Die privatwirtschaftliche Initiative wird von namhaften Vertretern aus Wirtschaft und Kultur begrüßt.
Reaktionen aus Wirtschaft und KulturViel Applaus für Kölner Musical-Plan in der City

So könnte das neue Musical auf der Schildergasse aussehen.
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Die Pläne für ein neues Musical-Theater auf der Schildergasse stoßen auf ein positives Echo. Nach dem Bericht unserer Redaktion gibt es Zustimmung aus der Kölner Wirtschaft sowie von Kulturschaffenden. Helmut Schmidt, Vorstandsvorsitzender des Vereins Stadtmarketing, sieht in dem Vorhaben des Unternehmers Frank Blase und dessen Firma Apiro Entertainment „eine großartige Chance, die Kölner Innenstadt vielfältiger zu entwickeln und um einen Besuchsanlass für eine der meistbesuchten Einkaufsstraßen Europas zu erweitern.“
Wie berichtet, waren die Pläne für die Umgestaltung und Sanierung des „C&A-Hauses“ in ein Musical-Theater am Dienstag Thema im Gestaltungsbeirat der Stadt. Auch hier wurde das Vorhaben begrüßt, auch wenn es sich nur um einen ersten Aufschlag handelte.
Kölner Wirtschaft begrüßt Musical-Pläne für die Schildergasse
Stadtmarketing, die Interessenvertretung der Kölner Wirtschaft, begründet die Zustimmung mit dem Strukturwandel, den Innenstädte seit Jahren durchlaufen. Zwar sei der Einkauf laut der Studie „Vitale Innenstädte 2024“ mit 60 Prozent nach wie vor Hauptanlass für einen Innenstadtbesuch, gastronomische und kulturelle Angebote würden aber zunehmend wichtiger. Ein Musicalhaus mitten in der zentralen Einkaufsstraße könnte demnach nicht nur neue Besuchergruppen anziehen, sondern auch die Frequenz außerhalb der Ladenöffnungszeiten erhöhen.
„Innenstädte mit Charakter und Identität gewinnen an Bedeutung und es werden individuelle, aufregende Erfahrungen im multifunktionalen Rahmen von den Besuchern erwartet“, sagt Schmidt und verweist auf das 2020 eröffnete „Antoniter City Quartier“ neben dem Weltstadthaus von Peek & Cloppenburg. Die mittlere Schildergasse sei dadurch aufgewertet worden. Durch die Nähe zu den Bühnen am Offenbachplatz, an die sich das Theater in der Opernpassage und die Museen im Kolumbaquartier anschließen, ließen sich laut Schmidt Synergien nutzen, um neue Besuchergruppen für die Kultureinrichtungen zu gewinnen.

Der Entwurf sieht unter anderem zwei Säle vor.
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Auch aus Deutschlands größter Multifunktionsarena kommt Zustimmung: Stefan Löcher, Chef der Lanxess-Arena, sagt: „Wir begrüßen grundsätzlich jedes privatwirtschaftliche Engagement, das den Kultur- und Veranstaltungsstandort Köln stärkt. Als privatwirtschaftlich betriebene Arena wissen wir aus eigener Erfahrung, wie viel unternehmerischer Mut und Engagement hinter solchen Projekten stecken.“
Ein neues Musical-Theater wäre eine Bereicherung für die Kölner Kulturlandschaft. „Je vielfältiger und attraktiver das Angebot in unserer Stadt ist, desto mehr Menschen kommen nach Köln, um hier besondere Live-Erlebnisse zu genießen. Davon profitieren am Ende alle – die Veranstaltungsstätten ebenso wie die Gastronomie, die Hotellerie und der Tourismus insgesamt.“

Ralf Kokemüller ist Chef von Limelight Live
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Auch aus der Musical-Branche selbst kommt Zuspruch. Ralf Kokemüller war mehr als 25 Jahre Geschäftsführer von BB Promotion, das unter anderem zahlreiche Produktionen im Musical Dome Köln auf die Bühne brachte. 2024 gründete er gemeinsam mit Semmel Concerts das Unternehmen Limelight Live Entertainment GmbH mit Sitz in Mannheim. „Ich kann da nur Positives sehen. Köln wird als Kulturstandort weiter aufgewertet und als Stadt noch attraktiver gemacht.“

Das geplante Musical grenzt an die Nord-Süd-Fahrt.
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Jedes zusätzliche Theater bereichere die Kulturszene und habe positive Auswirkungen auf die Stadtgesellschaft und für die Wirtschaft in Köln. Frank Blases Fokus auf die Entwicklung von neuen, deutschsprachigen Eigenproduktionen sei ein großer Impuls für die kreative Landschaft, wovon Künstler, Kreative und auch Produzenten profitieren. Kokemüller weiter: „Die so entstehenden Stücke ergänzen den Musicalstandort Köln gut mit den international eingekauften Blockbustern im Musical Dome und später im Theater am Rhein.“
Mit Kölns größtem Musical-Bau soll 2027 neben dem Staatenhaus in Deutz begonnen werden. Hannes Hauswald, Geschäftsführer des Betreibers ATG Entertainment, sagt: „Wir freuen uns über jede Initiative, die Köln als Kulturstandort weiter stärkt. Ein vielfältiges Angebot an Bühnen und Produktionen bereichert die Stadt und schafft zusätzliche Anziehungskraft für Kölnerinnen und Kölner ebenso wie für Gäste. Dass weiter in Live-Entertainment investiert wird, ist ein starkes Zeichen für den Standort Köln und sein großes Potenzial.“

Martin Doepke komponierte unter anderem die Musik für „Die Schöne und das Biest.“
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Grundsätzlich begrüßt auch Ralf Borgartz die Pläne Blases: „Mehr Angebot macht mehr Lust auf Theater.“ Dem Chef des Scala-Theaters stellt sich allerdings die Frage, ob es mit dem Depot 1 in Mülheim, dem Theater am Rhein und einem weiteren Haus in der City drei Spielstätten brauche. „Was Köln wirklich fehlt, ist ein Tanztheater wie in Hamburg oder Stuttgart“, sagt Borgartz.
Die privatwirtschaftliche Initiative unterstützt neben Borgartz auch Martin Doepke. Der Kölner Pianist und Komponist, der mit seiner Musik als Schöpfer von Musical-Erfolgen wie „Die Schöne und das Biest“ oder „Robin Hood“ gilt, weiß aber auch: „Die Idee, Köln zur Musical-Stadt zu machen, gab es schon öfter. Warum auch immer – bislang hat es Köln nicht hinbekommen.“

