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Mehr Gastro und InformationDas fehlt Menschen in ihrem Veedel Bilderstöckchen

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Blick in den Workshop mit den Thementischen und Stellwänden.

Blick in den Workshop mit den Thementischen und Stellwänden.

Die Ergebnisse einer Umfrage zur Lebensqualität im Veedel liegen vor. In 15 Sozialräumen der Stadt werden diese erhoben. Bei einer Bürgerkonferenz wurden sie diskutiert.

Leben im Bilderstöckchen – das bedeutet Licht, aber auch Schatten. Vieles ist gut oder hat sich zu früher stark verbessert; dennoch gibt es an so mancher Stelle noch Luft nach oben. Das fängt schon beim räumlichen Wir-Gefühl an: Der Parkgürtel mit seiner Bahntrasse bilde eine natürliche Barriere zwischen den Stadtteilhälften, so Oliver Bösch, der Moderator des Thementischs „Freizeit und Angebote für Kinder und Jugendliche“ bei der Bürger/-innenkonferenz der Sozialraum-Koordination unter Leitung von Brigitte Jantz, im Haus Adelheid an der Ludwigsburger Straße. „Bilderstöckchen-Nord und -Süd wird für viele als starke Trennung wahrgenommen, ebenso wie der Bahndamm, der das Viertel zu Nippes abgrenzt.“ Es gebe zu wenig Sportangebote, wo man einfach hingehen und sich ausprobieren könne. „Bilderstöckchen ist der verlorene Teil von Nippes – dieses Gefühl haben manche Menschen, die hier schon länger leben“, schilderte Nilgün Filiz, die den Tisch über Freizeit und Angebote für Erwachsene und Senioren moderierte.

239 Personen füllten Online-Fragebogen aus

Unter dem Titel „Bilderstöckchen fragt nach!“ stand die Runde mit 35 Teilnehmenden, die der zweite Teil der diesjährigen Sozialraumgebietsanalyse war. Sie findet im fünfjährigen Rhythmus in allen 15 Kölner Sozialraum-Gebieten statt, wozu Bilderstöckchen gehört. Den Auftakt hatte im Sommer eine offene Umfrage der Sozialraum-Koordination gebildet: Genau 239 Personen nahmen von Ende Juni bis Mitte August an ihr teil. Sie füllten einen Online-Fragebogen aus und formulierten frei Anmerkungen und Wünsche.

Einige Kernresultate: Das Veedel punktet bei der ÖPNV-Erreichbarkeit, mit der eine große Mehrheit sehr zufrieden (47 %) oder zufrieden (42 %) war. Ähnliches gilt für das Angebot an Parks und Grünflächen (33 % sehr zufrieden, 50 % zufrieden). Recht ausgeglichen, mit Tendenz ins Positive, werden die Einkaufsmöglichkeiten und die Wohngegend an sich gesehen. Äußerst kritisch dagegen werden Erscheinungsbild und Sauberkeit bewertet, mit denen 27 % unzufrieden und 12 % sogar sehr unzufrieden sind; 38 % kommen hier zu einer Teils-teils-Bewertung.

Das Schul-, Kita- und Ganztags-Angebot sahen die Teilnehmenden mit großer Mehrheit als gut bis sehr gut an; als überwiegend unzureichend dagegen Freizeit- und Sportangebote. In Bilderstöckchen pflegt man offenbar gute Kontakte in die Nachbarschaft: Mit diesem Aspekt sind 24 % sehr zufrieden und 47 % zufrieden. Weit mehrheitlich unzufrieden sind die Menschen dagegen mit der Auswahl an öffentlichen Treffpunkten und kostenfrei nutzbaren Räumlichkeiten.

Kultur-, Gastro- und Sportangebote fehlen

Einige Ergebnisse des Workshops kristallisierten sich klar heraus: Schmerzlich vermisst wird eine weitere Turnhalle für Schul- und besonders Vereinssport, mehr Kultur und Gastronomie. Im ganzen Veedel gibt es nur ein italienisches Restaurant. Auch wurde mehr Sauberkeit gefordert, und der Informationsfluss im Veedel und die Vernetzung müsse besser werden: Von vielen Angeboten bekämen viele gar nichts mit. „Wir wollen den Schritt schaffen von der reinen Wohn- zur Lebensraum-Siedlung“, formulierte Andrea Krämer, Moderatorin am Tisch „Gemeinsam aktiv – im Veedel“, das große Ziel. Die Ergebnisse aus Umfrage und Workshop gehen in die Sozialraum-Konferenz mit Fachkräften, Verwaltung und Politik am 10. November ein. Ab 2027 will man verbindliche Ziele und politische Beschlüsse fassen.