Während Grüne, SPD, Linke und Volt bislang an der Fahrradstraße festhalten, verlangen CDU und FDP/KSG eine sofortige Öffnung.
Stau am DomCDU und FDP wollen Trankgasse in Kölner Altstadt für Autos öffnen lassen

Autofahrer, die zur Rheinuferstraße fahren wollen, stehen in der Kölner Altsatdt im Stau.
Copyright: rs
Nach dem wiederholten Stau-Chaos rund um den Kölner Dom erhöhen CDU und FDP/KSG den Druck auf die Stadtverwaltung. Die beiden Ratsfraktionen haben im Hauptausschuss des Stadtrats am 10. August einen Antrag dazu gestellt. Ziel ist es, die Trankgasse „vollständig und unverzüglich“ wieder für den Autoverkehr zu öffnen – zumindest in westlicher Richtung zwischen Johannisstraße und Marzellenstraße. Damit soll eine direkte Verbindung von der nördlichen Altstadt zur Nord-Süd-Fahrt entstehen.
Forderung nach Provisorium
Zugleich fordern die beiden Fraktionen, die seit März gesperrte Ausfahrt aus dem Gulliver-Tunnel zwischen Bahngleisen und Museum Ludwig in Richtung Norden kurzfristig wieder befahrbar zu machen. Als mögliche Lösung nennen sie ein Provisorium, wie etwa eine Verschalung. Der Tunnel ist wegen Schäden im Gewölbe aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres gesperrt. Seitdem fehlt Autofahrern, die aus der Altstadt und den Parkhäusern dort kommen, die direkte Ausfahrt auf die Rheinuferstraße in Richtung Norden.
Das Problem hatte sich am CSD-Wochenende deutlich gezeigt. Nach großen Veranstaltungen müssen alle Autofahrer zunächst in Richtung Süden fahren und anschließend im Bereich der Severinsbrücke wenden. Eine neu eingerichtete zusätzliche Linksabbiegerspur von der Trankgasse in Richtung Süden und Osten brachte nach Darstellung der Antragsteller keine Entlastung. Auch der ADAC hatte bezweifelt, dass die neue Spur das eigentliche Problem löst: Sie erleichtere eher den Zufluss von der Rheinuferstraße ins Domumfeld, nicht aber den Abfluss nach größeren Veranstaltungen.

Die aktuelle Verkehrsführung im Domumfeld
Copyright: Böhne
Die Trankgasse ist seit einem Ratsbeschluss aus dem Jahr 2022 im Zuge der Neuordnung des Domumfelds als Fahrradstraße eingerichtet und für den Autoverkehr gesperrt. CDU und FDP/KSG sehen darin angesichts der Tunnelsperrung eine nicht mehr tragfähige Verkehrsführung. Die Öffnung der Trankgasse würde aus ihrer Sicht verhindern, dass sich der gesamte Verkehr aus der nördlichen Altstadt vor dem gesperrten Gulliver-Tunnel staut.
Politisch bleibt der Vorstoß umstritten. Grüne, SPD, Linke und Volt hatten eine Öffnung der Trankgasse zuletzt abgelehnt. Sie verweisen auf die Baustellensituation am Domsockel, den Schutz von Fußgängern und Radfahrern sowie das Ziel, den Autoverkehr im Domumfeld langfristig zu reduzieren. Die SPD plädiert zudem dafür, die Lage zunächst über mehrere Wochen zu beobachten und anschließend auszuwerten.
CDU und FDP/KSG wollen die Verwaltung mit ihrem Antrag hingegen zu einem kurzfristigen Handeln verpflichten – entweder durch eine Öffnung der Trankgasse, durch eine provisorische Lösung am Tunnel oder durch beides.

