Köln will beim Aufbau der Lade-Infrastruktur für E-Autos aufholen. Auch private Unternehmen dürfen demnach bald Säulen betreiben - wenn der Rat entsprechend beschließt.
Ladestationen in KölnStrom künftig auch von privaten Anbietern

Jetzt aber schnell: Private Anbieter sollen in Köln künftig beim Aufbau der Lade-Infrastruktur mitwirken.
Copyright: dpa
Köln hinkt anderen Großstädten hinterher, was die Lade-Infrastruktur für E-Autos angeht. Das soll sich nun ändern, und zwar mithilfe privater Investoren. Nicht nur die Stadtwerke (SWK) dürfen demnach Ladepunkte im öffentlichen Raum errichten - sie sind bereits mit 1000 Ladepunkten im Stadtgebiet beauftragt -, zusätzlich sollen sich auch private Unternehmen am Infrastrukturausbau beteiligen können. Der Rat entscheidet in seiner Sitzung am Donnerstag, 7. Dezember, über die Marktöffnung.
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur sei für die Erreichung der Klimaneutralität Kölns bis 2035 von großer Bedeutung, erklärt Verkehrsdezernent Ascan Egerer: „Wir haben 2018 damit angefangen, flächendeckend E-Ladesäulen auch in den Außenbezirken aufzubauen. Mit der Marktöffnung geben wir einen zusätzlichen Impuls für einen beschleunigten Aufbau eines dichten Ladenetzes.“
Wir geben damit einen zusätzlichen Impuls
Das Antragsverfahren zum Ausbau von E-Ladesäulen im öffentlichen Straßenland wurde dazu grundlegend überarbeitet. Eine entsprechende Richtlinie wird dem Rat im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung vorgelegt. Die Marktöffnung erfordert eine Anpassung der Beauftragung der Stadtwerke (SWK) sowie des bisherigen Planungs- und Genehmigungsprozesses. Bisher planten und bauten die Stadtwerke pro Halbjahr parallel in jeweils drei Bezirken. In Zukunft kann davon abgewichen werden, da andere Marktteilnehmer an keine bezirksweisen Planungs- und Bauzyklen gebunden sind.
Bezirksvertretungen nicht mehr beteiligt
Allerdings regt sich aus den Bezirken auch Widerstand gegen die neue Verordnung. Denn diese sieht auch vor, die Bezirksvertretungen im Gegensatz zu bisher außen vor zu lassen. Bisher waren sie in den Entscheidungsprozess über den Standort künftiger E-Säulen eingebunden. Stattdessen sollen die Bürgerinnen und Bürger über das bereits bekannte Portal www.ladestationen.koeln geeignete Standorte melden können, die dann von den SWK auf Umsetzbarkeit geprüft und beantragt werden. Die bereits beschlossenen E-Ladesäulen sollen weiter nach Anteil der Bevölkerung auf die jeweiligen Stadtbezirke verteilt werden.
München und Hamburg vor Köln
Insgesamt gibt es laut Verwaltung in Köln momentan 577 öffentlich zugängliche E-Ladesäulenstandorte mit insgesamt 1112 Ladepunkten auf öffentlichen und privaten Flächen wie Supermarktparkplätzen. Zum Vergleich: Hamburg verfügt bereits jetzt über 1600 Ladepunkte, weitere sind im Verfahren. München bietet zurzeit allein im reinen Straßenland rund 1200 Ladepunkte, insgesamt rechnet die Verwaltung dort mit 1850. Weitere 2800 sind bereits beschlossen beschlossen.
Um den „hohen Koordinierungs-, Prüf- und Beratungsaufwand“ bewältigen zu können, wird ein „Büro für E-Ladesäuleninfrastruktur“ im Amt für Verkehrsmanagement die Koordination und technische Betreuung des Ausbaus der E-Ladesäuleninfrastruktur übernehmen. Die dafür erforderlichen Personalressourcen sollen durch eine Verwaltungsgebühr teilfinanziert werden.
