Köln-MülheimFeuerwehr bei Einsatz massiv behindert

Schaulustige am Brandort: Die Feuerwehr kam am Montag nicht schnell genug zur brennenden Wohnung.
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Köln-Mülheim – Die Kölner Feuerwehr beklagt nach dem dramatischen Brand am Montagabend in Mülheim das uneinsichtige Verhalten von Augenzeugen und zugeparkte Rettungswege. „Eine Menschenmenge vor dem Haus hat ein schnelles Durchkommen der Einsatzkräfte verhindert“, sagte Feuerwehrsprecher Ulrich Laschet. Die Kollegen hätten „sanfte Gewalt“ anwenden müssen, damit sie vernünftig arbeiten konnten. Doch dies habe auch nicht ausreichend geholfen. „Wir mussten eine Hundertschaft der Polizei zur Verstärkung rufen, damit wir am Brandort vernünftig löschen konnten“, ergänzte Laschet. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr hätten Passanten regelrecht wegdrängen müssen. „Der normale Zuspruch hat nicht mehr geholfen“, betonte der Sprecher.
Es sei durchaus verständlich, dass ein größeres Feuer das Interesse der Anwohner weckt, aber irgendwann müsse auch der gesunde Menschenverstand zum Tragen kommen. Diesen hat zum Glück ein Passant eingeschaltet und ein Kind aus einem völlig verqualmten Zimmer geholt. Für die Rettung wurde ein Fenster zerschlagen. „Ob wir es geschafft hätten, das Kind bei der schwierigen Situation vor dem Haus schnell zu retten, ist unklar“, sagte Laschet weiter. Es sei müßig darüber zu spekulieren, weil ein Passant richtig reagiert habe.
„Dieses Verhalten kostet im schlimmsten Fall Menschenleben“
Ein weiteres Problem an der Holweider Straße seien die Falschparker gewesen. Die Rettungskräfte konnten nicht zum Brandort vorfahren. „Dieses Verhalten kostet wertvolle Zeit und im schlimmsten Fall Menschenleben“, betonte der Feuerwehrsprecher. Das mit den zugeparkten Rettungswegen sei weiterhin ein großes Problem im dicht bebauten Köln. „Wir sind häufig auf Kontrollfahrten. Dabei werden auch Autos vom Ordnungsamt angeschleppt. Aber kaum ist das geschehen, steht dort bald ein neues Auto“, so Laschet.
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Bei dem Feuer im Erdgeschoss des Mehrfamilienhauses sind 14 Personen von der Feuerwehr gerettet worden. Zwei Helfer, eine schwangere Frau und ein Feuerwehrmann seien verletzt worden. Bei dem Feuerwehrmann rutschte im dichten Qualm die Atemschutzmaske vom Gesicht und der Mann atmete Rauch ein. „Es wird noch überprüft, wie es dazu kam“, ergänzte Laschet. Möglicherweise sei es im hektischen Einsatz dazu gekommen, dass die Maske abgerutscht ist. Der Kollege sei mit starken Atembeschwerden in eine Klinik gekommen. Über die Brandursache gibt es laut Polizei noch keine Erkenntnisse.



