Während viele Fußball-Fans und Offizielle mit der Weltmeisterschaft in Katar hadern, laufen die Vorbereitungen für die Europameisterschaft in Deutschland. Im Sommer 2024 wird dann auch Köln im Blickpunkt stehen.
Euro 2024DFB-Delegation um Philipp Lahm hofft auf „Aufbruchstimmung“

Turnierdirektor Philipp Lahm und DFB-Vizepräsidentin Celia Sasic tragen sich im Beisein von Oberbürgermeisterin Henriette Reker (l.) ins Gästebuch der Stadt ein.
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Als die Welt im Jahr 2006 zu Gast bei Freunden war, so der Slogan der damaligen Fußball-WM in Deutschland, hatte Philipp Lahm am 9. Juni mit seinem Treffer gegen Costa Rica eine Welle der Euphorie ausgelöst. Fahnen hingen aus den Fenstern und an Autodächern, und im Grunde war das perfekt vermarktete „Sommermärchen“ auch die Geburtsstunde des kollektiven Fußballschauens auf großen Plätzen. Derzeit ist wieder WM und keine Fahnen hängen an den Fenstern. Zumindest im Kölner Rathaus war am Donnerstag geflaggt - allerdings für die „Euro 2024“, bei der auch in Köln gespielt werden wird.
Stadt Köln startet Online-Umfrage zur Euro 2024
Der Fußball, so kann man die Erwartungshaltung von Turnierdirektor Philipp Lahm interpretieren, wird wohl eine Weile brauchen, um sich vom Katar-Schock zu erholen. „Ich wünsche mir eine Aufbruchstimmung und ein neues Wir-Gefühl. Das kann so ein großes Ereignis schaffen“, sagt Philipp Lahm und meint die Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land. Auch Celia Šašić, Vize-Präsidentin des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hofft auf einen „Schlüsselmoment“ und schwärmt im Rathaus von der „historischen Chance, dieses Gemeinschaftsgefühl wieder zurückzuholen“.
Ich wünsche mir eine Aufbruchstimmung und ein neues Wir-Gefühl. Das kann so ein großes Ereignis schaffen.
Deutschland ist nicht Katar, und gerade Köln präsentiert sich gerne als weltoffene Sportstadt. Am Donnerstag hat Köln eine Online-Umfrage veröffentlicht, in der die Stadt die Einstellung der Menschen zur Fußball-EM 2024 abfragt und auf Anregungen hofft. „Meine Motivation als Gastgeberin ist in den vergangenen Tagen noch gestiegen, denn wir sind mit die Ersten, die beginnen können, das Bild wieder gerade zu rücken für einen Fußball, der offen ist für alle“, so Reker.
Mehr als 1000 Volunteers werden in Köln benötigt, laut Sportamtschef Gregor Timmer sollen möglichst „viele Menschen mit Behinderung eingebunden werden“. Ohnehin hat die Stadt große Pläne für all das, was außerhalb des Stadion passieren wird. Kulturdezernent Stefan Charles kündigte im Rathaus ein „Kulturangebot für internationale Gäste“ an, die Kultureinrichtungen sollen sich dabei in der Altstadt der Öffentlichkeit präsentieren. Ziel sei es, „die Vielfalt der Kölner Kulturszene darzustellen“, so Charles.
Gefeilt wird derzeit noch am Fan-Konzept. Der Tanzbrunnen soll zum Fan-Dorf werden, inzwischen ist jedoch nicht mehr davon die Rede, dort alle EM-Spiele als Public Viewing zeigen zu wollen. „Wir werden sicherlich die deutschen Spiele zeigen und auch die Spiele, die in Köln stattfinden“, kündigt Kölns EM-Beauftragter Hans Stommel an. Ansonsten werde man „auf die Bedürfnisse der Fans eingehen“.
Zuletzt hatten Geschäftsleute in der Altstadt kritisiert, dass auch auf dem Alter Markt Public Viewing geplant ist. Die Stadt will Fans in den Tanzbrunnen lotsen und dort auch ein umfangreiches Bühnenprogramm als Anreiz bieten. Noch sind 560 Tage Zeit.
