Kölner Philharmonie„Lucky Kids“ feiern Jubiläum beim Sommerkonzert des Jugendchors St. Stephan

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Der Jugendchor St. Stephan beim Auftritt in der Kölner Philharmonie. Kinder und Jugendliche stehen in drei Reihen aufgereit vor dem Chorleiter, alle tragen bunte T-Shirts in unterschiedlichen Farben.

Der Jugendchor St. Stephan beim Auftritt in der Kölner Philharmonie.

Vor 25 Jahren gegründet – die „Lucky Kids“. Mit „Unheilig“ haben sie ihren größten Hit gelandet.

Die „Lucky Kids“ haben mit „Unheilig“ einen Hit gelandet, aus ihren Reihen professionelle Sängerinnen und Sänger hervorgebracht und Musiker kölscher Bands inspiriert, für sie Lieder zu schreiben. Jetzt feierte der Kinderchor Jubiläum. Vor 25 Jahren von Michael Kokott unter dem Dach der Rheinischen Musikschule gegründet, bot es sich an, die Geburtstagsparty der „glücklichen Kinder“ beim Sommerkonzert des Jugendchors St. Stephan in der Philharmonie steigen zu lassen.

Weil der Jugendchor St. Stephan aus der katholischen Kirche in Lindenthal hervorgegangen ist und Christi Himmelfahrt war, eröffneten die jungen Sängerinnen und Sänger das Programm mit dem Gospel „Hallelujah to the King“. Wer sich über Bodyguards in der Philharmonie wunderte, erfuhr warum, als Michael Kokott NRW-Innenminister Herbert Reul im Saal begrüßte.

Köln: NRW-Innenminister Herbert Reul zu Besuch in der Philharmonie

Nach den eigenen Liedern „Parkplatzregen“ über ein Liebespaar in einem Park, das sich über den Regenguss freut, der alle anderen Erholungsuchenden verscheucht, und die Hymne auf Zusammenhalt „Fründe“ kam das Publikum schon in den Genuss des „Unheilig“-Songs „Geboren, um zu leben“. Drei goldene und vier Platin-Schallplatten bescherte der Backgroundgesang den Kokott-Chören, die Frontmann „Der Graf“ persönlich engagiert hatte.

Allmählich kamen die „Lucky Kids“ dazu, um das bunte bewegte Bild und die frischen Klänge zu bereichern. Aus Anfängen bei den „Lucky Kids“ entwickelten sich einige Musikkarrieren. Lukas Kenfenheuer kam als Siebenjähriger und hat inzwischen ein Musicaldarsteller-Studium absolviert. Demnächst ist er in Hamburg im Harry-Potter-Musical zu sehen. Nun gratulierte der Mitte 20-Jährige den „Lucky Kids“, denen er sich im Alter von sieben Jahren angeschlossen hatte, zum 25. Geburtstag, indem er das Solo in „Wir singen im Chor“ übernahm. Eine Welturaufführung, denn Kasalla-Gitarrist Flo Peil hat das Lied eigens fürs Jubiläum des Kinderchores geschrieben.

Erstmal wollte Michael Kokott aber testen, was sein ehemaliger Schüler dazugelernt hat, seit er dann später auch dem Jugendchor St. Stephan entwuchs. So legte Lukas einen kleinen Stepptanz auf die Bühnenbretter der Philharmonie. Ein neuer Stern geht schon bei den „Lucky Kids“ auf. Die achtjährige Annika sang das Solo im Song „Kann mich irgendjemand hör’n“ aus dem Film „Schule der magischen Tiere“ mit so klarer sicherer Stimme, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer den größten Beifall in diesem Sommerkonzert spendeten.

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„Ihr seid ein leuchtender Mosaikstein in der Kölner Kulturlandschaft“, würdigte Bürgermeister Dr. Ralf Heinen den Kinderchor und gleichzeitig den Jugendchor St. Stephan, der im kommenden Jahr 40-jähriges Bestehen feiert. Nach der Laudatio lud Leiter Kokott den Stadtvertreter ein, die klassisch-rockige Version der Europahymne „Ode an die Freude“ mitzusingen. Danach verabschiedeten sich die „Lucky Kids“ bis zum Finale.

Noch manch weitere Juwelen aus dem Repertoire funkelten und Solostimmen strahlten, darunter „Jlöck weed mih, wenn mer et deild“, eine Komposition von Miljö-Gründungsmitglied Mike Kremer. Für die Choreografie zum 90er-Hit „I want it that way“ der Backstreet Boys trainierte der gesamte Jugendchor in der Tanzschule van Hasselt. Sister Act-Stimmung der kölschen Art brachte das kirchenkritische Lied „Bodenpersonal“ herüber, Text und Musik: Flo Peil. Die auch von Anti-Kriegs-Demos bekannte Kristine Shon sang ukrainische Lieder. Bis zum Schluss „Oh Happy Day“ das fröhlich-beschwingte Sommerkonzert krönte.

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