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Anna Grey„Ich habe ständig neue Melodien im Kopf“

4 min
Anna Grey ist eine Sängerin und Songwriterin. In Köln absolvierte sie eine Ausbildung zum Make-Up-Artist.

Anna Grey ist eine Sängerin und Songwriterin. In Köln absolvierte sie eine Ausbildung zum Make-Up-Artist.

Ein Geheimtipp ist Anna Grey längst nicht mehr: Sie stand 2023 mit Sängerin Leony und 2024 mit Rapper Kontra K als Support Act auf der Bühne. Nun geht die Sängerin und Songwriterin auf Tour und kommt am 17. März in die Kölner Kantine.

Wie haben Sie die letzten zwei bis drei Jahre in Ihrer Karriere erlebt?

In dieser Zeit hat sich bei mir extrem viel verändert. Ich bin als Musikerin über meine Grenzen hinausgewachsen und habe Dinge erreicht, die ich vorher so nicht für möglich gehalten habe. Dazu habe ich auch alte Verträge gelöst und mein Team neu zusammengestellt. Außerdem bin ich in dieser Zeit auch Mutter geworden, was auch sehr viel mit meinem Leben und mir gemacht hat. So bin ich als Mensch gewachsen, selbstbewusster und auch einfach erwachsener geworden, was sich auch in meiner Musik widerspiegelt, in der ich meine Gefühle verarbeite. Liveauftritte haben bei mir an Bedeutung gewonnen und ich habe mich sehr über meine erste ausverkaufte Tour gefreut, da dort mein Publikum seine Zeit spendet, um meine Musik live hören zu können. Meine zweite EP wird jetzt zum Start der aktuellen Tour veröffentlicht. Im Laufe des Jahres plane ich zudem auch die Veröffentlichung meines Debütalbums. Damit will ich mir aber noch etwas Zeit lassen, da es mir wichtig ist, dass es wirklich perfekt wird und genau das aussagt, was ich sagen will.

Wie arbeiten Sie an den neuen Songs?

Das passiert bei mir in jedem Moment. Ich habe ständig neue Melodien im Kopf und lasse mich von Gesprächen und Begegnungen inspirieren. Manchmal reicht es auch nur, kurz aus dem Fenster zu schauen und eine Situation zu beobachten. Viel Input kommt auch von meiner Community, die mir schreibt, was sie gerade bewegt. All das nehme ich mit dem Handy auf oder notiere mir Texte, aus denen am Ende dann im Studio die Songs entstehen.

Wie würden Sie ihren aktuellen Sound beschreiben?

Der Sound hört sich selbstbewusster an, ist aber etwas düster geblieben, weil ich mich da eher zu Hause fühle. Trotzdem ist alles auch etwas leichter und ironischer geworden. Das sind zwei Extreme, die sich in meiner Musik zusammen mit meinen Emotionen zu etwas Besonderem jenseits vom Einheitsbrei vereinigen. Ich möchte musikalisch nicht in irgendwelche Schubladen geschoben werden. Dazu bietet die Musik mir einfach zu viele Möglichkeiten, die ich nutzen möchte. Das reicht von laut und rockig über den urbanen Popsound bis zu den leisen, ganz intimen Momenten, in denen nur die Gitarre im Vordergrund steht. Ganz zentral sind für mich aber die Botschaft und der Text meiner Songs.

Dabei bestimmen auch ernste Themen ihre Lieder.

Ich bin schon früh an Depressionen erkrankt, und dabei war die Musik neben der Therapie der Schlüssel für mich, um aus dieser Situation herauszukommen. Ich habe gelernt, das alles in einen Song zu packen, und wenn dieser nur einem Menschen hilft, mit seinem Leben besser zurechtzukommen, habe ich schon sehr viel erreicht. Meine Musik ist nicht leicht verträglich, weil ich bereit bin, alle Themen aufzunehmen, die für mich gerade wichtig sind. Viel dreht sich darum, welche Erwartungen die Gesellschaft heute an eine junge Frau hat und wie sie damit umgeht. Daher habe ich auch viel zu einem Thema, wie der mentalen Gesundheit zu sagen.

Welche Beziehung haben Sie zu Köln?

Ich habe eine sehr intensive Liebesbeziehung zu der Stadt, in die ich direkt nach meiner Schulzeit ziehen wollte. In Köln habe ich dann auch meine Ausbildung zum Make-up-Artist absolviert. Das war eine sehr schöne Zeit, in der ich mehr zu mir selbst gefunden habe. Ich mag die Stimmung und die Leute in dieser Stadt, in der man direkt nach dem Namen auch nach dem Sternzeichen gefragt wird. Außerdem wissen die Kölner, wie man richtig feiert.