Vor allem nach großen Veranstaltungen staut sich der Verkehr rund um die Philharmonie und die Parkhäuser regelmäßig.
Engpass für Kölner AutofahrerAlte Idee soll Stau auf der Trankgasse am Dom lindern

Stau an der Philharmonie in der Kölner Innenstadt
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Seit Mobilitätsdezernent Ascan Egerer die Trankgasse am Kölner Dom zur Fahrradstraße umgewandelt hat, staut sich der Verkehr dort regelmäßig – besonders nach großen Veranstaltungen in der Philharmonie oder im Domumfeld. Die Sperrung des Gulliver-Tunnels hat die Lage zusätzlich verschärft, weil eine wichtige Abflussmöglichkeit nach Norden fehlt. Egerer greift nun einen Vorschlag wieder auf, der bereits seit sieben Monaten vorliegt: eine zweite Linksabbiegerspur. Ein Termin für die Umsetzung ist weiterhin offen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Was will Egerer an der Trankgasse konkret verändern?
Auf der Trankgasse soll aus Richtung der Nord-Süd-Fahrt kommend eine zweite Fahrspur für das Abbiegen nach links entstehen – der bisherige Radweg dort fällt dafür weg. Die Ampelschaltung dort hatte die Stadt bereits im vergangenen Jahr angepasst. Geplant seien außerdem „technische Verbesserungen“ in den Parkhausein- und ‑ausfahrten.
Handelt es sich bei Egerers Ankündigung um eine Reaktion auf den Stau in den vergangenen Wochen?
Nur eingeschränkt. Der Vorschlag für eine zweite Linksabbiegerspur ist nicht neu. Diese Redaktion hatte bereits im Dezember 2025 über entsprechende Überlegungen berichtet. Grundlage ist ein Gutachten eines externen Ingenieurbüros, das Ende 2024 beauftragt worden war. Neu ist also nicht der Plan selbst, sondern dass das Mobilitätsdezernat ihn nun erneut öffentlich aufgreift. An der Umsetzung mangelt es aber nach wie vor.
Wann plant das Mobilitätsdezernat, die zweite Abbiegespur einzurichten?
Das ist nach wie vor unklar. Das Mobilitätsdezernat konnte auch am Montag auf Nachfrage keinen Termin nennen.
Was wird die zweite Abbiegespur bewirken und was nicht?
Die zweite Linksabbiegerspur würde vor allem den Verkehr entlasten, der von der Nord-Süd-Fahrt kommend in Richtung Dom-Tiefgarage und Philharmonie-Parkhaus abbiegen will. Sie könnte also helfen, die Parkhäuser schneller zu erreichen. Das Problem nach Veranstaltungen löst sie jedoch kaum: Wer aus den Parkhäusern herausfahren will, steht weiterhin vor denselben Engpässen – zumal die Ausfahrt nach Norden durch den Gulliver-Tunnel gesperrt ist. „Das bringt aus meiner Sicht nur sehr bedingt etwas. Die Parkhäuser werden schneller gefüllt sein als bislang, aber es wird sich hier trotzdem weiter stauen“, sagt Georg Plesser, Direktor des Excelsior Hotel Ernst an der Trankgasse.
Welche Rolle spielt die Sperrung des Gulliver-Tunnels?
Sie ist ein zentraler Grund dafür, dass sich die Lage zuletzt weiter zugespitzt hat. Aufgrund der Sperrung können Autofahrer von der Trankgasse aus nicht mehr direkt nach Norden auf die Rheinuferstraße fahren. Wer in Richtung Zoobrücke will, muss zunächst nach Süden durch den Rheinufertunnel fahren und an der Severinsbrücke wenden. Wer ins rechtsrheinische Köln fahren will, kann alternativ zum Wenden über die Deutzer Brücke fahren, landet dort aber am nächsten Nadelöhr: Am Ottoplatz fällt zurzeit aufgrund der Bauarbeiten für das neue LVR-Haus eine Fahrspur weg. Bliebe noch der Weg mitten durch die von Baustellen gezeichnete Altstadt.

Die Stadt Köln hat den Gulliver-Tunnel in der Innenstadt gesperrt.
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Wie lange bleibt der Gulliver-Tunnel noch gesperrt?
Das Mobilitätsdezernat konnte auf Nachfrage am Montag keinen Termin nennen.
Warum will Egerer die Trankgasse nicht zumindest vorübergehend wieder in Richtung Nord-Süd-Fahrt öffnen, sodass der Autoverkehr zu zwei Seiten abfließen kann?
Diese Nachfrage ließ das Mobilitätsdezernat am Montag unbeantwortet.
Welche möglichen Lösungen gibt es aus Sicht des ADAC?
Roman Suthold, Leiter Verkehr und Umwelt beim ADAC, schlägt vor, die Trankgasse bei großen Konzerten zeitweise wieder für Autos zu öffnen. Denkbar sei dafür ein Telematiksystem, mit dem die Stadt die Verkehrsführung aus der Ferne steuern könnte. Grundsätzlich bliebe die Trankgasse dann für Autos aus Richtung Westen und Norden gesperrt; bei Großveranstaltungen könnte die Regelung vorübergehend aufgehoben werden. Sollte sich die neue Verkehrsführung dauerhaft als untauglich erweisen, müsse die Stadt aus Sicht des ADAC auch eine Rücknahme prüfen. Köln sei auf die Wirtschaftskraft von Einpendlern angewiesen, sagt Suthold. Zentrale Orte wie die Philharmonie müssten auch mit dem Auto erreichbar bleiben.
Warum hat das Mobilitätsdezernat die Trankgasse überhaupt in eine Fahrradstraße umgewandelt?
Es gab einen politischen Beschluss, der es dem Mobilitätsdezernat erlaubte, einen Verkehrsversuch auf der Trankgasse zu starten. Angedacht war, während des Umbaus des Domsockels temporär eine Fahrradstraße einzurichten. Als die Bauarbeiten verschoben werden mussten, ließ Egerer den Verkehrsversuch 2023 trotzdem sofort stattfinden. Ob dafür ein erneuter politischer Beschluss nötig gewesen wäre, ist politisch nach wie vor umstritten. Die Sanierung des Domsockels startete erst im Januar 2026.