Köln – Gut ein Jahr noch, dann sollen die Zoobesucher gleich mehrfach die Gelegenheit erhalten, den beiden Tigern auf Augenhöhe zu begegnen. Am Rand des Geheges soll eine Scheibe installiert werden, durch die sich in eine neue Höhle der Tiere schauen lässt.
Ein Weg soll zum Wassergraben hinabführen, so dass die Tiger – ebenfalls durch große Fenster – beim Schwimmen beobachtet werden können. Rund 1,5 Millionen Euro will der Zoo in die neue Anlage investieren. „Wir wollen die Anlage deutlich verbessern und attraktiver gestalten“, sagt Zoo-Vorstand Theo Pagel.
Tiger ziehen in anderen Zoo um
Wenn die Bauarbeiten nach den Sommerferien beginnen, müssen die Tiger erstmal in einen anderen Zoo umziehen – die Handwerker dürfte dies sicherlich beruhigen. Ostern 2019 soll die neue Anlage dann fertig sein. Stallungen sollen im hinteren Bereich der Anlage entstehen, „um zusätzliche Separierungsmöglichkeiten zu schaffen“, so Pagel. Auch eine „Trainingswand“ soll gebaut werden, wo – ähnlich wie bei den Elefanten – öffentlich mit den Tieren gearbeitet werden soll, um sie auf diese Weise beispielsweise an kleinere Behandlungen durch den Tierarzt zu gewöhnen.
Das Geld für den Umbau der Anlage kommt größtenteils als Kredit von der Bank, zudem fließen Spendengelder des „Team Tiger Köln“ in das Projekt. Die Initiative ist vor drei Jahren von Zoo und der Naturschutzorganisation WWF gegründet worden, etwa 700 Mitglieder spenden monatlich mindestens 15 Euro für den Schutz der Tiere. Botschafter des Tiger-Teams ist Höhner-Schlagzeuger Wolf Simon, der 1000 Euro beigesteuert hat. Und weil es an diesem Tag um Tiger geht, sorgt Theo Pagel für einen ordentlichen Brüller: „Der Wolf, der eigentlich ein Huhn ist, setzt sich für die Tiger ein“. Kleine Zugabe: „Er trommelt jetzt für die Tiere“.
Zoos wichtig für Fortbestand von Arten
In der so genannten Amur-Region, zu der Teile Chinas, Russlands und der Mongolei gehören, leben etwa 550 Tiger in freier Wildbahn. Tendenz steigend. „Ihre Zahl war einst auf 40 gesunken, bedroht werden sie heute aber immer noch durch Wilderer und die Rodung von Waldfläche“, erklärt Markus Radday, Referent für WWF. Um den Fortbestand der Tiere zu gewährleisten, seien auch Zoos von Bedeutung.
Neben den Tigern werden künftig die kleinen Pandas einziehen, die ihr angestammtes Gehege für die Sanierung des Südamerika-Hauses verlassen müssen. Ab Herbst soll im Inneren des Gebäudes, das 1899 erbaut wurde und an eine orthodoxe Kirche erinnert, eine Regenwaldlandschaft entstehen. Affen, Vögel und Gürteltiere sollen sich hier nach der Fertigstellung frei bewegen können.
