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Krankenstand und PersonalmangelNotstand in Kitas laut Stadt Köln „historisch“

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Blick in eine Kita (Symbolbild)

Ein hoher Krankenstand und Personalmangel sorgt in Kitas in Köln für große Probleme.

Mit einem „Elternbrief“ hat die Stadt am Donnerstag auf den hohen Krankenstand und den Personalmangel bei Erzieherinnen und Erziehern in städtischen Kitas reagiert.

„Die Lage ist von historischem Ausmaß“, schreibt Dagmar Niederlein, Leiterin des Amtes für Kinder, Jugend und Familie. In vielen Kitas könne derzeit nur eine Notbetreuung angeboten werden. Zum Teil müssen Kinder frühzeitig abgeholt werden, andernorts werden Gruppen teilweise zusammengelegt oder nur ein Teil der Kinder betreut. Die Hiobsbotschaft der Stadt: „Eine Verbesserung der Personalsituation ist zumindest kurzfristig nicht in Sicht.“

Hilferuf an die Politik — Hoffen auf Quereinsteiger

Die Verzweiflung bei vielen Eltern ist groß, denn sie müssen sich Urlaub nehmen oder für eine Alternativen kümmern, um die Betreuung ihres Kindes gewährleisten zu können. „In der momentanen Situation rückt der Regelbetrieb aufgrund des bestehenden Personalmangels immer wieder in den Hintergrund“, teilt die Stadt mit. Entsprechend groß sei die Not „und das nachvollziehbare Unverständnis über ein reduziertes Bildungs- und Betreuungsangebot.“

Nicht nur der Krankenstand bereitet der Stadt Sorge, sondern vielmehr ein grundsätzlicher Mangel an Fachkräften. Der demografische Wandel sei spürbar, auch in den kommenden Jahren werden sich viele erfahrene Erzieherinnen und Erzieher in den Ruhestand verabschieden. Um gegenzusteuern, hat die Stadt bereits ihre Ausbildungskapazitäten erhöht. Ab Januar soll nun in den 700 städtischen Kitas die Betreuung in Fünf-Stunden-Schritten reduziert werden, sobald der erforderliche Betreuungsschlüssel unterschritten wird. „Die Problemlagen sind ein gesamtgesellschaftliches und vor allem politisches Problem, welches dringend angegangen werden muss“, fordert Niederlein.

Nun suche die Stadt auch verstärkt nach Quereinsteigern. Ziel sei es, „ein Mindestmaß an Flexibilität und Steuerungsmöglichkeit zu erhalten“, so die Amtsleiterin. In dem Schreiben erklärt die Stadt auch, dass Eltern aufgrunf fehlender Qualifizierungen nicht einfach für die Notbetreung einer Kita-Gruppe einspringen können. (tho)

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