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Nach Terror-VerdachtAm Kölner Dom kehrt wieder mehr Normalität zurück

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Vor dem Dom bildete sich am Dienstag eine lange Schlange.

Vor dem Dom bildete sich am Dienstag eine lange Schlange.

Nach dem Ende der Polizeipräsenz dürfen Besucher und Touristen die weltberühmte Kathedrale betreten. Allerdings gelten weiterhin strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Und wieder bilden sich Schlangen vor dem Dom. Doch nun unter veränderten Vorzeichen. Mussten sich Gottesdienstbesucher zwischen Weihnachten und Heilige Drei Könige in vorgelagerten Zelten von der Polizei visitieren lassen und Touristen sich gänzlich mit dem Blick von Außen begnügen, so war am Dienstag der erste Tag ohne direkte Polizeipräsenz am Dom. Besucher und Touristen durften wieder hinein in die weltberühmte Kathedrale. Doch wie angekündigt, ohne umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen ist das nach der Terrorwarnung zu Silvester freilich noch nicht möglich.

Köln: Domschweizer kontrollieren nun die Taschen

Die Domschweizer haben nun die alleinige Hoheit an der Pforte des Doms – und damit auch eine große Verantwortung. Sie durchsuchen die Taschen der Besucher, und zwar gründlich. Erlaubt ist nur „Gepäck“ in DIN A4-Format. Koffer und Rucksäcke dürfen nicht mitgeführt werden. Das Rein und Raus wie bei einem Bienenstock – sonst üblich am Dom – kann es unter diesen Bedingungen natürlich noch nicht geben. In den frühen Nachmittagstunden des Dienstag bildet sich deshalb eine Schlage auf der Domplatte, in der nur selten weniger als 50   Besucher anstehen.

Doch die nehmen die Wartezeit mit Geduld und Verständnis hin. „Die Größe und die Architektur des Doms ist sehr beeindruckend“, sagen zwei Touristen, die aus den USA nach Köln gereist sind. „Es ist beeindruckend, das mit eigenen Augen zu sehen“, genießen sie während des Wartens auf Einlass einfach die imposante Erscheinung des Gotikbaus.

Die Fassade ist wieder aus allen gewünschten Blickwinkeln zu bestaunen. Am Dienstagvormittag wurden die Drängelgitter entfernt. Die beiden Zelte, in denen die Polizeibeamten Seit an Seit mit den Domschweizern die Visitationen durchgeführt haben, sind abgebaut.

Ein weiteres Pärchen ist aus dem Umland nach Köln gekommen, nachdem es gehört hat, das Wahrzeichen kann wieder besichtigt werden:   „Es ist Jahre her, dass wir das letzte Mal im Dom waren. Als wir am Montag mitbekommen haben, dass der Dom wieder öffnet und der Schrein der Heiligen drei Könige zu sehen sein wird, haben wir uns entschieden, uns auf den Weg zu machen.“ Doch eine Information, die sie nicht erreicht hat, machte ihnen einen kleinen Strich durch die Rechnung. Der Dom ist in den ersten Tag nach Abzug der Polizei vorerst in Abschnitten zu besichtigen. Noch ist nicht der ganze Kirchraum wieder frei begehbar. Auch die Schatzkammer bleibt noch geschlossen. „Deshalb sind wir etwas enttäuscht“, sagt das Pärchen.

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