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Kommentar zum Wallraf-Richartz-Museum
Die Stadt hat in letzter Sekunde die Reißleine gezogen

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2 min
Wallraf-Richartz-Museum

Bauarbeiten am Wallraf-Richartz-Museum in Köln (Archivbild)

Der Schaden der Debatte um den Anbau ans Kölner Museum ist beachtlich. Das Klirren des zerschlagenen Porzellans erklingt weit über die Grenzen Kölns hinaus. Ein Kommentar

Ist das Nichthandeln Ausdruck eines Unwillens, den Anbau ans Wallraf-Richartz-Museum zu realisieren?   Was nach einer Formfrage klingt, ist der Hebel für den Rückzug der Werke durch die Fondation Corboud. Es stand kurz davor, dass die Stiftung diese Frage von Anwälten hätte beantworten lassen. Die Stadt hat in letzter Sekunde die Reißleine gezogen, in dem sie nun willigere Planer beauftragen will.

Der Schaden ist dennoch beachtlich. Das Klirren des zerschlagenen Porzellans erklingt weit über die Grenzen Kölns hinaus. Oder, wie es der Stifterratsvorsitzende Peter Jungen am Dienstagabend auf einem Symposium ausdrückte: „Die Stadt Köln muss lernen, mit Geschenken umzugehen, sie zu würdigen, sie zu schützen und sie zu ehren – auch ihre Sammler und Stifter.“ Welcher Sammler auch immer zurzeit auf der Suche nach einer Heimat für seine Schätze sein sollte, aus Köln empfängt er das Signal: Fern halten.Hier nehmen Kunst und Stifter Schaden.

Dabei ist noch nicht gesagt, dass mit dem Ziehen der Reißleine auch ein Schlussstrich gezogen wird. Im nächsten Herbst beginnen die Tiefbauarbeiten? Es wäre nicht das erste Planungsbüro, dass sich an der Stadt die Zähne ausbeißt.

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