Unter dem Titel „Golden Mask“ wollen drei Organisatoren die traditionsreiche Location für ein neues Partyformat nutzen.
Event am 30. AprilFlora verwandelt sich beim Maskenball in eine Ballkulisse

Der Maskenball steigt im April in der Kölner Flora.
Copyright: Thomas Banneyer
Am 30. April wird vielerorts in Köln in den Mai getanzt. So geheimnisvoll wie es in diesem Jahr erstmals in der Flora zugeht, dürfte es aber nirgendwo sein. Unter Kronleuchtern, auf rotem Teppich und zwischen den historischen Sälen findet ein Maskenball statt. Unter dem Titel „Golden Mask“ wollen drei Organisatoren die traditionsreiche Location für ein neues Partyformat nutzen. Hinter dem Projekt steht ein Team um den 31-jährigen Axel Dieterle, der gemeinsam mit Dustin Vehling und Anna Körfer die Veranstaltung organisiert. „Das Mysteriöse an einem Maskenball hat mich schon immer fasziniert“, sagt Dieterle. Menschen, die sich für einen Abend hinter der Maske begegnen, das habe etwas Besonders und mache einen Teil des Reizes aus. Daher sollen die Gäste maskiert erscheinen. Klassische venezianische oder elegante Spitzmasken sind ausdrücklich erwünscht. Ganz streng bleibt das Spiel mit der Anonymität aber nicht. Punkt Mitternacht fällt die Maske und der Abend geht nahtlos in eine klassische Party über.
DJ statt Walzer beim Kölner Maskenball
Dieser Bruch ist Teil des Konzepts. Ein klassischer Maskenball wird mit Walzer und strengen Tanzregeln verbunden. In der Flora soll zwar die elegante Kulisse erhalten bleiben, die Atmosphäre orientiert sich am modernen Nachtleben. Statt formeller Tanzschritte stehen dicht gefüllte Tanzflächen, DJ-Sets und Partyhits im Mittelpunkt, anstelle von Walzer laufen R&B-Tracks, Hits der 2000er-Jahre und Mitsing-Songs. „Einfach Musik, die jeder kennt und bei der Stimmung entsteht“, sagt Dieterle. Die Kulisse der Flora wird mit zusätzlicher Technik und Dekoration ergänzt. Geplant sind unter anderem Podeste im Saal sowie Licht- und Deko-Elemente.

Axel Dieterle (von links) , Anna Körfer, Dustin Vehling veranstalten den Maskenball in der Flora.
Copyright: Thomas Banneyer
Die Flora sei der Wunschort gewesen, erzählt Dieterle. „Wir haben über ein Jahr gearbeitet, bis wir endlich die Chance bekommen haben“, sagt er. Dabei haben er und seine Mitveranstalter versucht, die Betreiber von einer großen Party für junge Gäste zu überzeugen. Das Team kann auf Veranstaltungen in Köln, darunter auf den Rheinterassen, verweisen. Seit der Zusage im Herbst laufen die Planungen.
Der Weg zu diesem Projekt begann für Dieterle mit einer anderen Idee. Der Unternehmer gründete eine App, die Veranstaltungen im Nachtleben sichtbarer machen sollte. Zuvor hatte er bereits eine Plattform entwickelt, die Menschen bei der Suche nach Wohngemeinschaften helfen sollte. Die Idee dahinter: Wer neu in eine Stadt zieht, sucht nicht nur eine Wohnung, sondern auch Kontakte und Möglichkeiten auszugehen. Eine App für das Nachtleben sollte genau diese Lücke schließen. Eigene Partys zu veranstalten, war ursprünglich vor allem als Marketing für die Plattform gedacht. Doch die Events entwickelten schnell eine Eigendynamik. „Die Veranstaltungen sind immer größer geworden“, sagt Dieterle. Inzwischen sind sie zu einem eigenständigen Projekt geworden.
Eintritt zwischen 20 und 40 Euro
Das Organisationsteam ist dabei ungewöhnlich für die Eventbranche. Anna Körfer arbeitet im Alltag als Polizistin, Dustin Vehling ist beruflich an einer privaten Hochschule. Vehling traf Dieterle zufällig, als dieser für seine App Werbung machte. Körfer lernte das Duo bei einer der ersten Partys kennen. Kurz darauf beschlossen die drei, gemeinsam Events zu organisieren. Die Motivation: Leidenschaft für Musik, Begegnungen und Nachtleben. „Wir lieben es einfach zu tanzen, zu feiern und Menschen zusammenzubringen“, sagt Dieterle.
Der Eintritt soll je nach Vorverkaufsphase zwischen etwa 20 und 40 Euro liegen. Die Zielgruppe sehen die Veranstalter zwischen 21 und 35 Jahren. Es gilt ein eleganter Dresscode – Abendkleid oder Hemd statt T-Shirt und Jeans. Ob die Idee aufgeht, wird sich am 30. April zeigen. Wenn alles nach Plan läuft, könnte die Flora für ein paar Stunden eine Atmosphäre erleben, die sonst eher aus Filmen über venezianische Maskenbälle bekannt ist. Nur eben mit deutlich mehr Party auf der Tanzfläche.
