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Linie 2 in Köln zurückholenFDP macht Gegenvorschlag zu Expressbus-Plänen

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Der Express-Bus soll Entlastung für die Kölner Straßen bringen.

  1. Die Schnellbus-Linie in Köln soll Entlastung für den Kölner Verkehr bringen.
  2. Grundlegend hat die FDP nichts gegen zusätzliche Buslinien.
  3. Doch mit einer älteren Idee gibt es nun einen Gegenvorschlag, den die CDU direkt in der Luft zerreißt.

Köln – Sie hätten auch einfach eine Protestnote abgeben können. Gegenvorschläge werden eh an der Mehrheit von CDU, Grüne und der Ratsgruppe Gut zerschellen. Dennoch haben die Liberalen einen Gegenentwurf zu einer Expressbus-Spur auf der Aachener Straße und einer „Pförtnerampel“ in Weiden gemacht. Für ihren Lösungsansatz wollen sie eine alte Bekannte wiederbeleben: Die Linie 2.

Grundlegend hat die FDP nichts gegen zusätzliche Buslinien. Die von der Verwaltung vorgeschlagenen Expressbusse, die Lövenich, Widdersdorf, Junkersdorf und Müngersdorf anbinden und sich schließlich auf Höhe der Militärringstraße treffen, würden Fraktionsvorsitzender Ralph Sterck und Geschäftsführer Ulrich Breite fahren lassen – aber nicht auf einer für sie gesperrten Spur an der Aachener Straße. Rundweg eine Absage erteilen sie der geplanten neuen Ampelschaltung auf Höhe des P+R-Parkplatzes Weiden West. Dadurch sollen an der Stadtgrenze im morgendlichen Berufsverkehr bis zu 500 Fahrzeuge in der Stunde zurückgehalten werden (siehe Kasten). So würde sich vielleicht auch die zu hohe Schadstoffkonzentration an der dortigen Messanlage verringern. Köln droht auch deshalb ein vom Verwaltungsgericht verhängtes Dieselfahrverbot. „Das ist ein Taschenspielertrick“, sagt Sterck zu der Pförtnerampel. Damit komme die Stadt vor Gericht niemals durch, weil die Schadstoffe nur verlagert würden.

Für saubere Luft könnte laut der Liberalen aber die Einführung einer Linie 2 von Weiden bis zum Rudolfplatz sorgen. Die Trasse der Linie entlang der Aachener Straße habe die Kapazität dafür. Denn ab dem Neumarkt von Westen kommend stößt die Linie 9 dazu. Für sie muss also auch auf dem Streckenabschnitt westlich davon schon ein Zeitfenster freigehalten werden. Dort hinein passte die Linie 2. Auf der Hahnenstraße soll dann ein Wendegleis angelegt werden, dass die Rückfahrt der Linie 2 ermöglicht. So hat es die FDP extra von einem Verkehrsplanungsbüro erarbeiten lassen. Ein Aspekt am Rande für das traditionsbewusste Köln: Eine Linie 2 gab es bereits. Sie fuhr von Frechen bis Zündorf und wurde 1999 eingestellt.

Region übt Kritik

Die Pförtnerampel erzeugt in den betroffenen Nachbarstädten deutliche Kritik. „Es ist kaum zu glauben, dass die Stadt Köln ein solches Vorhaben präsentiert, ohne auch nur mit den benachbarten Kommunen gesprochen zu haben. Das zeugt von einer unfassbaren Ignoranz“, sagt die CDU aus Königsdorf.

„Diese Zwangsmaßnahme für die Bürger aus dem Rhein-Erft-Kreis ist nicht akzeptabel und zeugt von einer gewissen Arroganz der Stadt Köln“, sagt beispielsweise auch die FDP Rhein-Erft.

Die CDU zerreißt den Vorschlag der Liberalen bereits in der Luft. Das Wendegleis sei zu aufwendig und in diesem Jahr nicht mehr realisierbar. Der Expressbus hingegen soll schon im Dezember starten.

Kritik an den Plänen der Stadt übt auch die SPD. „Die Menschen an der Stadtgrenze ohne funktionierende Alternative abzuweisen, ist kein Konzept“, sagt Vizefraktionschef Andreas Pöttgen. Damit kritisiert er, dass die P+R-Anlage in Weiden West seit Jahren überlastet ist und der Ausbau erst für 2022 erfolgen soll. Dabei kann es sein, dass in der Bauphase auch noch Stellplätze wegfallen.