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Anklage erhobenEhemaliger Kölner Bandidos-Chef soll dauerhaft ins Gefängnis

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Bandidos

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Die Kölner Staatsanwaltschaft sieht bei dem Rocker eine Gefahr für die Allgemeinheit und hat eine Sicherungsverwahrung für den Mann beantragt.

Schnelle Autos, teure Klamotten und ein Jet-Set-Leben: Der ehemalige Kölner Bandidos-Chef (38) wird wegen seines früheren luxuriösen Lebensstil vom Boulevard der „Versace“-Rocker genannt. Mit dem Luxus ist es erst mal vorbei. Die Kölner Staatsanwaltschaft sieht bei dem Rocker eine Gefahr für die Allgemeinheit und hat eine Sicherungsverwahrung für den Mann beantragt. Die Staatsanwaltschaft hat den 38-Jährigen wegen zweifacher Anstiftung zum versuchten Mord und versuchter Anstiftung zur Falschaussage angeklagt. Dies bestätigte ein Landgerichtssprecher auf Anfrage der Rundschau. Derzeit sitzt der Rocker bereits wegen weiterer vorgeworfener Taten in Haft.

Wiederholt Ärger zwischen rivalisierenden Rockergruppen

Hintergrund der Anklagen sind eine Schießerei auf der Zoobrücke im Jahr 2018, Schüsse auf ein Lokal in Buchheim und der Versuch, einen Zeugen mit der Zahlung einer Geldsumme bei der Polizei zum Schweigen zu bringen. In diesem Zusammenhang soll eine sechsstellige Summe geflossen sein, teilte das Landgericht mit.

Ein Rückblick: Ende 2018 und Anfang 2019, hatte es wiederholt bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Rockergruppen der „Hells Angels“ und den „Bandidos“ auf Kölns Straßen gegeben, bei denen jeweils Schlag auf Gegenschlag folgte. Nur wenige Tage vor den Schüssen auf ein Auto auf der Zoobrücke hatten Mitglieder der „Hells Angels“ auf ein von „Bandidos“ frequentiertes Café in Kalk geschossen. Mehrere Personen wurden verletzt. Hintergrund der Schüsse war ein von „Bandidos“ veröffentlichtes Video, in dem sie sich über eine Führungskraft der   „Hells Angels“ lustig machten.

Eine weitere gewalttätige Auseinandersetzung mit einer Schussabgabe zwischen einem Mitglied der „Hells Angels“ und dem damaligen Bandidos-Boss gab es 2019 nach einem Besuch bei einem Steuerberater hinter dem Hauptbahnhof. Stunden danach waren wiederum bei einer Vergeltungsaktion 14 Schüsse auf die Tür eines Lokals in Buchheim abgegeben worden. Bei der Vergeltungsaktion soll auch hier der angeklagte Ex-Bandido-Chef die Fäden gezogen haben. Wann es zum Prozess kommt, ist noch unklar.