Die Offene Jazzhausschule Köln veranstaltete auf dem Marktplatz das zweite Festival mit Live-Musik und Kreativ-Angeboten.
Offene Jazzhausschule KölnKlangbrücke-Community-Fest bringt Kulturbunker zum Klingen

Die ukrainische Band B.O.N.B.O.N. ließ sich mit facettenreichen Songs nicht in stilistische Schubladen einordnen.
Copyright: Thomas Dahl
„Ich will dir etwas sagen, möchte das hier wagen: nicht schlagen, nicht belästigen, nicht beschimpfen, nicht kontrollieren …“, heißt es in dem Song „Du denkst, ich bin schwach“, den Flüchtlingskinder aus dem Musikkurs der Diakonie Michaelshoven getextet haben. Darin reflektieren die jungen Komponisten gemeinsam mit Pädagogen ihre Gefühle angesichts einer von Unsicherheit und Gewalt geprägten Welt.
Das sozialkritische Werk gehörte zu einem der Ausrufezeichen des zweiten „Klangbrücke Community-Fests“ der Offenen Jazzhausschule Köln. Die Gratis-Veranstaltung unmittelbar vor dem Mülheimer Kulturbunker auf dem Marktgelände präsentierte sich den Besuchern bei widrigen Wetterverhältnissen als überdachte Bühne für Live-Musik, Kreativ-Angebote und gesellschaftlichen Austausch.
Hier kann jeder mitmachen, unabhängig von individuellen Kenntnissen oder eigenen Equipment.
Mit dem barrierefreien Stadtteilorchester „Sounds of Buchheim“ stellten die Initiatoren eine Teilhabe am musikalischen Ausdruck über instrumentale Fähigkeiten oder finanzielle Möglichkeiten her. „Hier kann jeder mitmachen, unabhängig von individuellen Kenntnissen oder dem eigenen Equipment“, informierte Mitorganisator Peter Scheible über die kostenlose Offerte. Weitere Ausgrenzungsfaktoren, etwa die Herkunft der Menschen, ihr Bildungsstatus oder körperliche wie geistige Beeinträchtigungen, hindern demnach nicht an der Mitgliedschaft im Kollektiv, das von professionellen Musikern betreut wird.
Musik verbindet: Toleranz und Frieden im Chor- und Bandprogramm
„Wir stellen für die Proben und Auftritte gerne die Instrumente zur Verfügung. Zusammen entwickeln die Leute eine eigene musikalische Sprache, die Werte wie Toleranz und Frieden ausdrückt“, so der Leiter des soziokulturellen Bereichs der Offenen Jazzhausschule. Die Proben finden jeweils montags von 18.00 bis 19.30 Uhr im Don-Bosco-Club, Tiefentalstraße 38 in 51063 Köln, statt. Neben dem Chor zeugten im Rahmen des mehrstündigen Events die bereits 1986 gegründete TNT Brass Band, B.O.N.B.O.N. aus der Ukraine, und das Projekt „2nd Letter from Home – A tribute to Pat Metheny“ von einer vielfältigen Agenda.
Unterstützung für die Umsetzung des Festival-Vorhabens erhielten die Macher von der Sozialraumkoordination Mülheim Nord, vom Café Toré sowie dem hiesigen Kulturbunker. Die Veranstaltung wurde darüber hinaus durch Mittel der Rhein-Energie-Stiftung Kultur, des Landesmusikrats sowie des Kinder- und Jugendförderplans NRW gefördert. Die dritte Errichtung einer begehbaren „Klangbrücke“ soll 2027 erfolgen.
Offene Jazz Haus Schule, Eigelsteintorburg, Eigelstein 135a, 50668 Köln, Telefon: 0221 13056524, www.jazzhausschule.de
