Ulla Stuckmann hatte Spenden gesammelt, um an ihren Großvater zu erinnern, der wegen seiner offenen Kritik am Nazi-Regime verhaftet und misshandelt wurde.
Erinnerung in Köln-DeutzEnkelin sorgt für Stolperstein zu Ehren ihres Großvaters

Feldmanns Enkelin, Ulla Stuckmann, organisierte die Stolpersteinverlegung.
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Auf der Tempelstraße 28 erinnert ein frisch verlegter Stolperstein an den Übersetzer und Journalisten Richard Feldmann (1884-1972). Der Kölner war nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten mehrfach wegen Mitgliedschaft in der seinerzeit verbotenen Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) festgenommen worden und in Siegburg sowie Börgermoor inhaftiert. Feldmann überlebte zwar, war jedoch nach Auskunft seiner Enkelin Ulla Stuckmann durch die systematischen Folterungen seelisch gebrochen. Er starb im Alter von 88 Jahren.
Den Stein hatte sich Stuckmann anstatt Geschenken zu ihrem 74. Geburtstag im vergangenen Jahr gewünscht (wir berichteten, ). Im Zuge der Spendenaktion kam eine Summe von rund 500 Euro zustande, die drei weitere Mahnobjekte finanzieren. Vor dem hiesigen Gymnasium Schaurtestraße soll dabei an ehemalige Schüler erinnert werden, die ebenfalls Opfer des menschenverachtenden Regimes wurden. Die aktuelle Einbettung des messingbeschlagenen, handgravierten Steines erfolgte am 24. Juni, dem Geburtstag von Feldmanns erster Ehefrau Helena, die im gleichen Gebäude das Licht der Welt erblickte. Unterstützung bei der Organisation der Veranstaltung erfuhr Stuckmann vom Bürgerzentrum Deutz. Zum Abschluss der Zeremonie, an der rund 50 Personen teilnahmen, wurde Hannes Waders Antikriegslied „Traum vom Frieden“ angestimmt.
Offener Gegner der NSDAP
„Ich bin froh, in einer Familie aufgewachsen zu sein, in der faschistisches Gedankengut nicht vorhanden war. Großvater hätte sich bestimmt über diese Form des Gedenkens gefreut, er hätte aber auch darauf hingewiesen, dass es Millionen andere Menschen gibt, die Ähnliches oder Schlimmeres erlebt haben und nicht vergessen werden dürfen“, zeigte sich Ulla Stuckmann während ihrer Rede bewegt. Dem einstigen Soldaten im Ersten Weltkrieg und Sohn des Saarbrücker Oberbürgermeisters Friedrich Feldmann waren die Nazis zuwider.
Er verweigerte den Hitlergruß und verbot seinen Kindern den Eintritt in die Jugendorganisation der NSDAP. Ihren Großvater behält die einstige Mitarbeiterin des lokalen Bürgerzentrums als äußerst belesenen Zeitzeugen in Erinnerung, bei dem sich die Bücher bis unter die Zimmerdecke auftürmten. „Ich wusste ja mit meinen 20 Jahren damals nicht, dass dieser so gemütlich wirkende alte Mann auch viel Leid erfahren hatte“, erzählt die heutige Rentnerin und hofft auf die zahlreiche Nachahmung ihres erfüllten Geburtstagswunsches.
