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GeldwäscheRazzia in Bergheim, Troisdorf und Köln – Spur führt zum Eigelstein

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Auch in der Kölner Weidengasse fanden Durchsuchungen statt.

Köln/Troisdorf/Bergheim – Bei diesem Einsatz schauten sich die Ermittler jeden Geldschein genau an: Größere Mengen nicht deklarierten Bargeldes hatten Fahnder des Landeskriminalamtes aus Düsseldorf am Dienstagvormittag nach Köln geführt. Immer wieder sind in den vergangenen Monaten am Kölner Airport und an anderen deutschen Flughäfen bei der Ausreise in die Türkei höhere Bargeldsummen entdeckt worden. „Die Summen sind nicht beim Zoll angegeben worden“, sagte ein mit dem Fall betrauter Beamter. Bis 10 000 Euro ist das nicht notwendig – jeder Betrag darüber muss angemeldet werden. Bei der Kontrolle der Passagiere stellten die Fahnder fest, dass es sich um Menschen aus dem Umfeld von drei Juwelieren aus der Weidengasse handelt. In einigen Fällen, so die Polizei weiter, seien es auch direkte Angehörige der Inhaber gewesen. Vereinzelt sollen die Tatverdächtigen „sehr hohe Summen“ dabei gehabt haben. In welcher Höhe genau, teilten die Beamten nicht mit.

Geldwäche

Mehrere Betriebe wurden in Köln durchsucht.

Die langwierigen Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft, Zoll und Landeskriminalamtes führten schließlich zu der spektakulären Razzia. „Wir führen ein Strafverfahren gegen sechs Beschuldigte wegen des Verdachts der gewerbsmäßigen Geldwäsche“, teilte ein Sprecher der Kölner Anklagebehörde mit. Es besteht der Verdacht, dass das Geld ins Ausland transferiert werden sollte. Wohin in der Türkei das Geld fließen sollte, ist ein wichtiger Bestandteil der Ermittlungen. Insgesamt gab es zehn Durchsuchungen, darunter auch die Privaträume der Verdächtigen in Bergheim und Troisdorf. Festgenommen wurde zunächst niemand. In den Räumen auf der türkisch geprägten Meile im Eigelstein-Viertel ließen die Ermittler nichts außer Acht. Die Videokameras in den Läden wurden untersucht, die Vitrinen mit Schmuck begutachte, Schubladen herausgezogen und auch eine Wohnung über einem Juweliergeschäft geöffnet. Insgesamt durchsuchten die Ermittler auf der Weidengasse die Geschäftsräume von drei Juwelieren. Wie die Rundschau erfuhr, stellten die Beamten dabei so viel Bargeld sicher, dass nach Beginn der Razzia eine Geldzählmaschine geholt werden musste. Auch Festplatten von Computer seien sichergestellt worden.

Die Weidengasse ist damit binnen weniger Tagen wieder Schauplatz einer Razzia gewesen. Am Freitag durchsuchte die Kölner Polizei zwei Bars, die als Treffpunkte im Rockermilieu gelten. Die Ermittler haben seit längerem die Erkenntnis, dass die Weidengasse und angrenzende Straßen vermehrt eine Drehscheibe für Straftaten im Bereich der Organisierten Kriminalität sind. „Wir werden weiter intensiv gegen jede Form von Kriminalität vorgehen“, machte ein Polizist deutlich.