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Jeder kann mitgehenOliver Kerk wandert aus der Eifel noh Kölle und gibt Konzerte am Abend

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Ein von Blumen gesäumter Wanderweg führt durch einen Wald in der Eifel.

Die schöne Landschaft genießen, Musik und Austausch sind auf den vier „Zo Foß noh Kölle“-Etappen angesagt.

Vier Etappen führen den Musiker und seine Mitwanderer von Hellenthal-Hecken über Mechernich-Lückerath, Euskirchen und Brühl nach Köln.

„Zo Foß noh Kölle jonn“ zu singen, ist das eine – der Ostermann-Klassiker ist schließlich bekannt genug. Tatsächlich zo Foß noh Kölle jonn, ist hingegen eine ganz andere Nummer, erst recht, wenn man etwa im Süden des Kreises daheim ist. Der Musiker Oliver Kerk setzt das tatsächlich in die Tat um. Ab Mittwoch macht er sich auf den Weg, um die Strecke in vier Etappen zu bewältigen. Mit dabei: seine „Bänd“ und Musikerfreunde – und jeder, der Zeit und Lust hat, den Weg aus der Eifel bis an den Rhein mitzuwandern.

Ausgangspunkt der Wanderung ist Hecken, wo auch die Idee entstanden ist. Im vergangenen Herbst, so berichtet Kerk, sei es in seinem Zivilberuf in einer kommunalen Verwaltung extrem stressig gewesen, so dass er keine Zeit gehabt habe, Sport zu machen. „Also bin ich abends, wenn ich nach Hause gekommen bin, noch eine Runde spazieren gegangen, um den Kopf freizubekommen“, erinnert er sich.

Beim Spaziergang in der Eifel entstand die Idee zu der Aktion

Entspannend sei das gewesen, wenn er so vor sich hin marschiert sei. Und als er eines Abends so im Trott gewesen sei, sei ihm das Lied von Willi Ostermann in den Sinn gekommen: Heimweh nach Kölle mit der „Zo Foß noh Kölle jonn“-Zeile. „Eigentlich müsste man doch mal...“, habe er sich gedacht, berichtet Kerk: „Eine richtig schön bekloppte Idee.“

Nicht von ungefähr fiel ihm beim Gehen die kölsche Hymne ein. Denn Musik mit Mundarttexten ist die Domäne von Oliver Kerk. Egal, ob mit „Kerk und Bänd“, „2old4U“ oder „Rock on Wood“, im Duo mit Kai Gehlen bei „Typ:Ich“, im Duo mit Hermann Heuser oder solo – immer wieder bricht bei dem Gitarristen und Sänger die Liebe zum kölschen Dialekt durch.

Oliver Kerk hat seine Gitarre in der Hand und sitzt vor einer Holzwand.

Zu Fuß nach Köln, mit Musik und Freunden: Das ist der Plan, den sich Oliver Kerk ausgedacht hat.Stephan Everling

Aus der Idee wurde im Laufe des Winters der Plan. „Wandern mit Freunden, am Abend Konzerte, und wer mitgehen will, kommt mit“, so Kerk. Heutzutage sei die Welt so polarisiert, dass es wichtig sei, miteinander ins Gespräch zu kommen, und dazu sei eine Wanderung eine tolle Möglichkeit.

Auch die „Bänd“ sei begeistert gewesen, als er die Idee vorgestellt habe, berichtet Kerk: „Ich habe mich mit Hermann zusammengesetzt, und wir haben ,Wenn mir noh Kölle jonn’ geschrieben.“ Im Studio von Jürgen Becker in Neuss wurde das Lied aufgenommen, abgemischt und ist nun auf allen gängigen Streamingportalen verfügbar.

Was genau passieren wird, ist auch für Oliver Kerk eine Überraschung

Was wird genau passieren ab Mittwoch auf den vier Etappen von der Eifel nach Köln? Oliver Kerk zuckt lachend mit den Schultern: „Im besten Fall etwas, wovon wir den Enkeln erzählen können.“ Etwas Muffen habe er schon, doch die Vorfreude sei groß. Mit Wanderungen habe er ein paar Erfahrungen gemacht: Als er jung gewesen sei, sei er mal vier Wochen in den schottischen Highlands unterwegs gewesen.

