Der Kölner Kultur-Soli ergänzt Opern-, und Schauspieltickets um einen Euro für die Freie Szene, um deren Fortbestand zu sichern.
Ein Euro pro Opernticket für Freie SzeneKölner Kultur-Soli auf nächste Spielzeit verlängert

Über den Solidaritäts-Euro auch des Kölner Opern-Publikums sind in der Spielzeit 2025/26 rund 234.000 Euro für die Freie Szene zusammengekommen (Archivbild).
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Der Kölner Kultur-Soli wird es auch in der neuen Spielzeit der Kölner Bühnen weiter geben. Das haben die Betriebsausschüsse des Stadtrates zu den Bühnen der Stadt und dem Gürzenich-Orchester am Mittwoch unter den demokratischen Fraktionen einstimmig entschieden. Ticketpreise für Oper, Schauspiel, Tanz und Konzerte des Gürzenich-Orchesters werden um einen Euro, den Kultur-Soli, erhöht – der kommt vollständig der freien Kulturszene in Köln zugute.
Zu ihr zählen Akteure und Institutionen, die unabhängig von staatlichen oder kommerziellen Großstrukturen arbeiten – also nicht an öffentliche Theater, Museen oder etablierte kommerzielle Produktionshäuser gebunden sind. Der Euro wird nicht auf ermäßigte Tickets oder für Ehrengäste aufgeschlagen, beim Kauf kann der Euro freiwillig trotzdem gezahlt werden.
Die Fraktionen der Grünen, SPD, Linke und Volt hatten die Verlängerung des Solidaritäts-Euros vorgeschlagen, den es auch in der Spielzeit 2025/26 bereits gab. Die kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Ratsfraktion sagte: „Er ist ein Signal zur Wertschätzung und Unterstützung der freien Szene. Mit dem heutigen Beschluss zeigen wir, dass die freie Kulturszene weiter auf uns zählen kann.“
Unterstützung für Freie Szene als „kreatives Fundament Kölns“
Die Freie Szene bekommt die dramatische Finanzlage der Stadt Köln bereits zu spüren. Sie wird aber als wichtige Säule neben stadteigenen Kulturinstitutionen erachtet, weil sie gesellschaftliche Reflexion und Innovation bietet und zur kulturellen Vielfalt beiträgt. Der Soli aus der vorigen Spielzeit floss vollständig in ihren Etat, die Mittel „dienten dazu, Kürzungen abzufedern“, teilte die Stadtverwaltung mit.
Sie hat ausgewertet, wieviel Geld über den Soli eingenommen wurde: Im jahr 2025 sind über die Kartenverkäufe des Gürzenich-Orchesters 23.496 Euro zusammengekommen, für die erste Hälfte dieses Jahres liegen erst Schätzwerte in Höhe von rund 27.000 Euro vor. Die Bühnen Köln (Oper, Schauspiel, Tanz) haben bis dato 183.906,40 Euro für die Freie Szene eingebracht. Das macht zusammen etwa 234.000 Euro.
Maria Helmis-Arend, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, sagte: „Die Resonanz aus der vergangenen Spielzeit hat eindrucksvoll bewiesen, dass das Publikum der großen städtischen Häuser bereit ist, mit einem minimalen Beitrag Großes für die Vielfalt unserer Stadt zu bewirken. Die freie Szene ist das kreative Fundament Kölns.“
Das Konzept wenden seit zwei Monaten auch Kölner Club- und Konzerthallenbetreiber an, die gemeinsam den „Club-Euro“ erfunden haben. Tickets für Tourneen der Weltstars werden immer teurer, kleine Livestätten hingegen kämpfen ums Überleben. In einen gemeinsamen Solidarfonds zwischen den Locations zahlen nun die großen Musikbühnen einen Teil ihrer Kartengebühr ein, mit der die kleinen Live-Stätten bezuschusst werden. Dass die Szene einer Großstadt selbst solch ein Hilfsinstrument entwickelt, ist in dieser Form in Deutschland bisher einmalig.
