Köln – „Meilenstein“, „gut angelegtes Geld“, „schnelle Wege“ und „leistungsfähig“ – bei der Vorstellung des neuen Feuerwehrzentrums am Mittwochmittag in Kalk fanden die Verantwortlichen, wie üblich bei solchen Terminen, lobende Worte für die neue Errungenschaft. Doch in diesem Fall dürften die Vorschusslorbeeren berechtigt sein. Mit der nagelneuen Wache an der Gummersbacher Straße verbessert sich für die Feuerwehr besonders im Rechtsrheinischen sehr viel.
Ein großer Vorteil ist: Die Werkstätten der Feuerwehr Köln sind an einem Ort gebündelt. Die Einsatzkräfte müssen beispielsweise Schläuche, ihre Kleidung und andere wichtige Gegenstände für den Einsatz nicht aus verschiedenen Wachen einsammeln – diesmal sind alle wichtigen Gegenstände für die Brandbekämpfung in einem Haus. „Die Verfügbarkeit für die Kräfte ist größer. Es geschieht alles aus einer Hand“, lobt der scheidende Feuerwehrchef Johannes Feyrer das Bauwerk. Die Eröffnung wird er allerdings nicht mehr erleben – Anfang Mai ist Schluss. Dann übernimmt Dr. Christian Miller, der stolz ist, bald Chef dieses modernen Gebäudes zu sein. „Das Haus ist um die Löschzüge herumgebaut. Es geht uns um kurze Wege und schnelle Ausrückzeiten“, betonte Miller.
Blick in die Wache
Am kommenden Samstag können Besucher beim „Tag der Feuerwehr“ das neue Zentrum für die Einsatzkräfte kennenlernen. Die Feuerwehr wird den Besucher vieles aus ihrem breiten Spektrum anschaulich darstellen und zahlreiche Einsatzwagen und Geräte vorstellen. Neben dem Blick in die Arbeit der Feuerwehr wird es für die Besucher auch Getränke und Speisen geben. Start 10 Uhr, Ende gegen 17 Uhr. (ta)
Vermutlich noch in diesem Jahr werden rund 200 Einsatzkräfte in Kalk arbeiten – auf einer Fläche von 8.000 Quadratmetern. Eigentlich sollten schon im vergangenen Jahr von Deutz aus Einsätze gefahren werden. Doch es kam zu Problemen bei den Bauarbeiten, die zu einer Kostensteigerung geführt haben. Geplant war die Investition von 27,23 Millionen Euro – nun sind knapp 34 Millionen Euro Kosten vorgesehen. Feyrer sagte, dass Firmen schlechte Leistungen abgeliefert hätten und nannte Probleme bei Estricharbeiten. Stadtdirektor Stephan Keller sprach angesichts der hohen Investitionen von „gut angelegtem Geld für die Sicherheit Kölns“.
Beim Blick auf das neue innovative Gebäude und auf die bisherige Feuer- und Rettungswache 10 an der Gießener Straße kann von einem Quantensprung gesprochen werden. Das Haus an der Gießener Straße stammt aus dem Jahr 1911 – eine Sanierung wäre nicht wirtschaftlich. „Dort ist nicht genug Platz vorhanden, um eine moderne Feuerwehr unterzubringen“, sagte Feyrer. Ein weiterer Vorteil: Das Gebäude auf dem ehemaligen Gelände der Chemischen Fabrik Kalk ist verkehrstechnisch sehr gut angeboten. In kurzer Zeit sind die Kräfte auf der Zoobrücke, den nahen Autobahnen und in den rechtsrheinischen Stadtteilen.