Das Interesse sei groß, viele haben laut Kerk bereits angekündigt, mitgehen zu wollen. „Ich habe das Gefühl, das fügt sich so, das gibt eine Synergie“, beschreibt er seine Erwartungen. Doch er habe keine Ahnung, wie viele mit ihm am Mittwoch starten. „Ich weiß nur, dass ich mit vier Leuten von der Band, einem Bollerwagen und ein paar Instrumenten in Hecken losgehen werde.“

Eine kleine Anlage werde von der Familie mit dem Anhänger zu den Auftrittsorten gefahren. Ohne Soundcheck und perfekte Verstärkung sollten die Konzerte sein. Und wer Lust und Laune hat, selbst ans Mikro zu treten, ist herzlich willkommen. „Wer Bock hat, macht mit, das ist die Idee“, sagt Kerk. Ein All-inclusive-Paket gibt’s ohnehin nicht: Wer mitwandern möchte, möge sich bitte selbst um die Verpflegung und bei mehreren Etappen auch um die Übernachtungsmöglichkeiten kümmern.

Wenn Kerk über das Wandern spricht, ist zu spüren, wie sehr er es schätzt: „Du bist verbunden mit allem, die Eindrücke sind eindringlich.“ Ansonsten lässt er sich überraschen: „Wanderlieder habe ich nicht vorbereitet.“


Der Etappenplan

  1. Am Mittwoch, 3. Juni, um 10 Uhr ist der Start in Hecken, Wiesenstraße 11. Von dort geht es über Feld- und Waldwege nach Lückerath. Hier wird auf dem Dorfplatz gegen 18 Uhr die erste Abendveranstaltung gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft veranstaltet. Auch der Musikverein Hecken hat sein Kommen angekündigt.
  2. Am Donnerstag, 4. Juni, ist um 9 Uhr Abmarsch in Lückerath, Hochstraße 6. Es geht in Richtung Euskirchen. Dort werden die Wanderer im Casino, Kaplan-Kellermann-Straße, erwartet. Hier soll, je nach Wetter, im Innenhof oder drinnen ab 18 Uhr das abendliche Konzert stattfinden. Geplant ist eine Liveschalte ins Chlodwigeck in der Kölner Südstadt, womit „Kerk und Bänd“ via Internet ihren Beitrag zur Benefizveranstaltung „Nit för Kooche“ liefern.
  3. Am Freitag, 5. Juni, machen sich die Wanderer um 9 Uhr vom Casino auf die längste Etappe nach Brühl. Dort wird in Kooperation mit der Stadt vor dem Rathaus ein Pavillon fürs Konzert aufgebaut, das ab 17 Uhr geplant ist und zu dem sich das Duo Susanne Riemer und Willi Geschwind bereits angekündigt hat. Das Konzert ist bis etwa 19.45 Uhr geplant, da Konrad Beikircher ab 20 Uhr im Rathaus-Innenhof auftritt.
  4. Am Samstag, 6. Juni, geht es um 9 Uhr in Brühl, Steinweg 1, los. An dem Tag wird es zwei Ziele geben: Zunächst wird die Ankunft in Köln um 16 Uhr mit einem Auftritt vor dem Ostermannbrunnen auf dem Ostermannplatz in der Altstadt gefeiert. Der eigentliche Abschlussabend findet im „Piranha“, Kyffhäuserstraße 28a, statt. Für „Kerk und Bänd“ ist das gewohntes Terrain, denn hier sind sie schon mehrmals aufgetreten.

Bei den Konzerten werden Spenden erbeten, um die Kosten des Projektes zu decken. Was darüber hinausgehe, werde gespendet, so Kerk. Weitere Informationen sind auf der Website der Band zu finden. Wer Kontakt mit der Wandergruppe aufnehmen will, kann das über die Telefonnummer 0178/1539033 tun.