Die Stadtverwaltung hat ihre Pläne zur Gründung einer Schulbaugesellschaft konkretisiert. Wie berichtet, soll der Neubau von Schulen in großen Stadtentwicklungsgebieten wie Deutzer Hafen oder Mülheim Süd künftig von einer eigenen Schulbau GmbH betreut werden.
Als „schnelles Beiboot“ soll sie die städtische Gebäudewirtschaft ergänzen. Zudem soll sich die GmbH auf Schulneubauten fokussieren, „in denen Investoren die notwendigen Grundstücke einbringen“, heißt es in einem Grundsatzbeschluss, den der Stadtrat am 17. März treffen soll.
Darüber hinaus soll die GmbH „Schulbauprojekte realisieren, die von der Gebäudewirtschaft personell nicht hinterlegt werden können.“ Dazu zähle gegebenenfalls auch die übergangsweise Bereitstellung von Schulplätzen während der Sanierung von Bestandsschulen.
Schulneubau hinkt hinterher: Personalmangel bei Gebäudewirtschaft
„Personell nicht hinterlegt“ – das ist die charmante Umschreibung für den eklatanten Personalmangel in der Gebäudewirtschaft, die sich um Bau und Betrieb von Schulen, Kitas, Kultur- und Verwaltungsbauten kümmert. Ende 2021 beschäftigte sie 705 Personen in Voll- und Teilzeit. Laut Stadt sind teils rund 20 bis 30 Prozent der Stellen nicht besetzt. Im Bauprojektmanagement I, das nur Schul-Neubau macht, sind 13 von 68 Planstellen vakant.
Im Bereich Schul-Neubau mit General- und Totalunternehmern, der Projekte im Umfang von 2,4 Milliarden Euro umfasst, sind von 32 Stellen nur 22 besetzt. Dieses Jahr soll das Personal der Gebäudewirtschaft um 69 auf 777 Stellen aufgestockt werden – ob alle besetzt werden können, ist fraglich.
Die neue Schulbau GmbH soll als Bauprojektgesellschaft zu 100 Prozent der Stadt gehören und „ausschließlich der Deckung des Eigenbedarfs der Stadt“ dienen. Sie wird „nicht wirtschaftlich tätig“ – muss also keine Gewinne machen – und „erwirbt kein Eigentum an Immobilien und Liegenschaften“. Die Notwendigkeit einer solchen GmbH begründet das Baudezernat mit dem wachsenden Bedarf an Schulplätzen und der Personalnot in der Gebäudewirtschaft. Die habe wegen des Bau-Booms „bis heute nicht die notwendigen und bereits genehmigten Personalkapazitäten“ aufbauen können, „um die große Anzahl an Baumaßnahmen zeitnah in Angriff nehmen oder vollständig abarbeiten zu können“.
Neue Kölner Schulbau GmbH soll agileres Arbeiten ermöglichen
Aktuell seien 80 Schulbauprojekte in der Umsetzung, doch gebe es auf der Maßnahmenliste 188 Projekte. Eine Schulbau GmbH mit flachen Hierarchien könne agiler arbeiten als die große, komplexe Gebäudewirtschaft, sie sei damit für erfahrene Bauprojektmanager als Arbeitgeberin attraktiver, außerdem flexibler bei der Bezahlung.
Wenn der Rat im März zugestimmt hat, will die Verwaltung die Gründung der GmbH vorbereiten. Sie soll im zweiten Halbjahr 2022 die Arbeit aufnehmen und, wie berichtet, im ersten Schritt rund acht Mitarbeitende umfassen. Dass Personal von der Gebäudewirtschaft in die Schulbau GmbH wechselt, sei nicht geplant, so das Baudezernat.
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Die SPD will Änderungsvorschläge einbringen. „Um erfolgreich zu sein, muss die GmbH mehr Befugnisse und Personal erhalten“, betont Oliver Seeck, schulpolitischer Sprecher der SPD. „Sonst läuft das schnelle Beiboot Gefahr, schon im Trockendock zu stranden.“


