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Marathon41.500 starten am Sonntag – eine Kleinstadt rennt durch Köln

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Teilnehmer beim 26. Generali Köln Marathon 2024 laufen durch die Kölner Innenstadt. Zahlreiche Zuschauer feuern die Läufer mit selbstgebastelten Plakaten an. Themenbild, Symbolbild Köln, 06.10.2024 NRW Deutschland *** Participants in the 26 Generali Cologne Marathon 2024 run through Cologne city center Numerous spectators cheer on the runners with homemade posters Theme image, symbolic image Cologne, 06 10 2024 NRW Germany Copyright: xChristophxHardtx

Am Sonntag wird es auf den Straßen in Köln wieder voll. Mehr als 41.000 Läuferinnen und Läufer gehen in den verschiedenen Wettbewerben des Köln-Marathon an an Start. Foto: IMAGO/Panama Pictures

Nach einer langen Flaute werden bei der Königsdisziplin über 42,195 Kilometer wieder mehr als 10.000 Finisher im Ziel erwartet. So viele wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Die Laune der Organisatoren könnte vor dem Start des 28. Köln-Marathon am Sonntag nicht besser sein. Eine Rekord-Teilnehmerzahl, ideale Wetterbedingungen, ein Elite-Feld, das neue Streckenrekorde verspricht. Bei diesen Vorzeichen kann Markus Frisch, Geschäftsführer der Kölner Ausdauersport GmbH, die Enttäuschung über die verpasste nationale Olympia-Bewerbung von Köln Rhein-Ruhr schnell abhaken. „Ein olympischer Marathon auf unserer Strecke, wäre schon ein Traum gewesen“, sagt er. „Das NRW-Konzept war schon gut. Aber wohl doch nicht gut genug.“ Abgehakt. Am Sonntag wird es einen neuen Teilnehmerrekord geben. Das ist jetzt schon sicher.

Die Zahlen

Rund 41.500 Teilnehmer werden am Sonntag durch Köln laufen. Noch nie seit der Premiere 1997 waren mehr gemeldet. Besonders erfreulich: Für den Marathon sind knapp 13.800 Starttickets verkauft, das sind 25 Prozent mehr als vor einem Jahr und der beste Wert seit 20 Jahren.

„Vor vier Jahren nach der Corona-Pandemie waren es 4.200. Jetzt werden wir nach vielen Jahren im Ziel wieder mit einer fünfstelligen Zahl rechnen können“, sagt Markus Frisch. „Hätte man mir damals gefragt, wie es weitergeht, hätte ich geantwortet, dass wir den Laden wohl bald zumachen. Mit 18.000 Teilnehmern bei allen Wettbewerben lässt sich die Veranstaltung nicht finanzieren.“

2026 wird diese Zahl allein beim Halbmarathon überboten. Er ist mit 20.510 Meldungen seit Monaten ausgebucht. Am Staffelmarathon nehmen knapp 4400 in Viererstaffeln teil, beim Schulmarathon sind es 1470, die in 210 Teams zu je sieben Aktiven, die sich die 42,195 Kilometer lange Strecke teilen.

Der Frauenanteil liegt beim Marathon bei 25 Prozent, beim Halbmarathon sind es 48 Prozent. Insgesamt sind 74 Nationen mit knapp 2900 Aktiven vertreten, die meisten kommen aus den Niederlanden (535), Belgien (483) und Großbritannien (461). 13 Starter kommen aus Australien. Der Anteil der ausländischen Läufer liegt bei knapp sieben Prozent.

Die Altersklassen

Der Köln-Marathon ist nach der Corona-Pandemie deutlich jünger geworden. Das Durchschnittsalter beim Frauen-Marathon beträgt 34,7 Jahre (2019: 38,9 Jahre). Beim Halbmarathon sind es 35 Jahre (2019: 36,6 Jahre). Bei den Männern liegt es beim Marathon bei 36,1 Jahren (2019: 41,1), beim Halbmarathon sind es 38,8 (2019: 40,3). Der älteste Teilnehmer beim Marathon ist 79, die älteste Frau 75 Jahre alt.

Vorjahressieger Barnaba Kipkoech beim Zieleinlauf in der Komödienstraße. Der Kenianer stellte beim Köln-Marathon 2025 mit 2:06:54 Stunden einen Streckenrekord auf.

Die Lauf-Elite

Beim Marathon könnten die Streckenrekorde außerdem in Gefahr geraten. „Wir haben fünf Läuferinnen aus Kenia und Äthiopien verpflichtet, die unter 2:25 Stunden laufen können“, sagt Frisch. Der Rekord von 2:25:34 Stunden steht seit 2012, damals gelaufen von Helena Kirop aus Kenia. Als Favoritin gelten Agnes Keino (Kenia), deren Bestzeit von 2:22:53, gelaufen in Frankfurt im Herbst 2024, noch frisch ist. Hoch eingeschätzt wird auch Jackline Chepngeno (Kenia), deren Manager ihr eine Zeit um 2:22 Stunden zutraut.

Mit 2:06:54 Stunden rannte der Kenianer Barnaba Kipkoech im vergangenen Jahr eine neue Bestzeit bei den Männern. Er ist diesmal wegen einer Verletzung nicht am Start, will aber wenigstens als Tempomacher dazu beitragen, dass seine Bestmarke geknackt wird. Dass er bis ins Ziel läuft, gilt als unwahrscheinlich. Mit Bernard Kiprop Koech (Kenia) und Victor Kiplangat (Uganda) sind aber zwei Läufer am Start, die schon unter der Marke von 2:06 Stunden geblieben sind.

Der Start

Los geht’s wie immer am Sonntag ab 8.30 Uhr auf dem Ottoplatz vor dem Deutzer Bahnhof mit dem Start des Halbmarathons in mehreren Blöcken. Der Marathon beginnt an gleicher Stelle um 10.30 Uhr.

Die Strecke

Sie ist seit Jahren unverändert. „Köln ist vielleicht nicht die schönste Stadt, in der man laufen kann, aber wir haben hier das beste Publikum in Deutschland“, sagt Frisch. „Unsere Teilnehmer bestätigen uns immer wieder, dass die Stimmung hier schon außergewöhnlich ist, auch wenn in Berlin, Hamburg und Frankfurt ebenfalls viele Menschen an der Strecke stehen. Bei uns ist alles etwas anders. Der Köln-Marathon gehört für ambitionierte Läufer zu den Pflichtveranstaltungen, die man einfach mal gelaufen sein muss. Darauf sind wir schon stolz.“

Die Hotspots

Zählt man die Wechselzonen der Staffelläufer mit, wird es am Sonntag rund 60 Punkte an der Strecke geben, an denen die Läuferinnen und Läufer von Musikgruppen, DJs und Trommlern unterstützt werden. Der absolute Hotspot aus Sicht der Aktiven sind nach wie vor die Ringe zwischen Rudolfplatz und Friesenplatz, weil dort das Feld in beiden Richtungen unterwegs ist. Und natürlich der Zieleinlauf auf den Tribünen in der Komödienstraße im Schatten des Doms. Auch in den Veedeln, vor allem auf der Sülzburgstraße und der Berrenrather Straße in Sülz, der Dürener Straße in Lindenthal und der Venloer Straße in Ehrenfeld ist die Stimmung großartig.