Brücken, Bunker, Bauwerke: Jedes Jahr öffnen Kölns Denkmale für die Öffentlichkeit ihre Tore – auch solche, die sonst nicht so einfach zugänglich sind.
Brücken, Bunker, BahnDiese 160 Kölner Denkmale öffnen ihre Türen für Interessierte

Auch das historische Zeughaus in der Innenstadt wird für Besucherinnen und Besucher geöffnet sein.
Copyright: Alexander Schwaiger
Rund zehn Prozent der Denkmale in Nordrhein-Westfalen befinden sich in Köln, insgesamt sind es etwa 9500. Dazu gehören Brücken, Wohnhäuser, alte Wassertürme, Friedhöfe, Kirchen und Bunker. Einige befinden sich in Privat- oder Firmenbesitz, andere gehören der Stadt. Am 12. und 13. September öffnen in Köln mehr als 160 dieser Denkmale kostenlos ihre Türen und Tore für interessierte Besucherinnen und Besucher. Einige davon sind nur einmal im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich. Organisiert werden die Öffnungen durch Ehrenamtliche.
Die Aktion findet im Rahmen des bundesweiten „Tags des offenen Denkmals“ statt, der seit 1993 jährlich durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert wird. Eigentlich findet die Aktion nur an einem Tag statt. In Köln wird daraus „aufgrund des großen Angebots“ ein ganzes Wochenende, sagt Matthias Hamann, Direktor des Kölnischen Stadtmuseums.
Unter dem Motto „Netzwerke: Denkmale & Infrastruktur“ bekommen Besucherinnen und Besucher Einblicke in die Geschichte und das kulturelle Erbe der Stadt. „Der Tag zeigt, was Denkmalpflege bedeutet. Und dabei geht es immer auch um Baukultur und Stadtentwicklung“, sagt Thomas Werner, Stadtkonservator der Stadt Köln.
Führungen zu Kölner Brücken
Das Programm ist entsprechend vielfältig. Zu unterschiedlichen Themen werden Führungen angeboten, einige Denkmale sind einfach so zur Besichtigung geöffnet. Teilweise ist dafür auch eine Vorabanmeldung erforderlich. Mit dabei sind viele Kölner Nachkriegsbauten, darunter die Deutzer Brücke, die Severinsbrücke und die Hohenzollernbrücke. „Der Wiederaufbau der Stadt war sehr identitätsstiftend für Köln“, sagt Werner. Der Tag des offenen Denkmals soll deshalb auch vermitteln, was die Denkmale für die Stadt bedeuten und welche Arbeit hinter der Pflege steckt.
Wer sich für die Geschichte der NS-Zeit in Köln interessiert, kann den Tiefbunker Nippes erkunden, eine ehemalige Luftschutz-Leitstelle der Deutschen Reichsbahn Kölns aus dem Jahr 1941. Auch der Sendesaal des WDR-Funkhausorchesters öffnet seine Tore sowie viele private Gebäude, wie beispielsweise ein Baudenkmal mit originaler Glasmalerei aus dem Jahr 1904 in der Innenstadt.
Vorab gibt es das Programm mit allen teilnehmenden Denkmalen digital auf der Seite des Kölnischen Stadtmuseums. Auch eine spezielle Karte für das barrierefreie Angebot ist dort zu finden. Gedruckte Kopien der Sammlung liegen außerdem flächendeckend in allen Bezirken an öffentlichen Stellen aus, zum Beispiel in Bibliotheken, Museen und Bezirksrathäusern.
