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Kölner CDUPetelkau tritt erneut an -  Kritik von innerparteilichen Gegnern

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Seit gut zehn Jahren ist Bernd Petelkau Vorsitzender der Kölner CDU.

Bernd Petelkau will auch weiterhin die Kölner CDU führen - auch gegen Widerstände aus der eigenen Partei.

CDU-Parteichef Bernd tritt erneut an: Eine Kampfkandidatur auf dem Parteitag Ende März soll Klarheit über den Vorsitz der Kölner CDU bringen. Petelkau tritt gegen  Karl Alexander Mandl aus dem Kreis „Zukunft jetzt“ an. Der kritisiert Petelkaus Vorgehen scharf. 

Die Rundschau hatte es am Donnerstag bereits vermeldet, nun ist es offiziell: Parteichef Bernd Petelkau tritt noch einmal für den Posten des Kölner CDU-Chefs an und steigt somit gegen seinen parteiinternen Kritiker Karl Alexander Mandl und dessen Unterstützerkreis „Zukunft jetzt“ in den Ring. „Ich bin von sechs Kölner Bezirksvorsitzenden gebeten worden zu kandidieren“, begründet er seinen Entschluss. Petelkau wird in jedem Fall Fraktionsvorsitzender bleiben – auch wenn er gegen Mandl verlieren sollte. Damit wird es auf dem CDU-Parteitag am 25. März auf eine Kampfabstimmung herauslaufen. Es sei denn, Mandl würde seine Kandidatur zurückziehen: „Wir werden diesbezüglich das Gespräch mit ihm suchen“, erklärt Petelkau.

Ich halte diese späte Kandidatur für unanständig.
Karl Alexander Mandl

Der will erwartungsgemäß von einem Rückzug wenig wissen. „Gespräche sind immer gut. Aber wenn es um die Rücknahme der Kandidatur geht, werde ich dasselbe von ihm fordern“, sagt Mandl. Es persönlich sei zwar nicht überrascht worden von Petelkaus Erklärung, auch nicht von deren Zeitpunkt. „Aber ich bin schon extrem befremdet darüber, dass die Parteimitglieder aus der Presse von der Kandidatur erfahren. Das spricht nicht für deren Wertschätzung“, sagt Mandl und geht noch einen Schritt weiter: „Ich halte diese späte Kandidatur für unanständig. Wer als Amtsinhaber so lange zögert, zaudert und taktiert verweigert den Mitgliedern die Möglichkeit, Kandidaten zu vergleichen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung mit Anne Henk-Hollstein, Janina Jänsch, Konrad Adenauer und Thomas Schneider.

Vier-Punkte-Katalog für fairen Wahlkampf

Wie tief das Misstrauen mittlerweile sitzt, vermag ein Vier-Punkte-Katalog zu verdeutlichen, den „Zukunft jetzt“ an Petelkau richtet. Darin geht es um die Anweisung an die Kreisgeschäftsstelle zur Durchführung eines „fairen und offenen Wahlkampfs“ und den Zugang zu den gleichen Mitteln zur Werbung, um eine Terminierung von offenen Vorstellungsrunden der Kandidaten in allen Stadtbezirken, um die Terminierung einer Vorbesprechung der Kandidatenteams und eines gemeinsamen Vorschlages zur Einsetzung von gleich zwei Versammlungsleitern sowie um die Abstellung von „Wahlbeobachtern“ die den Ablauf des Kreisparteitags von der Anmeldung bis zur Stimmauszählung beobachten und dokumentieren. Vertrauen in die andere Seite sieht anders aus.

Scharfe Kritik übt Karl Alexander Mandl nicht nur am Zeitpunkt der Bekanntgabe von Bernd Petelkaus Kandidatur.

Karl Alexander Mandl tritt gegen Bernd Petelkau an. Er gehört dem innerparteilichen Oppositionskreis „Zukunft jetzt“ an.

Petelkau selbst sieht seine Kandidatur nach zehn Jahren, in denen die CDU massiv Wählerstimmen einbüßte, unter guten Vorzeichen. Die Voraussetzungen seien andere als in den vergangenen Jahren, die Erfolge der CDU sichtbar. Die Schuloffensive trage Früchte, die Wirtschaft vermelde Rekordstände. Und Berlin habe vor Kurzem erst gezeigt, „dass die CDU auch Großstadt kann“. Auch dort habe man den Kandidaten mit Erfolg nicht gewechselt. Was eigene Ambitionen auf das Amt des Oberbürgermeisters angeht, hält sich Petelkau bedeckt – das sei „momentan kein Thema“. Sicher sei nur, dass die CDU einen eigenen Kandidaten aufstellen werde – der dann vor allen gemeinsam getragen werden müsse.