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Nach Heim-WMBasketball boomt bei Mädchen – Kölner Vereine stoßen an Grenzen

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Die Basketball-WM der Frauen sorgt für bei Kölner Vereinen für mehr Zulauf im weiblichen Nachwuchsbereich.

Nach der erfolgreichen Basketball-WM der Frauen stellt sich die Frage: Wollen endlich auch mehr Mädchen Basketball spielen?

Basketball boomt bei Kölner Mädchen. Die Heim-WM der Frauen in Berlin hat dem weiblichen Nachwuchs einen „unglaublichen Motivationsschub“ gegeben, erzählt Markus Hermreck, Vorstandsmitglied des Kölner Basketballvereins RheinStars. Spätestens seit dem WM-Titel der Männer ist die Nachfrage im Nachwuchsbereich deutlich gestiegen, allerdings zunächst vor allem bei den Jungs. Wie berichtet, musste der Deutzer TV zeitweise die Aufnahme angehender Basketballer stoppen. Nun haben die deutschen Damen mit dem vierten Platz das beste WM-Ergebnis ihrer Geschichte erreicht. Was macht das mit der Basketball-Euphorie junger Mädchen? Und können Kölner Vereine das überhaupt auffangen?

In der Basketballabteilung des Deutzer TV ist eine Entwicklung deutlich spürbar: Das Interesse für Basketball sei bei Mädchen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, so Vorstandsmitglied Yvonne Romes-Schillack. „Früher war es schwierig für ein Team, überhaupt genug Mädels zu finden, um am Spielbetrieb teilzunehmen“, sagt Romes-Schillack. Inzwischen sei die Nachfrage so groß, dass der Verein eine erste und zweite Mannschaft aufstellen könne. Ähnlich ist die Situation bei den RheinStars. Seit Mai, als die WM mediale Aufmerksamkeit bekam, habe der Verein überdurchschnittlich viele Anfragen für Probetrainings bekommen, so Vorstandsmitglied Simon Sturm. Die 14 Mädchen- und Damenmannschaften des größten Basketballvereins Kölns ließen sich damit problemlos füllen – anders als noch vor ein paar Jahren.

Vorstandsmitglied des DTV Basketball Köln Yvonne Romes-Schillack berichtet, das Interesse für Basketball sei bei Mädchen deutlich gestiegen.

Für die Vereine ist klar, woher der Boom kommt: Es gäbe endlich sichtbare weibliche Vorbilder, die zeigen, wohin es gehen kann, sagt etwa Hermreck. „Einige unserer U12-Spielerinnen waren auch bei der WM in Berlin, haben Plakate gemalt und das Team sowie jede einzelne Spielerin lauthals angefeuert“, erzählt er weiter. „Das gibt dem Mädchenbasketball bei uns im Verein einen unglaublichen Motivationsschub.“ Um diesen Schwung mitzunehmen, hat der Verein Anfang des Jahres die „RheinStars Girls Basketball Academy“ gegründet, ein Nachwuchsprogramm mit Fokus auf Mädchen. Auch der Deutsche Basketballbund und der Westdeutsche Basketballverein unterstützen seit einiger Zeit mit Angeboten nur für Frauen, zum Beispiel Schiedsrichterinnenausbildungen. Auch das sorge für mehr Interesse, berichtet Romes-Schillack vom Deutzer TV.

Es fehlt an Hallenzeiten und Coaches für Mädchen

Doch mit mehr Zuspruch und Interesse ist es nicht getan. Beim Deutzer TV könne man die Nachfragen aktuell nicht vollständig auffangen, so Romes-Schillack. Der große Ansturm sorge für volle Wartelisten, „die ein komplettes eigenes Team füllen könnten“, erklärt sie. Es mangele an Hallenzeiten, vor allem aber an Coaches für Mädchen. „Der männliche Jugendbereich ist für viele Trainerinnen und Trainer immer noch interessanter.“ Romes-Schillack hofft nun auf einen Aufschwung durch die Heim-WM – vielleicht hätten bald mehr Coaches Lust, Mädels zu trainieren. Bei den RheinStars seien die Anfragen im weiblichen Bereich aktuell noch zu bewältigen. Der Verein ist mit seinem modernen Basketball-Campus gut aufgestellt. Trotzdem stoße man langsam an Grenzen: Die Suche nach guten ehrenamtlichen Coaches beschäftige auch die RheinStars, so Hermreck. Und auch die finanzielle Lage sei immer Thema im Verein: „Wir müssen gut haushalten“, erzählt das Vorstandsmitglied.

In Köln hat Basketball vor allem in den 1980er-Jahren goldene Zeiten erlebt. Der BSC Saturn 77 Köln holte damals vier Meistertitel und drei Mal den Pokal. 2006 holte Rhein-Energie Cologne nochmal den Titel. Danach blieben die großen Erfolge in der Stadt aus. Inzwischen rührt sich an der Basis wieder Basketball-Enthusiasmus.