Ein 20-jähriger Kölner ist im Februar bei einem tragischen Missverständnis um ein vermeintliches Taxi-Fahrzeug in Longerich ums Leben gekommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Körperverletzung mit Todesfolge.
„Tragisch und unbegreiflich“20-Jähriger stirbt nach Taxi-Streit in Longerich – große Bestürzung

Angehörige und Freunde legten in Longerich Blumen und Kerzen in Gedenken an den 20-Jährigen nieder.
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Es ist ein sehr trauriger Fall: Im Streit um ein Taxi ist ein 20-Jähriger im Februar in Longerich ums Leben gekommen. Nicht nur im Kölner Norden, wo der junge Mann zur Schule ging und beheimatet war, sorgte der Tod für großes Entsetzen. Auch beim 1. FC Köln war der 20-Jährige für seine große Liebe zu den Geißböcken bekannt. Beim Heimspiel des FC gegen Leipzig gedachte die Südkurve mit dem Banner„Ruhe in Frieden Fabrice“ an den ums Leben gekommenen Fan und Hobby-Fußballer. Auch Stadionsprecher Michael Trippel fand tröstende Worte.
Lebensfroh und geschätzt
In einer bewegenden Traueranzeige hat nun auch der Landschaftsverband Rheinland Abschied vom 20-jährigen Fabrice genommen. „Tief getroffen nehmen wir Abschied von unserem Auszubildenden der am 2. Februar 2026 im Alter von nur 20 Jahren auf tragische und unbegreifliche Weise sein Leben verloren hat. In seiner Zeit der Ausbildung haben wir ihn als verlässlichen, zielstrebigen und lebensfrohen jungen Kollegen kennengelernt und sehr geschätzt. Wir sind dankbar für die gemeinsame Zeit“, heißt es in der Anzeige.
Was war geschehen? Nach einem handfesten Streit in Longerich war der 20-Jährige an seinen schweren Kopfverletzungen gestorben. Nach bisherigen Erkenntnissen wollte der 20-Jährige mit seiner Freundin und seinem Vater von einer Party nach Hause fahren und nahm an, dass es sich bei einem stoppenden Auto um das von ihm bestellte Uber-Fahrzeug handelte. Tatsächlich aber war es das Auto einer jungen Frau. In der Folge des Missverständnisses kam es zu einer Auseinandersetzung, in die sich auch der 25 Jahre alte Ehemann der Fahrerin einschaltete. Der Ehemann schlug den 20-Jährigen dem aktuellen Ermittlungsstand zufolge zu Boden, wobei das Opfer die Verletzungen am Kopf erlitt. Die vermeintliche Uber-Fahrerin hielt an ihrem Wohnort. Als sich die Frau noch im Auto befand und im Begriff war auszusteigen, kam der 20-Jährige auf den Wagen zu. Dann forderte er die Frau auf, ihn, seine Freundin und seinen Vater nach Hause zu fahren. Die Frau betonte, dass sie nicht die Fahrerin des Uber sei und nach Hause gehen wolle. Der Ehemann bekam den Vorfall mit und eilte herbei.
Ermittelt wird in dem Fall weiter wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge und nicht wegen Totschlags. „Todesursächlich war offenbar der Schlag und der darauf folgende Aufprall des Kopfes auf den Boden“, berichtete der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft Ulrich Bremer über das Ergebnis der Obduktion. Die Angehörigen kritisierten in mehreren Interviews, dass der mutmaßliche Täter nicht in Untersuchungshaft sitzt. „Es liegen derzeit keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der eine Schlag mit Tötungsvorsatz ausgeführt worden ist“, erklärte Bremer. Weiter sagt der Sprecher: „Untersuchungshaft hat niemals den Zweck, eine Strafe vorwegzunehmen. Ihr Zweck besteht allein darin, die Durchführung einer späteren Hauptverhandlung vor Gericht zu gewährleisten. Dementsprechend verlangt das Gesetz zwingend das Vorliegen von Haftgründen, die in der Strafprozessordnung abschließend geregelt sind. Hierzu zählt zum Beispiel Fluchtgefahr. Konkrete Anhaltspunkte dafür liegen in diesem Fall allerdings nicht vor, da der Beschuldigte unter anderem über einen festen Wohnsitz und soziale Bindungen verfügt“.
