- 66 Brunnen sprudeln in diesem Jahr in Köln. Hitzegeplagte haben damit eine so große Auswahl wie noch nie zuvor.
- In der Hitze sind die Brunnen in Köln begehrt, aber leider auch nicht ungefährlich.
- Wir führen auf, worauf man unbedingt achten sollte.
Köln – Wohnungen wie Backöfen, Straßenpflaster wie Herdplatten, Sitzbänke wie Waffeleisen – die Menschen in Köln lechzen nach Abkühlung in diesen Tagen, in denen die Quecksilbersäulen nach oben kraxeln wie weiland der Messner am Mount Everest. Da entwickeln die städtischen Brunnen die hypnotische Sogwirkung einer Fata Morgana in der Sahara. Wo immer möglich, werden Füße, Hände Arme, sogar Köpfe oder gleich der ganze Körper ins kühle Nass gesteckt. Doch die schnelle Erfrischung ist nicht ganz ohne Risiko. Brunnen sind nämlich keine Freibäder.
66 Brunnen sprudeln in diesem Jahr in Köln. Hitzegeplagte haben damit eine so große Auswahl wie noch nie zuvor. Voriges Jahr waren es noch 64, vor sechs Jahren sprudelten nur 35 Brunnen. Herr über allesamt ist Manfred Kaune, Leiter des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen. Und er hat eine schlechte Nachricht für alle Brunnenbader – die aber eine gute für die Umwelt ist: „Vor rund fünf Jahren haben wir uns ganz bewusst dafür entschieden, die Brunnen nicht permanent mit Frischwasser zu betreiben.“ Sie wurden mit Umwälzpumpen versehen, um den Wasserverbrauch in vernünftigen Grenzen zu halten. Wer also grade lustvoll planscht, sollte nicht vergessen, die Bakterien aller vorherigen Bader fahren gerade fröhlich Achterbahn. Sie werden immer und immer wieder mit umgewälzt. Chlor? Gibt’s nicht. Filteranlagen? Nein. Und ja, so ist es auch bei Kölns wohl zurzeit beliebtestem Brunnen am Ebertplatz.

Fischweiber-Brunnen, Fischmarkt Altstadt
Copyright: Thomas Banneyer
Baden ist grundsätzlich verboten
Sollten sich nach hundert Meter Freistil im städtischen Springbrunnen Pusteln und Pocken einstellen, bitte an den Arzt wenden, nicht an die Stadt. Bei dem Thema macht Kaune nämlich preußisch den Rücken gerade: „Baden in den Brunnen ist grundsätzlich verboten. Paragraf 17 der Kölner Stadtordnung“, sagt er schneidig wie ein Bajonett. Doch der Beamte fühlt mit, zumal er gerade von einer Reihe von Außenterminen kommt: „Mit Kopf oder Füßen im Wasser würde ich nicht als Baden bezeichnen.“

Fastnachtsbrunnen Obenmarspforten
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Wer Abkühlung mit Hilfe von Brunnen sucht, muss gar nicht zwingend ins Wasser gehen. Die unmittelbare Nähe zum Feuchten kann schon helfen. „Es gibt zwei Methoden zur Kühlung“, sagt Henning Werker von den Stadtentwässerungsbetrieben. „Schatten oder Verdunstung.“ So ein Brunnen sorge durch Verdunstung für ein gutes Mikroklima, weiß der Wasserexperte. „Im Süden Europas machen sich die Restaurants den Effekt zunutze, indem sie unter den Markisen Sprühnebel erzeugen.“ Die Verdunstung zeige auch schon bei kleinen Brunnen Wirkung. Allerdings: „Gehen Sie nur ein paar Schritte zur Seite , machen die heißen Gehwegplatten den Effekt wieder zunichte.“ Grundsätzlich gelte aber: Je größer der Brunnen, desto besser fürs Binnenklima.

Römerbrunnen am Stadtmuseum
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Begehrbarer Brunnen in Planung
Große Brunnen? Kaune hat sie im Angebot. „Mit einer der größten im Linksrheinischen ist der Brunnen am Kaiser-Wilhelm-Ring.“ Im Rechtsrheinischen hat er die Becken im Rheinpark zu bieten.
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Und im kommenden Jahr wird es voraussichtlich den ersten offiziell begehbaren Brunnen mit gechlortem Wasser in der Domstadt geben: Die geplante Fontäne am Pariser Platz in Chorweiler. „Das Chloren lassen wir aber von einem Fachmann durchführen, das können wir nicht selber“, sagt Kaune.

Brunnen von Heribert Caleen vor der IHK Köln
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Und zum Schluss etwas für die Pänz: „Wir werden den Wasserspielplatz Innerer Grüngürtel noch vor den Sommerferien mit einer wasserspeienden Figur ausstatten“, sagt ein Stadtsprecher. Die gesamte Anlage wird im kommenden Jahr fertig .


