Köln – Lange, sehr lange hat die Stadt dabei zugesehen, wie alle möglichen Anbieter die Stadt mit E-Scootern geflutet haben. Die Vehikel von nun sieben Verleihern rollen über Kölns Straßen, wenn sie nicht gerade quer auf dem Gehweg liegen. Nun hat die Verwaltung gemerkt, dass da keine Naturgewalt über sie hereingebrochen ist, sondern dass sie selbst Regeln aufstellen kann. Gut so, besser eine späte Erkenntnis als gar keine.
Der Griff zum Instrumentenkasten beeindruckt die Verleiher durchaus. Die jährlichen Gebühren liegen mit 85 bis 130 Euro vergleichsweise hoch, aber Köln ist als junge und dynamische Stadt für die Anbieter auch vergleichsweise attraktiv. Die E-Scooter werden also bleiben, vermutlich nicht so viele wie jetzt. Dieser lenkende Eingriff war überfällig. Vermutlich wird die Stadt in der Ausschreibung auch eine Höchstzahl von E-Scootern festlegen. Auch das ist sinnvoll.
Das heißt nicht, dass Köln keine Angebote für Mobilität auf kurze Strecken bräuchte. Wie Leihräder können auch die E-Scooter eine wichtige Rolle spielen im mobilen Mix auf der Straße. Aber das Angebot muss in einem vernünftigen Maß da sein und nach festen Regeln funktionieren. Freifahrtscheine für alle sind keine gute Idee.

