Nach einem Bauschaden musste das Urania-Theater aus der Ehrenfelder Spielstätte ziehen. Jetzt hat es ein neues Zuhause gefunden.
„Was für die Seele“Urania-Theater öffnet neue Spielstätte am Kölner Zoo

Direkt vor dem Kölner Zoo haben Theaterdirektorin Bettina Montazem und ihre Töchter Lea Montazem und Rosa Dahm den neuen Standort ihres Theaters eröffnet.
Copyright: Uwe Weiser
Kronleuchter, Spiegel und Samt, dazu eine runde Bühne in der Mitte: Das neue Zuhause des Urania-Theaters erinnert an einen Varietépalast der 1920er-Jahre. Am Wochenende wurde das Spiegelzelt am Kölner Zoo eingeweiht – mit einem Auszug aus dem neuen Programm, drei religiösen Segnungen und, wie es sich für Spielzelte gehört, einer Zelttaufe auf Kölsch. „Was für die Seele“, beschreiben Theaterdirektorin Bettina Montazem und ihre Töchter Lea Montazem und Rosa Dahm das Theater am neuen Standort auf der eigenen Website.
Vor den Toren des Kölner Zoos
Nachdem das unabhängige Theater seine ursprüngliche Spielstätte in Ehrenfeld wegen eines Bauschadens kurzfristig hatte verlassen müssen, fand sich eine Zwischenlösung: Das Theater zog nach Mülheim in ein gemietetes Spiegelzelt. Jetzt haben die Theatermacherinnen eine neue Heimat gefunden – direkt vor den Toren des Kölner Zoos.
„Der Spiegelpalast, den wir in Mülheim gemietet haben, war eine Notlösung. Wir sind in dieser Notlösung aber sehr glücklich geworden“, sagt Bettina Montazem. Deswegen habe man sich entschlossen, am neuen Standort nicht zurück auf eine klassische Theaterbühne zu wechseln, sondern erneut ein Spiegelzelt zu errichten. Die schwere Zeit sei so zu einer Chance geworden, das Theater für ein mehrdimensionales Spielfeld weiterzuentwickeln, sagt Bernd Jacke, ein Wegbegleiter der Familie. Dabei habe auch die Stadt Köln massiv unterstützt.
Das neue Zelt hat verspiegelte Wände, Holzbalken und Samtvorhänge. Die runde Bühne hat Ähnlichkeiten mit einer Manege, die Grenzen zwischen Zirkus und Theater verschwimmen: „Wir sind Mischwesen“, so sagt Montazem. „Bei uns gibt es alles – Theater, Zirkus und Musik.“ Das zeigt sich auch im neuen Programm. Am 18. September startet die neu entwickelte Show „Der Jongleur von Notre Dame.“ Im Mittelpunkt steht dabei als Hauptdarsteller der international bekannte Jongleur Kris Kremo, der schon vor der Queen aufgetreten sein soll. Ein kleiner Ausschnitt versprach bei der Eröffnung des Theaters eine wilde Mischung aus mittelalterlich anmutender Musik und auffallenden Kostümen mit Pfauenfedern, Fracks und Federboas. Für einige Vorstellungen gibt es noch Tickets. „Ich hoffe, dass wir unsere Zuschauer richtig glücklich machen können. Dass wir für zwei Stunden das Herz leichter, den Kopf frei und Schönheit fühlen lassen können“, sagt Theaterdirektorin Montazem.
Das soll nun am neuen Standort direkt vor den Toren des Kölner Zoos geschehen. Zoodirektor Theo Pagel hat die neuen Nachbarn herzlich begrüßt: „Als wir gefragt wurden, haben wir gesagt: Bitte, kommen Sie. Wir haben Platz!“ Die neue Verbundenheit besiegelt Pagel mit der Zelttaufe – natürlich mit einer Magnumflasche Kölsch.

Zoodirektor Theo Pagel tauft den Urania-Spiegelpalast nach Zirkustradition – mit Kölsch.
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Für Bettina Montazem ist der neue Standort auch ein Bekenntnis zur Stadt. Das Urania-Theater verstehe sich als ein Ort der offenen Gesellschaft, ein Ort der Menschlichkeit, so betont es die Theaterdirektorin immer wieder. Daher kommt der Segen für das Zelt nicht nur von einem katholischen Priester, sondern auch von Vertretern des islamischen und jüdischen Glaubens.
Der Shanty-Chor der „Stattgarde Colonia Ahoj“ singt bei der Eröffnung ‚Liebe ist Alles‘ von Rosenstolz. „Das hier soll ein Ort sein, an dem Menschen aller Religionen, aller Länder zusammenkommen können. Es ist meine persönliche Liebeserklärung an die Stadt“, sagt Montazem. „Alle großen Städte in Deutschland – Berlin, München – haben einen Spiegelpalast. Köln hat ihn jetzt wirklich verdient.“

Neues Zelt, neues Programm: „Der Jongleur von Notre Dame“ mit Star-Jongleur Kris Kremo ist ab 18. September zu sehen.
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