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„Mimis kunterbunte Welt“Kölnerinnen geben inklusives Wimmelbuch heraus

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Nicola Boyne (l.) und Ulrike Haas (r.).

Köln – Die Kölner Freundinnen Nicola Boyne und Ulrike Haas haben ein inklusives Wimmelbuch herausgebracht. Sie sind ursprünglich nicht aus der Buchbranche, aber die Idee kommt gut an. Kaja Hempel sprach mit Nicola Boyne über „Mimis kunterbunte Welt“.

Sie kommen beide nicht aus der Buchbranche, aber haben jetzt einen eigenen Verlag?

Ich komme aus dem Medien- und Eventmanagement, habe in Werbeagenturen gearbeitet und war die letzten zwei Jahre freiberuflich als Marketing- und Eventmanagerin unterwegs. Uli hat eigentlich Hotelfachfrau gelernt und ein BWL-Studium draufgesetzt. Sie wurde dann relativ schnell Mama und ist seit zweieinhalb Jahren für die Kids unterwegs. So entstand auch die Idee. Sie hat sich in den letzten zwei Jahren viele Wimmelbücher angeguckt. Ich habe Maxim, dem älteren Sohn von Uli, zum ersten Geburtstag das Kölner Zoo-Wimmelbuch geschenkt. Das ist seitdem sein Lieblingsbuch.

Wie entstand die Idee zu einem eigenen Buch?

Uli ist aufgefallen, dass alle Wimmelbücher, die sie bisher gesehen hat, stereotype Gesellschaftsbilder darstellen. Ein Mensch mit Migrationshintergrund wird zum Beispiel in der Tracht seines Landes dargestellt. Oder es gibt keine unterschiedlichen Sexualitäten. Das ist immer Mutter, Vater, Kind. Es gibt nur ganz wenig Menschen mit Behinderung, die abgebildet werden und es ist eben gar nicht divers. Uli meinte dann, eben weil es so viele stereotype Gesellschaftsbilder gibt, will sie das eigentlich gar nicht ihren Kindern zeigen. Sie hätte voll Bock, selber so ein Buch zu machen, aber sie wusste nicht wie. Und dann hab ich gesagt, lass uns das machen, weil ich weiß, glaube ich, wie das geht.

Wie ging es dann weiter?

Ich wusste, wie man Illustrator*innen findet, wie man Druckereien beauftragt und wie man das wirtschaftlich plant. Aber wie man als Verlag agiert, das wusste ich auch nicht. Dann war die erste Frage: Geben wir die Idee an einen Verlag? Wir waren uns aber relativ schnell einig: Wenn wir die Idee abgeben, wird sie vielleicht nicht so umgesetzt, wie wir wollen. Wir hatten sehr konkrete Vorstellungen, wie das Ganze aussehen soll und wie wir das vermarkten wollen.

Eben nicht mit einem erhobenen Zeigefinger: Das muss jetzt alles kunterbunt sein. Sondern eher: Es ist ja so, warum zeigen wir das nicht? Unsere Illustratorin Shiila Lippold ist Indonesierin, wohnt auf Bali mit ihrem deutschen Mann. Sie hat ganz lange in Berlin gewohnt, hat selber vier Kinder und kennt das ganze diverse Thema. Als sie in Deutschland gelebt hat, war sie teilweise frustriert von den Kinderartikeln, die doch noch sehr weiß sind, wenig divers und ihre Kinder eben gar nicht abbilden. Sie war total happy, dass wir das mal verändern wollen.

Was bedeutet Inklusion für Sie beide?

Das bedeutet, dass alle mitmachen dürfen. Das nicht alle gleich sind, aber in ihren Unterschieden genauso gut sind, wie sie sind. Jeder darf vielfältig sein, jeder darf mitmachen. Es ist das Aufbrechen von Klischees und Diskriminierung.

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Woher kommt der Name Mimi?

Die Kinder von Uli heißen Maxim und Mael. Maxim nennt sich aber selbst immer Mimi. Weil durch ihn die Idee kam, haben wir uns überlegt, dass es Mimis kunterbunte Welt ist. Er ist auch auf jeder Seite zu finden, aber es ist nicht klar, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Mimi ist ja ein ganz neutraler Name. Das darf sich jedes Kind selbst aussuchen, ob das ein Junge ist oder ein Mädchen oder ein genderneutrales Kind.

Sie kommen beide aus Köln, gibt es dazu einen Bezug?

Es gibt einen leichten Köln-Bezug. Das fing aber eigentlich eher als kleiner Spaß zwischen Uli und mir an. In den Feedback-Runden mit der Illustratorin meinten wir dann: Vielleicht kann sie „Richtung Rudolfplatz“ auf den Bus schreiben . Also so kleine Insider zwischen uns. Shilia hat dann von sich aus ein paar Gebäude wie die Kranhäuser mit eingebaut. Wir haben aber den Dom absichtlich nicht mit reingebracht, sonst ist der Köln-Bezug für uns zu stark und auch zu klischeehaft. Wir wollen Köln ja nicht vermarkten, sondern es war einfach nur eine Herzenssache, weil wir Köln so lieben.

Sind weitere Produkte geplant?

Ja, die sind auch schon fast fertig. Wir haben nur grade einfach zu wenige Hände, weil wir so einen Ansturm haben. Es wird ein Puzzle auf den Markt kommen, das ist ähnlich wie das Wimmelbuch, nur ein bisschen größer. Und ein Memory-Spiel.

Also läuft es gut?

Ja, es läuft super gut! Uns war bewusst, dass die Vielfalt in Kindermedien gefehlt hat, aber dass die Leute sich das auch wünschen, finden wir wirklich schön. Deswegen wollen wir da so viel Power reinstecken, dass es nicht bei diesem Buch bleibt, sondern weitere kunterbunte Produkte auf den Markt kommen.

Mimis kunterbunte Welt gibt es für 15,90 Euro auf Deutsch oder Englisch.

www.ulila.de