Kleingärten an der Luxemburger Straße/Militärring leiden unter Verkehrslärm. Ein Kleingärtner fordert Gabionen oder eine Wand.
Lärmschutz für Gärten gefordertEin Klettenberger Kleingärtner kämpft für Lärmschutz

Andreas Marquardt in seinem Kleingarten mit Blick auf die Kreuzung, wo Last- und Autoverkehr für Lärm sorgen.
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Erdbeeren, Mirabellen, Wirsing, Tomaten und Rhabarber sind gepflanzt, blühende Stauden und Büsche, Sonnenblumen der Sorte „Sülzer Riesen“. Vor zwei Jahren hat Andreas Marquardt seinen Garten in der Anlage des Kleingartenvereins Köln-Klettenberg gepachtet und in ein Biotop verwandelt, in dem zahlreiche Insekten und Vögel unterwegs sind. Ihr Zwitschern kann er nach getaner Arbeit im Gartenstuhl allerdings kaum genießen. Das Donnern von 40-Tonnern und Autoverkehr übertönt die Naturgeräusche.
Sein Kleingarten liegt in der hintersten Ecke der Anlage und somit direkt an der Kreuzung Militärring/Luxemburger Straße. Die Lärmbelastung an der Luxemburger Straße ist ein Dauerthema, weiß er. An der großen Kreuzung sei der Lärm allerdings besonders schlimm. Die Kleingärten hätten nach der städtischen Kleingartensatzung ausdrücklich zumindest auch den Sinn, den Pächtern zur Erholung zu dienen.

An der Ecke Militärring, Luxemburger Straße, wünscht sich Marquardt Gabionen als Lärmschutz – ungefähr dort, wo das Auto (illegal) parkt.
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Gabionen sollen Kleingärten vor Lärm schützen
Damit die Gärten, die in Kreuzungsnähe liegen, diesen Zweck erfüllen, möchte er, dass die Stadt das Lärmproblem löst: Er wünscht sich, dass die Stadtverwaltung vor Ort an der Ecke Luxemburger Straße/Militärring direkt vor der Kleingartenanlage etwa zwei Meter hohe begrünte Gabionen oder eine Schutzwand aufstellt. Das wäre nicht sehr teuer, meint Marquardt, würde aber viel bewirken. Die Gabionen würden auch nicht dem geplanten Umbau der Kreuzung im Weg stehen. „Mir geht es ausdrücklich nicht darum, notwendige Verkehrsprojekte zu blockieren“, betont Marquardt. Von dem Lärmschutz würde nicht nur sein Garten profitieren, sondern seiner Einschätzung nach 20 Prozent der Anlage, vor allem auch die in dem Biotop lebenden, teilweise seltenen, Tierarten.
Bezirkspolitik entscheidet über die Bürgereingabe
Marquardt hat daher eine Bürgereingabe bei der Geschäftsstelle für Anregungen und Beschwerden der Stadt eingereicht, über die bald die Bezirkspolitik Lindenthal beschließen wird, nachdem die Stadtverwaltung eine Stellungnahme abgegeben hat. Bezirksbürgermeister Roland Schüler sieht nicht viele Chancen, dass die Verwaltung der Politik vorschlägt, einen solchen Lärmschutz für die Kleingartenanlage beauftragen zu lassen: „Einen Schutz für Grünanlagen sieht das Bundesimmissionsschutzgesetz leider bislang nicht vor“, sagt er. „Vermutlich wird die Verwaltung darauf hinweisen.“
Die Stadtverwaltung schreibt auf Nachfrage aber nichts davon, dass der Wunsch des Bürgers aus rechtlichen Gründen unerfüllbar ist.
Kleingärtner sollen sich an ihre Vorstände wenden
Sie verweist Marquardt vielmehr auf einen anderen Weg. „Kleingärtner sind angehalten, sich mit ihren Wünschen an ihre Vorstände zu wenden“, schreibt ein Sprecher der Stadt. Sie würden dann Kontakt mit dem Generalpächter der Kleingärten, dem Kreisverband Kölner Gartenfreunde, aufnehmen. Dieser würde die Anfrage nach Prüfung an das Grünflächenamt weiterleiten. Das würde dann selbst den Sachverhalt und die rechtliche Situation prüfen und gegebenenfalls auch die erforderlichen Genehmigungen und Befreiungen einholen.
Vorstand der Kleingartenanlage unterstützt das Vorhaben
Den ersten Schritt in diese Richtung hat Marquardt ebenfalls getan. Der Vorstand des Kleingartenvereins Klettenberg unterstützt den Wunsch: „Wir begrüßen eine Maßnahme, die dazu beitragen kann, die Lärmbelastung im Bereich der Kreuzung Luxemburger Straße/Militärring zu reduzieren“, schreibt Reiner Wieser, stellvertretender Vorsitzender des Kleingartenvereins Köln-Klettenberg. „Die unmittelbar an den stark befahrenen Straßen Luxemburger Straße und Militärring gelegenen Kleingärten sind einer erheblichen und dauerhaften Verkehrs- und Lärmbelastung ausgesetzt. Gerade weil auch der Erholung dienen, halten wir es für sinnvoll, Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation zu prüfen.“
