Schwerer RaubSo lautet das Urteil im „Pink Panther“-Prozess in Köln

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Der Angeklagte wurde im Juli 2022 unter massiven Sicherheitsvorkehrungen ins Gericht gebracht.

Der Angeklagte wurde im Juli 2022 zum Prozess-Auftakt unter massiven Sicherheitsvorkehrungen ins Gericht gebracht.

Bei einem Überfall auf einen Werttransporter im Jahr 2016 hatten die Täter 2016 Beute im Wert von 588.000 Euro mitgehen lassen.

Die Anwohner am Justizzentrum an der Luxembruger Straße können ein bisschen Aufatmen: Am Freitag ist nach 38 Verhandlungstagen einer von zwei am Landgericht anhängigen Hochsicherheitsprozessen zu Ende gegangen. In Zukunft wird es somit „nur“ noch an Verhandlungstagen im Prozess gegen den ehemaligen Reemtsma-Entführer Thomas Drach zu Straßensperren, Hubschrauberflügen und einem Großaufgebot schwer bewaffneter Polizeibeamter kommen.

Der Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied (35) der berüchtigten Räuberbande „Pink Panther“ endete am Freitag jedenfalls mit einem Schuld- und zwei Freisprüchen.

Der Schuldspruch erging wegen besonders schweren Raubes auf einen Werttransporter in Esslingen bei Stuttgart im Oktober 2016. Die 17. Große Strafkammer verurteilte den Mann zu sechseinhalb Jahren Haft wegen besonders schweren Raubs. Ob der Mann aber tatsächlich zur „Pink Panther“-Bande gehörte — immerhin der Grund für den hohen Sicherheitsaufwand — zu dieser Frage traf das Gericht keine Feststellungen.

„Pink Panther“: Prozess begann im Juli 2022

Festgestellt wurde lediglich, dass einer der beiden Mittäter in Esslingen Kontakt zu „Pink Panther“ gehabt habe. Der Raub sei von einem „hohen Organisationsgrad, hoher Professionalität und hoher krimineller Energie“ geprägt gewesen. Die Täter hatten die Besatzung des Transporters mit Schusswaffen bedroht und einen der Fahrer mit einem Faustschlag niedergestreckt. Die Beute damals: Schmuck, Edelmetalle und hochwertige Uhren im Gesamtwert von rund 588 000 Euro.

Das Gericht ordnete zudem die Einziehung des entsprechenden Geldbetrags an, für den die drei Täter aber gemeinsam haften. Die Mittäter waren bereits 2017 vom Landgericht zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Einer von ihnen hatte im nun zu Ende gegangenen Prozess als Zeuge ausgesagt. Prozessbeteiligten und Publikum wird der Auftritt des 42-Jährigen in Erinnerung bleiben: Mit einer Abbildung des Rosaroten Panthers auf dem T-Shirt war der Mazedonier in den Zeugenstand getreten.

Für zwei weitere angeklagte Überfälle auf Juweliergeschäfte in Sülz und Nippes in den Jahren 2015 und 2016 sprach das Gericht den Vater einer zweieinhalb Jahre alten Tochter frei. Bei dem Raub 2015 in Sülz hatte der Ladenbesitzer die Räuber mit einem Baseballschläger in die Flucht schlagen können. Der Besitzer eines Schmuckgeschäfts in Nippes hatte weniger Glück: Er wurde niedergeschlagen und mit pinken Handschellen gefesselt. Zwar habe es durchaus auch in diesen beiden Fällen Indizien für eine Tatbeteiligung des Angeklagten gegeben.

Diese seien aber „zu schwach“ gewesen: „Aus unserer Sicht hat es für eine Verurteilung nicht gereicht“, sagte Helmes. Die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre Haft für alle drei Fälle gefordert. Die Verteidigung hatte hingegen auf Freisprüche plädiert. „Das ist ein sehr beachtlicher Teilerfolg für die Verteidigung. Wir haben zwei astreine Freisprüche erreicht“, sagte Verteidiger Michael D. Hakner auf Nachfrage. Ob man Revision einlegen werde, sei noch unklar. „Das entscheidet man nicht aus dem Bauch“, sagte Hakner.

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