Köln – Die ganz große Überraschung ist es vielleicht nicht, die Zahlen sind dennoch beeindruckend. Die unternehmerischen Dienstleistungen sind mit einem Anteil von etwas über 18 Prozent und mehr als 108.000 Beschäftigten der größte Branchenkomplex in Köln. Danach folgen das Gesundheits- und Sozialwesen mit 13 Prozent und der Handel mit zwölf Prozent. Um dies genauer nachzuvollziehen, lohnt ein Blick in die aktuellen statistischen Nachrichten der Stadt Köln.
Robust auch in der Pandemie
Denn dieser Branchenkomplex präsentiert sich trotz Corona-Pandemie als ziemlich robust: Von März 2020 bis März 2021 gingen vergleichsweise wenige Arbeitsplätze verloren – 3100 oder 2,8 Prozent insgesamt. Vor der Pandemie hatten die unternehmensbezogenen Dienstleistungen noch den höchsten Beschäftigungszuwachs aller Kölner Branchen erzielt: Die Beschäftigtenzahl stieg von 2011 bis 2020 um rund 34.500 auf 111.000. Auffällig ist zudem, dass der Anteil unternehmerischer Dienstleistungen in den Städten deutlich höher ist als im Landesdurchschnitt. Köln kommt auf besagte 18 Prozent, die Landeshauptstadt Düsseldorf sogar auf gut ein Viertel aller Stellen – in NRW sind es dagegen nur knapp 13, deutschlandweit etwa zwölf Prozent.

Copyright: KR-Grafik: isotype.com
In der Verwaltung und Führung von Unternehmen arbeiten in Köln 18.100 Beschäftigte, davon zwei Drittel mit akademischen Abschluss. Hier gab es im Zehn-Jahres-Zeitraum mit 10.400 Arbeitsplätzen auch die größten Beschäftigtenzuwächse. Die Zeitarbeits- und die Reinigungsbranche rutschten auf die Plätze zwei und drei ab. In der Zeitarbeit haben vier von fünf Beschäftigen keinen akademischen Abschluss, die Beschäftigtenzahl blieb mit 15 200 nahezu unverändert. In der Reinigungsbranche arbeiten 11.300 Beschäftigte, es folgen Public-Relations-und Unternehmensberatung mit etwa 10.000 Beschäftigten, Architektur und Ingenieurbüros mit 9000 sowie die Rechtsberatung mit 7700 Arbeitsplätzen.
Das könnte Sie auch interessieren:
Wie weit manche Branchen noch von einer Gleichstellung von Männern und Frauen entfernt sind, lässt sich anhand einiger kurzer Beispiele festmachen: Obwohl knapp drei Viertel aller Beschäftigten in der Rechtsberatung Frauen sind, haben hier gerade einmal 30 Prozent einen akademischen Berufsabschluss – bei den Männern sind es 71 Prozent. In der Reinigungsbranche haben Frauen einen Anteil von gut zwei Dritteln, während vier von fünf Beschäftigten im Bereich der Hausmeisterdienste wiederum Männer sind. Der Teilzeitanteil liegt bei Frauen mit 41 Prozent etwas mehr als doppelt so hoch wie bei Männern. Den höchsten Teilzeitanteil gibt es bei Frauen in der Reinigungsbranche mit über 80 Prozent.
Die Stadt der Wirtschaftsprüfer
Köln war und ist im Übrigen die Stadt der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, auch wenn Corona-bedingt hier der Anteil der Beschäftigten etwas zurückging. In den letzten zehn Jahren gab es in diesem Bereich einen Zuwachs von etwas über 50 Prozent unter den Vergleichsstädten ähnlicher Größenordnung. Auch in der Unternehmensführung und in der Forschung holte Köln mächtig auf. Die Zuwachsraten lagen hier in den letzten zehn Jahren jeweils bei über 100 Prozent, nur Düsseldorf (Unternehmensführung) und Stuttgart (Forschung) konnten noch etwas mehr zulegen.


