaggen. Traditionell wurden während des Karnevalsgottesdienstes Spenden für einen sozialen Zweck gesammelt. In diesem Jahr geht der Erlös an den Verein CAYA („come as you are“), der im Rahmen des Spendenprojektes des designierten Dreigestirns unterstützt wird. Der Verein bietet Wohnungslosen und Bedürftigen eine unentgeltliche und unbürokratische medizinische Grundversorgung. Von Montag bis Freitag können sie sich im Container-Projekt „Arche“ unweit des Wiener Platzes medizinisch versorgen lassen. Alle Ärzte vor Ort arbeiten ehrenamtlich.
