Kölm – Es ist eine Geschichte, die traurig und sprachlos macht. Eine 19-jährige Frau aus Rumänien wird in Köln auf den Strich geschickt und von ihrem Zuhälter im Bordell lebensgefährlich verletzt. Viereinhalb Jahre nach dem Gewaltverbrechen ist das Opfer gestorben. Seit dem Angriff im Juli 2014 lag die 19-Jährige im Wachkoma – am 13. Januar 2019 starb die Frau in einem Pflegeheim. Dies bestätigte die Kölner Polizei.
Täter zündete Opfer an
Die Bluttat in dem Bordell an der Glockengasse ist auch nach mehreren Jahren für die zuständigen Ermittler unvergessen. „Furchtbar, was der Frau passiert ist“, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Ein Polizeisprecher sprach von einer der schlimmsten Misshandlungen der vergangenen Jahre in Köln. Bei Verlesung der Anklage in dem Fall wurde dies auch deutlich: Die 19-Jährige wurde von ihrem Zuhälter (36) mehrfach mit den Fäusten ins Gesicht geschlagen, am Kopf gepackt und minutenlang an den Haaren immer wieder hochgerissen. Unfassbar: Der Zuhälter schüttete Nackellackentferner auf ihrem Körper aus und zündete ihn an.
Die Frau des Zuhälters hatte noch versucht, das zu verhindern, indem sie Wasser in die Lackentferner-Flasche schüttete. Doch der 36-Jährige bemerkte dies und schickte seine Frau neuen Nagellack holen. Der Grund für die Tat: Die Prostituierte soll zu wenig Geld verdient haben. Erst vier Stunden nach dem Angriff wurde der Rettungsdienst gerufen. Bei der Gerichtsverhandlung gegen den Zuhälter wurde deutlich, dass das junge Leben der Frau von Gewalt geprägt war. Mehrfach hatte der 36-Jährige die 19-Jährige misshandelt.
Das Opfer hatte durch die gewalttätigen Angriffe großflächige Brandnarben am ganzen Körper zurück behalten. Sie war halbseitig gelähmt, konnte durch eine Hirnschädigung nicht mehr sprechen und musste rund um die Uhr betreut werden. Um ihr zwei Jahre altes Kind konnte sie sich nicht mehr kümmern. „All das, was ein normales Leben ausmacht, ist für das Opfer nun nie wieder möglich“, hob der Staatsanwalt hervor.
Der Angreifer wurde erst gefasst, als sich seine Ehefrau im rumänischen TV zu dem Fall äußerte und den Mann belastete. Der Täter wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Nun wird das Opfer in ihrer rumänischen Heimat beerdigt.
