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Antrag aus Köln-Lindenthal:Bürger sollen Regentonnen vor ihre Häuser stellen dürfen

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Ein Mann und eine Frau stehen vor einem Fallrohr an einer Hausfassade.

Die Grünen Nils Awater und Fraktionsvorsitzende Ute Ackermann vor einem Fallrohr an der begrünten Euskirchener Straße, wo ausreichend Platz für eine Regentonne ist.

Künftig sollen Bürger Regentonnen auf dem Gehweg aufstellen dürfen, um Bäume und anderes Grün unkompliziert bewässern zu können.

Robinien säumen die Euskirchener Straße. Die Baumscheiben sind liebevoll bepflanzt. Nachbarn und Nachbarinnen kümmern sich darum. Doch in den klimawandelbedingten Hitzesommern wird die Pflege der Grünpflanzen anspruchsvoller. Viele Liter Wasser müssen aus den Häusern zu den Baumscheiben geschleppt oder Hydranten angezapft werden. Die Bezirksvertretung Lindenthal hat nun eine Idee an die Ratspolitik herangetragen, wie die Bewässerung leichter gelingen kann, gerade an Straßen im Stadtbezirk wie der Euskirchener Straße – aber auch in anderen Bezirken, wo der Gehweg ausreichend breit ist: Künftig sollen Bürger und Bürgerinnen an solchen Orten Regentonnen unter die Fallrohre stellen können. Bislang benötigen Anwohner, die dort Tonnen aufstellen möchten, dafür eine Sondergenehmigung.

Sondernutzung durch Regentonnen soll  in Köln-Lindenthal unkompliziert möglich sein

Die Bezirksvertretung Lindenthal hat nun mit einem Beschluss versucht, Schwung in die Sache zu bringen. Sie möchte, dass der Stadtrat die Sondernutzungssatzung der Stadt Köln ergänzt. Die Aufstellung von Regentonnen auf ausreichend breiten Gehwegen soll auch ohne Erlaubnis möglich sein. Die Haftung und Verkehrssicherungspflichten sollen wie bei den anderen erlaubten Sondernutzungen, etwa dem Aufstellen von Werbetafeln, gehandhabt werden. Danach haftet schlicht derjenige, der die Dinge aufstellt. Niels Awater (Grüne) erläuterte in der Sitzung das Vorhaben: „Auf diese Weise wird Bürokratie abgebaut und Privatmenschen ermöglicht, Regentonnen vor ihrer Haustür aufzustellen.“

Neben der leichteren Bewässerung des Stadtgrüns spreche noch ein anderer Grund für die vereinfachte Regelung: Das Regenwasser würde auf diese Weise nicht mehr einfach in die Kanalisation fließen, sondern könne genutzt werden. Das würde zu dem in Köln angestrebten „Schwamm-Stadt-Konzept“ passen, heißt es in der Antragsbegründung, wonach in der Stadt – nach dem Vorbild eines Schwamms – Regenwasser nicht einfach abfließen, sondern vor Ort zwischengespeichert und genutzt werden soll.

Wie Köln sich gegen den Klimawandel wappnen kann, ist angesichts der Hitzesommer auf vielerlei Weise ein Thema. Gerade hat die Stadtverwaltung der Politik ein Klimaanpassungskonzept zur Entscheidung vorgelegt, das zahlreiche Veränderungen, wie Entsiegelungen und Begrünungen ermöglichen soll.

Kostenlose Wassersäcke werden im Sommer von der Stadt Köln ausgegeben

Die Stadtverwaltung unterstützt Kölner Bürger und Bürgerinnen auch bereits dabei, Stadtgrün vor der Trockenheit und Hitze zu schützen. So gibt das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen kostenlose Wassersäcke aus, die am Stamm befestigt werden und das Wasser über viele Stunden direkt und langsam an die Wurzeln abgeben. Beim Befüllen dieser Säcke könnten künftig Regentonnen an den Fallrohren auf den Gehwegen helfen.

Die Bezirkspolitik ist bereits mit den Ratsmitgliedern im Gespräch über die vorgeschlagene Änderung der Sondernutzungssatzung. „Unsere Mitglieder in dem zuständigen Ausschuss begrüßen den Vorschlag“, sagt Ute Ackermann, Fraktionsvorsitzende der Grünen, „möchten mit einer Stellungnahme aber noch warten, bis sie selbst darüber entscheiden werden.“ Auch die Verwaltung hält sich so lange bedeckt: „Sobald sich der Rat damit befasst und im Sinne der Anregung der Bezirksvertretung beschließt, wird die Verwaltung in die Prüfung einsteigen“, schreibt ein Stadtsprecher. Die Idee aus Lindenthal ist aber nun in der politischen Debatte angekommen.