Bis das Ensemble neu gebaut ist, werden allerdings Jahre vergehen.
Kölner InnenstadtLeerstände an der Hohe Straße sollen bald abgebrochen werden

Die seit langem leerstehende Gebäude auf der Hohe Straße – links das ehemalige Wempe-Ladenlokal – sollen abgebrochen werden. In dem Riegel ist nur noch Dyson vertreten.
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Es ist seit Jahren ein trauriges Bild an der Hohe Straße: Das ehemalige Ladenlokal des Juweliers Wempe und einige kleine Nachbarhäuser stehen leer, die Fassaden sind verrammelt. Zuletzt zog im Herbst 2025 die Modemarke Uniqlo aus dem großen, erst 2018 errichteten Eckhaus an der Gürzenichstraße aus – nur noch die Edel-Haushaltsgerätemarke Dyson hält in dem Gebäuderiegel tapfer durch.
Nun kündigt der Kölner Projektentwickler Art-Invest, dem sämtliche Gebäude gehören, an, dass für den Bereich jetzt ein Bauantrag bei der Stadt eingereicht wird. Wie Investment-Manager Jonas Ede sagt, will Art-Invest die leer stehenden kleinen Häuser samt dem Ex-Wempe-Sitz abbrechen und auf dem Gelände dann im Stil des Uniqlo-Gebäudes neu bauen, so dass ein einheitliches Bild entsteht. Angestrebt wird eine Mischnutzung aus Einzelhandel und Wohnen. Der Abbruch soll Ende dieses Jahres beginnen. Fertig sein soll das Ensemble nach jetziger Planung 2029. Bis diese Wunde auf der Hohe Straße geheilt ist, wird es also weitere Jahre dauern.
Uniqlo zog an die Schildergasse um
Das Wempe-Ladenlokal steht seit 2022 leer, der Juwelier ist an den Wallrafplatz gezogen. Seit mehreren Jahren schon hatte Art-Invest sich bemüht, die Nachbarhäuser aufzukaufen. Dies ist nun offenbar gelungen.
Auch das Uniqlo-Gebäude, obwohl nur wenige Jahre alt, soll umgebaut werden. 2018 war die japanische Modemarke auf fünf Etagen in den Neubau eingezogen. Das Gebäude mit den hohen Fenstern wurde damals als ideal für die Präsentation der Mode gepriesen. Doch vergangenes Jahr zog Uniqlo auf eine wesentlich kleinere Fläche auf die Schildergasse gegenüber des Kaufhof-Gebäudes um. Dieser Standort sei „prominenter“ und kompakter, war die Begründung.

Im leerstehenden Ex-Uniqlo-Sitz an der Ecke Gürzenichstraße sind nun Kunstwerke ausgestellt.
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Beim Umbau soll die Einzelhandelsfläche reduziert werden. Man sei in einem „guten Gespräch“ mit Nachmietern, so Jonas Ede. In den oberen Etagen sollen unter anderem Wohnungen entstehen. Jetzt sind die leeren Schaufenster für die Übergangszeit wenigstens etwas verschönert worden. Werke der Kölner Künstlerinnen Jeannette de Payrebrune und Jovita Majewski vom Kunstzentrum Wachsfabrik sind hier seit Kurzem ausgestellt – eine gemeinsame Initiative vom Verein Stadtmarketing und Art-Invest. Stadtmarketing-Geschäftsführerin Annett Polster bemüht sich seit Langem, dass Leerstände so zwischengenutzt werden. „Hier gilt es anzuknüpfen, das lokale Netzwerk zu aktivieren und der Kunst eine Bühne zu bieten, um sich gemeinsam für die Stadt zu engagieren.“
Auch die Schaufenster des Ex-Wempe-Ladenlokals sollen bald neu gestaltet werden, kündigt Art-Invest an. Hier hängen seit Oktober 2022 Entwürfe von Kölner Städtebau-Studenten für eine grüne City mit Verweilplätzen und Dachterrassen. Umgesetzt wurde davon nichts.