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Historischer Ort in KölnBürger wollen Herler Kapelle mit Leben füllen

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Eine Kapelle steht unter alten Bäumen auf einem Hügel.

Bürger wollen die Herler Kapelle wieder mit Leben füllen. 

Eine Gruppe von Bürgern will die Kapelle in Köln-Buchheim vielfältig bespielen. Sie soll ein lebendiger Ort für Kirche und Kultur werden. 

Auf einem kleinen Hügel, umgeben von mächtigen alten Bäumen, steht die Herler Kapelle. Neben dem Haus Herl verströmt sie idyllischen Charme. Vom Buchheimer Ring aus ist sie zwischen den Bäumen fast nicht zu sehen, doch sie ist eine kleine Perle in Köln-Buchheim und hat historische Bedeutung. Wie und wann sie entstanden ist, ist nicht bekannt, aber es wird davon ausgegangen, dass sie zunächst als Eigenkapelle für den adligen Besitzer der Burg Herl diente. Später wurde sie dem heiligen Nepomuk geweiht und für öffentliche Gottesdienste zugänglich gemacht.

Spätestens seit dem 17. Jahrhundert war die Kapelle mit der Merheimer Pfarrei durch eine Prozession verbunden. Diese führte von der Herler Kapelle auf einem Feldweg entlang sieben Bildstöcken mit bildlichen Darstellungen der Leiden Jesu und Schmerzen Mariens bis zur Pfarrkirche St. Gereon in Köln‑Merheim. Zu der Merheimer Gemeinde gehört die Kapelle bis heute. 

Köln-Buchheim: Herler Kapelle hat historische Bedeutung

„Die Kapelle hat eine wichtige Bedeutung, aber ist in den vergangenen zehn Jahren etwas in Vergessenheit geraten“, sagt Jürgen Zumbé von der Bürgerstiftung St. Gereon Köln‑Merheim. Zwar sei sie jährlich geprüft und trocken gehalten worden, aber bis vor Kurzem sei sie noch mit Efeu bewachsen, unaufgeräumt und der Weg überwuchert gewesen. Mittlerweile ist davon nur noch wenig zu sehen und die Kapelle sieht wieder ordentlich aus. 

Ein Mann im roten Polohemd steht vor einer Kirchenwand, an der eine sakrale Statue auf einem Sockel steht.

Jürgen Zumbé von der Bürgerstiftung St. Gereon Köln-Merheim möchte die Kapelle wiederbeleben.

Grund dafür ist, dass eine Gruppe von Bürgern aus der Gemeinde und der Stiftung die Kapelle nun wieder mit Leben füllen und zu einem kirchlichen und kulturellen Ort machen will. „Die Kapelle ist geweiht und soll als kirchlicher Raum genutzt werden, zum Beispiel für Trauungen, sie soll aber auch ein Trauerraum sein“, sagt Jürgen Zumbé. „Außerdem sollen Konzerte und Ausstellungen stattfinden, die Kapelle soll als Kulturraum genutzt werden.“ 

Herler Kapelle soll wieder bespielt werden

Auch ein wissenschaftliches Seminar mit der Fachhochschule Dortmund, welches die Bedeutung der Kapelle und der Fußfallstationen aufgreifen und projektbezogen unter aktuellen Gesichtspunkten neu bewerten soll, sei bereits geplant. „Wir müssen schauen, was sich alles ergibt, aber wir können uns eine ganz vielfältige Nutzung der Kapelle vorstellen“, erklärt Zumbé. 

Damit die Kapelle wieder mit Leben gefüllt werden kann, wurde sie Anfang September von freiwilligen Helfern aufgeräumt. Zudem wurde der Zugang vom Buchheimer Ring über das vorliegende Grundstück als unzureichend erklärt, weshalb ein neuer barrierefreier Zugang beschlossen wurde, für Menschen mit Rollator oder im Rollstuhl. Er führt vom Buchheimer Ring über einen Fußpfad seitlich des südlich gelegenen Felds zum Seiteneingang der Kapelle.  

So soll die Kapelle wieder angemessen erreicht und entsprechend genutzt werden können. Bereits am Sonntag, 13. September, wird im Rahmen des Projekts „Tag des offenen Denkmals“ von 14 bis 16 Uhr eine Führung durch den Stadtführer und Kunsthistoriker Günter Leitner angeboten. Danach soll ein buntes Programm folgen, das sich mit der Zeit weiterentwickeln kann. „Die Kapelle soll sich langfristig tragen“, erklärt Zumbé, „sodass sie noch lange lebt und Freude macht.“