Nachbarschaftsfest in Köln-MülheimEin Quartier feiert beim Kapellchen-Fest Fünfjähriges

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Die Bewohner des Kapellchen-Quartiers feierten mit ihren Nachbarn. Foto: Uwe Schäfer

Die Bewohner des Kapellchen-Quartiers feierten mit ihren Nachbarn. Foto: Uwe Schäfer

Das Kunst- und Nachbarschaftszentrum Et Kapellche feierte mit den Bewohnern des GAG-Wohnquartiers Holsteinstraße Geburtstag.

Erst unterhielt das Trio Krummis Band sein Publikum. Wenig später spielte das Kalker Kunstorchester „Kwaggawerk“ waschechte Guggemusik, und die Kölner Spielewerkstatt bot Kindern ein abwechslungsreiches Programm. Der Verein Et Kapellche hatte die Bewohner des GAG-Quartiers in der Holsteinstraße und deren Nachbarn das zweite Mal zu einem Siedlungsfest rund um die ehemalige Klosterkapelle eingeladen.

„Nach fünf Jahren Pause wollten wir endlich wieder feiern“, betonte Vorstandsmitglied Roland Petrick. Damals seien die Mieter in das kurz zuvor fertiggestellte Quartier eingezogen. Petrick: „Wenn man so will, feiern wir heute also den fünften Geburtstag der Siedlung.“

Initiative setzte sich für den Erhalt der Klosterkapelle ein

Der Gebäudekomplex steht auf einem Gelände, auf dem bis Anfang der 2010er Jahre ein Kloster der Ordensgemeinschaft der Redemptoristen stand. Die wenigen verbliebenen Mönche beschlossen dann, die für sie viel zu große Anlage zu verlassen und die Immobile zu veräußern. Den Zuschlag bekam die GAG, die hier den Bau von neuen Wohnungen plante.

Im folgenden Planungsprozess bildete sich in der Nachbarschaft eine Initiative, die sich für den Erhalt der bisherigen Klosterkapelle einsetzte, um sie als Kultur- und Nachbarschaftszentrum zu betreiben. Petrick: „Wir gründeten daraufhin 2015 den Verein Et Kapellche.“ Kurz zuvor habe GAG-Vorstand Kathrin Möller zugesagt, die Kapelle erhalten zu wollen und die Initiative zu unterstützen.

Das Wohnungsunternehmen wurde für seine Initiative belohnt: Vor vier Jahren wurde das Bauvorhaben samt Kapelle für das hervorragende städtebauliche Konzept mit dem Deutschen Bauherrenpreis ausgezeichnet.

Rege Kulturszene entwickelte sich in und ums Kapellchen

Seit Eröffnung mit einem Fest im Jahr 2019 hat sich in und um das Kapellchen eine rege Kulturszene entwickelt. Petrick: „Der Mülheimer Literaturclub hat hier seine Heimat oder wir laden regelmäßig zur Konzertreihe Klangraum ein.“ Daneben gebe es im Winter Veedelskino, finden Ausstellungen statt, wozu auch die Präsentation der besten Werke des Kölner Schüler-Kunstwettbewerbs gehört.

Der Verein ist auch im sozialen Bereich unterwegs. „An jedem Freitag laden wir Bedürftige zu einer Suppenküche ein, bei der sie ein warmes Mittagsessen gegen einen kleinen Beitrag bekommen“, berichtet das Vorstandmitglied.

Wie andere Vereine auch klagen die Aktiven über einen hohen Arbeitsaufwand. Petrick: „Bei uns wie anderswo machen wenige viel.“ Er und die anderen Aktiven des Vereins wünschten sich mehr Mitstreiter.

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