Abo

TarifstreitPflegekräfte protestieren an der Uniklinik in Köln

1 min
Rund 200 Menschen demonstrierten vor der Uniklinik.

Rund 200 Menschen demonstrierten vor der Uniklinik.

An der Uniklinik Köln haben Beschäftigte am Dienstag ihre Arbeit niedergelegt. 

Vor der Uniklinik Köln demonstrierten am Dienstag schätzungsweise 200 Beschäftigte des Krankenhauses. Dazu aufgerufen hatten die Gewerkschaften vdla und dbb. Hintergrund sind die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), die am 11. Februar in Potsdam in die dritte Runde gehen.

Nach einer Kundgebung vor dem Bettenhaus lief der Demozug zur Uniwiese, wo weitere Reden gehalten wurden. Neben sieben Prozent mehr Gehalt forderten die Beschäftigten unter anderem höhere Zeitzuschläge und mehr Personal. Kurt Urban (56), Pflegefachkraft für Anästhesie und Intensivmedizin , wo er nicht mehr im Schichtdienst arbeitet. „Auf Normalstation betreut eine Pflegekraft oft 30 Patienten im Frühdienst, was zu Fehlern, Hygieneproblemen und sinkender Qualität der Behandlung führe“, erzählte er.

Faire Bezahlung und spürbare Entlastung

Auch Sandra van Heemskerk, die Bundesvorsitzende der Komba Gewerkschaft, berichtete aus Gesprächen mit Mitgliedern. Sie betonte, dass Schichtdienst und Personalmangel die Hauptbelastung darstellen, wodurch Entlastungsmöglichkeiten wie freie Tage wegfallen, insbesondere durch Zurückrufe. Weniger Personal bedeutet weniger Zeit für Patientenpflege, was an der Arbeitsmoral der Beschäftigten nage.

Weitere Streiktage an der Uniklinik, an denen auch Verdi beteiligt ist, sind am heutigen Mittwoch, sowie am Donnerstag und am 10. Februar geplant, mit Ausfällen in OPs und ambulanten Bereichen. Die Notaufnahmen bleiben jedoch offen. (ldr)