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IsolationLVR-Chefärztin beschreibt die Folgen der Corona-Krise für psychisch Kranke

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Ulrike Schultheis, Chefärztin ander LVR-Klinik Köln.

Köln – Gruppentherapien für psychisch Kranke fallen aktuell in den Kliniken wegen der Corona-Krise aus. Viele Betreuungsangebote in den Sozial-Psychiatrischen Zentren (SPZ) der Stadt finden aus denselben Gründen nicht statt. Vielen Menschen mit psychischen Erkrankungen geht es daher schlechter als vor der Krise. Zudem steigen die Fälle von Depressionen und Angststörungen insgesamt an.

„Wir haben noch keine genauen Zahlen, weil es noch keine Studien gibt“, erläutert Ulrike Schultheis, Chefärztin der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotraumatologie der LVR-Klinik Köln. Aber es gebe Befragungen seitens der AOK Rheinland und Hamburg sowie der Techniker Krankenkasse, die von eine Zunahme psychischer Störungen von etwa 20 Prozent seit dem Frühjahr ausgehen. „Wir rechnen mit ersten Studienergebnissen bis Anfang 2021.

Isolation führe erfahrungsgemäß zu psychischen Problemen

Es ist aber davon auszugehen, dass sich die genannten Zahlen weitestgehend bestätigen werden, da größere Isolationen erfahrungsgemäß bei Menschen vermehrt zu psychischen Problemen führen“, so Schultheis. Hinzu kämen die Corona-bedingten häuslichen familiären Belastungen. „Viele Eltern und Kinder sind durch Homeoffice, Homeschooling und eingeschränkte Freizeitmöglichkeiten seelisch und stressbedingt überfordert.“

Diese Art von Belastungsstörungen seien vor der Krise spürbar weniger gewesen. Auch die stationären Behandlungen psychisch Kranker in der LVR-Klinik sind in der Corona-Krise mehr geworden. Das führe auch zu höheren Belastungen beim Personal in den psychosomatischen Abteilungen, so die LVR-Chefärztin. Etwas abgefangen werde das durch die fehlenden Gruppentherapieangebote, die wegen der Corona-Auflagen nicht mehr stattfinden können.

Hilfen für Menschen mit psychischen Problemen und Angehörige

Zum Thema „Seelische Gesundheit und Corona“, hat die Eckhard-Busch-Stiftung auf ihrer Internetseite viele überregionale Angebote zusammengefasst. Dazu auf der Seite in das Suchfeld das Stichwort „coronavirus“ eingeben und auf die entsprechende Beratungsseite klicken.

Psychisch Kranke und deren Angehörige können  Beratungen und Hilfen in Köln über eine Reihe von Angeboten einholen – darunter auch eine Notfall-Telefonnummer. Die Stadt hat auf ihrer Internetseite eine Übersicht dazu eingestellt. In das Suchfeld der Stadtseite (www.stadt-koeln.de) das Stichwort „Psychiatrie“ eingeben und dann auf der entsprechenden Seite das Feld „Psychische Krisen“ anklicken, um auf die Infoseite zu gelangen.

Neben den fachspezifischen Beratungsangeboten des Sozialpsychiatrischen Dienstes oder der Kontakt- und Beratungsstellen in den Sozialpsychiatrischen Zentren, gibt es in Köln auch eine Reihe von Einrichtungen, die Beratung zu Existenzsicherung, Erziehung, Schulden, Betreuungsangelegenheiten, Partnerschaft oder rechtlichen Fragen anbieten.

In den psychosomatischen Ambulanzen der Kliniken gebe es zwar einen größeren Zulauf als vor der Krise. Allerdings sei dies auch im momentanen zweiten Lockdown-Szenario kein größeres Problem, da viele Patienten aus Angst vor Corona gar nicht kommen würden und auf telefonische Anfragen zurückgriffen.

Schultheis weist daraufhin, dass man für die LVR-Klinik eine Hotline eingerichtet habe, unter der Patienten und Angehörige zu jeder Tages- und Nachtzeit medizinisches Fachpersonal erreichen können. Auch in den städtischen Kliniken gebe es ähnliche Angebote.

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„Vor der Corona-Krise wurden Telefonberatungs- und Online-Video-Angebote nur vereinzelt genutzt. Das hat sich sehr stark verändert“, hebt die LVR-Chefärztin hervor. Man rechne auch damit, dass viele Patienten auch nach der Krise diese Angebote neben der wichtigen persönlichen Betreuung zusätzlich wahrnehmen werden.